Bespuckt, beleidigt, bedrängt: Bauarbeiter bekommen Frust wegen Stegsperrung bei Pfaffenstein zu spüren

Von Heike Haala · 26. Januar 2026 um 19:00

Dass die Bauarbeiter und Planer, die im Moment auf dem Geh- und Radwegsteg am Staufstufenkanal bei Pfaffenstein zu tun haben, die Flussquerung nur richten wollen, scheinen etliche Passanten zu vergessen. Zu groß ist ihr Ärger darüber, dass die Brücke in Regensburg deswegen ab kommender Woche für bis zu zehn Monate gesperrt werden soll. Sie überschreiten Grenzen.

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Schon als die Stadt die Instandsetzung und die dafür nötige Sperrung von voraussichtlich zehn Monaten im Dezember bekannt gegeben hatte, war der Unmut groß: Vertreter der Umweltverbände, Sportler und Passanten monierten unter anderem die lange Bauzeit. Diese ist laut Stadt aber notwendig, weil die Konstruktion abgestrahlt werden soll, was eine Einhausung nötig mache.

Radler bespuckt Bauarbeiter und haut einfach ab

Inzwischen sprechen Michael Köstlinger, Leiter des Tiefbauamts, sowie seine Kollegen Tobias Jarosch und Markus Nicklas von einer regelrecht aggressiven Stimmung bei manchen der Radfahrer auf der Brücke. Sie richte sich gegen Bauarbeiter, die dort ihre Arbeit verrichten. So etwas habe er noch bei keinem anderen Bauprojekt erlebt, sagt Köstlinger. Es sei ein nie dagewesenes Maß an Aggression. Mit dem, was nun passierte, sei ein neues Level erreicht worden, bestätigt auch Jarosch.

Um diese Brücke bei Pfaffenstein geht es. Ab kommender Woche ist sie bis Dezember gesperrt. - Foto: Heike Haala

Zuletzt habe laut Nicklas der Mitarbeiter einer von der Stadt beauftragten Firma auf der Brücke zu tun gehabt. „Ein Radfahrer hat ihn angespuckt und ist dann abgehauen“, sagt er. Auch er selbst sei zuletzt von einem Radler angerempelt worden, als er dort mit Warnjacke unterwegs gewesen sei, was ihn als Bauarbeiter kenntlich machte. Nicklas sei sich aber nicht sicher, ob der Rempler Absicht war oder nicht. Unmissverständlich ist die Nachricht, die ein Passant auf einem Plakat hinterließ, mit dem die Stadt die Maßnahme im Dezember an der Brücke ankündigte: Der Unbekannte beleidigt Planer mit der Schmiererei als Vollpfosten. Nicklas sagt, sein Frustrationspotenzial sei nun ausgeschöpft - und das, obwohl er einiges gewohnt sei. Er werde die Aussage ignorieren, um seine Arbeit erledigen zu können. Persönlich nehmen dürfe er das nicht. Wie die Wetterprognosen für kommende Woche auch aussehen – Köstlinger erwartet ohnehin einen veritablen Shitstorm wegen der anstehenden Sperrung des Stegs.

Er erklärt, was die Nutzer der Brücke erwartet: Der Weg über das Wehr werde Fußgängern und Radfahrern abgesehen von kleineren Bauarbeiten offenstehen. Auch die Radroute 1 könne benutzt werden. Und er verspricht: „Sollten wir schon vorher fertig sein, werden wir den Steg auch früher öffnen.“

Generell kommen seiner Auskunft zufolge gerade etliche Bauwerke in Regensburg in ein Alter, in dem Sanierungen und Erneuerungen anstünden. Das sei eine wichtige Aufgabe der Kommune als Baulastträger. Alleine 75 Brücken in Regensburg fallen in seinen Zuständigkeitsbereich. Und so stehen auch die nächsten Rad- und Fußgängerbrücken schon fest, die für ihre Sanierung gesperrt werden müssen. Der Neubau des Grieser Stegs aus dem Jahr 1947 hätte laut Beschluss in 2025 beginnen sollen. Das ist aber nicht passiert. Köstlinger verweist auf ein Wasserrechtsverfahren. Weil der Steg beim Bürgerfest 2027 zur Verfügung stehen soll und die Zeit zwischen zwei dieser Freiluftfeten gerade so für den Neubau reichen könnte, geht der Tiefbauamtsleiter davon aus, mit diesen Arbeiten erst nach dem Bürgerfest im kommenden Jahr zu starten und sie vor dem im Jahr 2029 abzuschließen. Mit Abbruch und Planung seien laut aktuellem Planungsstand Kosten von zwölf Millionen Euro dafür veranschlagt.

Weitere Sperrungen für Radler und Fußgänger notwendig

Auf keinen Fall gleichzeitig mit dieser Baustelle, aber auch in den kommenden Jahren soll der ebenfalls aus dem Jahr 1947 stammende Eiserne Steg saniert werden. Kostenschätzung: 3,25 Milionen Euro.

Noch bis Freitag ist der Safferlingsteg aus dem Jahr 1955 wegen Probebohrungen gesperrt. Der Steg muss laut Köstlinger neu gebaut werden, weil der Mittelpfeiler dem Ausbau der Gleise in Richtung Obertraubling im Weg stehe. Der Tiefbauamtsleiter hofft, in den kommenden fünf Jahren mit den Arbeiten beginnen zu können und nennt eine voraussichtliche Bauzeit von mindestens zwei Jahren. 20 Millionen Euro an Kosten seien inklusive Abbruch und Planung für dieses Projekt veranschlagt.