Parkhaus am Unteren Wöhrd in Regensburg: Wann ist Baubeginn?

Der Stadtrat hat am Donnerstagnachmittag mit einer Mehrheit von 27 zu 20 Stimmen dem Bau eines Parkhauses für die Mobilitätsdrehscheibe am Unteren Wöhrd zugestimmt – sieben Jahre nach dem ersten Planungsbeschluss. Dagegen waren sechs von elf Grünen-Stadträten, die FDP, die Einzelstadträte Jakob Friedl (Ribisl-Partie) und Irmgard Freihoffer (BSW) sowie die CSU.
Aus Sicht von SPD-Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer ist die Mobilitätsdrehscheibe ein zentrales Element für die Verkehrsberuhigung der Altstadt, weil hier Autofahrer aus- und umsteigen sollen auf Bus oder Rad. Als die Stadt vor sieben Jahren mit der Planung begann, war von 1500 Parkplätzen die Rede. Diese Zahl schrumpfte auf 1100, wuchs dann nach Protest aus der Wirtschaft wieder auf 1400 und wurde aus Kostengründen auf mindestens 1000 reduziert, woraus nach dem Grünen-Antrag auf einen Baustopp im Herbst 2024 höchstens 1000 wurden.
580 Parkplätze sollen im 16 Meter hohen Parkhaus untergebracht werden, das bis zu zwei Geschosse über die Nibelungenbrücke ragen darf, die anderen draußen. Zum Vergleich: Vor der Sperrung des Baugrunds für das Parkhaus gab es am Unteren Wöhrd circa 670 Parkplätze. Das Parkhaus soll circa 11,5 Millionen Euro kosten, dazu kommen eventuell Mehrkosten durch den Baustopp. Für die gesamte Mobilitätsdrehscheibe samt Parkraumkonzept Innenstadt sind 20,8 Millionen Euro eingeplant. Baubeginn soll frühestens im ersten Quartal 2026 sein, Inbetriebnahme Ende 2027.
Die CSU sprach sich vor den Abstimmungen gegen den Bau aus, weil er zu teuer sei für die geringe Zahl an Stellflächen und weil sie nicht wolle, dass öffentliche Parkplätze aus der Altstadt dorthin verlegt werden. CSU-Stadtrat und Landtagsabgeordneter Jürgen Eberwein, der früher als Fraktionschef für ein Parkhaus am Unteren Wöhrd plädiert hatte, verließ vor der Abstimmung den Sitzungssaal.
Grünen-Fraktionschefin Maria Simon hatte im Planungsausschuss ausgeführt, dass nur für einen Teil der Fraktion der Bau zum Gesamtpaket Verkehrsberuhigung gehöre. Friedl sagte, er finde den Plan eigentlich gut, könne vor der Wahl aber dennoch nicht zustimmen, weil unter einer möglichen CSU-OB der Verkehrsplan „konsequent sabotiert“ würde. Die ÖDP rang sich erneut zu drei Ja-Stimmen durch. Fraktionschef Benedikt Suttner sagte: „Wir hoffen einfach darauf, dass die Verwaltung so stark ist, dass sie auch den zukünftigen Stadträtinnen und Stadträten und Oberbürgermeistern klarmacht, wie wichtig es ist, den Verkehr in der Altstadt zu beruhigen.“