Wäre Regensburg in Italien, ließe sich mit Falschfahrern richtig viel Geld verdienen

Wie soll die Stadt Regensburg unberechtigten Autoverkehr im Zentrum unterbunden? Es ginge mit Pollern, doch die sind teuer. Mit einer technischen Lösung ließe sich hingegen Geld verdienen – doch die ist möglicherweise rechtlich nicht zulässig.
Für eine erfolgreiche Verkehrsberuhigung der Altstadt wäre ein wesentlicher Faktor, dass endlich nicht mehr Hinz und Kunz unberechtigt durch zufahrtsbeschränkte Bereiche wie die Gesandtenstraße oder den Domplatz kurven. Es gäbe zwei Möglichkeiten, dies effektiv zu unterbinden: durch versenkbare Poller oder durch eine elektronische Kennzeichen-Erfassung. Bei unerlaubtem Durchfahren wird kassiert.
Wer jemals in einer x-beliebigen italienischen Stadt falsch abgebogen ist, kennt das: Ungefähr drei Monate später – der Urlaub ist fast vergessen und die Erholung längst verflogen – liegt ein Schreiben im Briefkasten. Selbst wenn man den Text nicht versteht, spricht die Zahl am Ende eine eindeutige Sprache. Sie liegt selten unter 100.
Ob es in Regensburg jemals eine Kennzeichenerfassung geben kann, steht in den Sternen. Die rechtliche Prüfung laufe gerade, klärte die Oberbürgermeisterin jüngst im Stadtrat auf. Sollten die juristischen Hürden zu hoch sein, muss man wohl auf Poller setzen. Wie zu hören war, kostet einer davon ungefähr 120 000 Euro.
Da wäre ein Scannen des Nummernschilds die elegantere und auch lukrative Lösung. Denn 1200 Falschfahrer und damit 120.000 Euro Einnahme gäbe es in der Gesandtenstraße jede Woche. Schade, dass sie nicht in Italien liegt.