Einbruchsserie in Regensburger Traditions-Geschäft geht weiter – „Hat jemand was gegen mich?“

Von Philip Hell · 18. Dezember 2025 um 11:00

Schöne Bescherung kurz vor Weihnachten: Im Regensburger Trekkingladen ist eine Scheibe eingeschlagen worden – schon wieder! Vor wenigen Monaten gab es zwei Einbrüche innerhalb kürzester Zeit in dem Traditionsgeschäft in der Oberen Bachgasse. Diesmal gibt es immerhin eine gute Nachricht. Und einen bösen Verdacht.

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Als das Bild am frühen Donnerstagmorgen auf seinem Handy aufploppte, wusste Trekkingladen-Chef Harry Gröger sofort Bescheid: Es ist schon wieder passiert. Ein Anwohner schickte ihm ein Bild von einer Scheibe, die zerbrochen auf dem Boden liegt. Es handelt sich dabei um eines der Schaufenster, hinter denen Gröger im Hauseingang seine Waren ausgestellt hat. „Das kann es doch nicht sein“, sagt Gröger der MZ. Erst im März wurde seine Scheibe eingeworfen.

Gruselige Parallele: Schon kurz vor Weihnachten 2024 wurde in Regensburger Laden eingebrochen

Auch im Frühjahr war es nicht der erste Einbruchsversuch in Grögers Laden. Am Tag vor Heiligabend 2024 hatte ihm jemand die Scheibe eingeworfen. Diesmal geschah die Tat ebenfalls nur kurz vor Weihnachten. Dreimal wurde der Trekkingladen nun also schon zum Ziel von Vandalismus. „Wie kann das sein?“, fragt sich Chef Gröger. „Ich bin doch nicht der einzige Laden in der Altstadt!“

Am Donnerstag rückte die Polizei an. Die Beamten haben nun die Ermittlungen übernommen.

Täter verplapperte sich nach Einbruch in Regensburger Geschäft

Trekkingladen-Betreiber Gröger hat indes einen Verdacht. „Es lief alles ganz genau so ab wie bei den letzten Malen.“ Womöglich stecke ein und derselbe Täter hinter den Einbrüchen. Kurz nach dem Einbruch im März machte die Polizei nämlich einen Verdächtigen dingfest. Der Mann hatte allem Anschein nach mit seinen Taten geprahlt. Als die MZ die Einbruchserie publik machte, zählte ein Bekannter des Tatverdächtigen eins und eins zusammen und wandte sich an die Polizei. Die Beamten machten den Mann schließlich am Bahnhof dingfest. Ob er hinter dem erneuten Einbruch steckt? Das ist völlig offen. Einen Sommer lang schien allerdings alles gut zu sein – nun der erneute Einbruch. Für Gröger bleibt eine Frage: „Hat da jemand etwas gegen mich?“

Dabei sei die Lage ohnehin angespannt für den Einzelhandel, erzählt Gröger. Den Trekkingladen betreibt er aus Leidenschaft. Er ist selbst oft in der Wildnis unterwegs. „Würde ich reich werden wollen, würde ich etwas anderes machen“, sagt Gröger. Erst vor Kurzem wurde bekannt, dass der Herrenausstatter „Gross und Stark“ vis-a-vis vom Trekkingladen im kommenden Jahr aufgibt – zu schwierig sei die wirtschaftliche Lage, sagte der Betreiber damals der MZ.

Erleichterung: Es wurde wohl nichts aus Regensburger Geschäft gestohlen

35 Jahre gebe es den Trekkingladen nun, sagt Gröger. Ein echtes Regensburger Traditionsgeschäft mithin. „Und 30 Jahre ist so etwas nicht passiert.“ Gröger schüttelt den Kopf und hebt etwas hilflos die Hände. „Langsam wird es langweilig.“ Er schaut die Gasse runter, eine Scherbe funkelt im Morgenlicht. „Langsam wird es langweilig“, sagt er nochmal.

Harry Gröger betreibt den Trekkingladen in Regensburg. - Foto: Gröger

Immerhin eine gute Nachricht gibt es: Gröger war am Donnerstagmorgen noch davon ausgegangen, dass einige Waren aus dem Schaufenster geklaut wurden. Viel stand nach der Einbruchserie ohnehin nicht mehr in der Auslage, aber eine teure Flasche war beispielsweise weg. Im Gespräch mit der MZ kommt allerdings ein Anwohner hinzu und sorgt für Erleichterung. Die Waren hat seine Freundin schon am frühen Morgen in Sicherheit gebracht. Zumindest ein kleiner Lichtblick. Ein Problem allerdings bleibt: Gröger braucht eine neue Scheibe. Wenige Tage vor Weihnachten sicherlich kein leichtes Unterfangen.