Romantischer Weihnachtsmarkt in Regensburg: Plakate gestohlen und zu Taschen verarbeitet?

Der Romantische Weihnachtsmarkt auf Schloss Thurn und Taxis ist gleichermaßen beliebt wie umstritten: Nun bieten Aktivisten Taschen im Internet an, die aus einem Werbeplakat gefertigt wurden. Veranstalter Peter Kittel: „Das ist mir wurscht.“
Hinter dem Unterfangen steckt das Kollektiv Fussabdrücke, das in der Vergangenheit insbesondere durch mannigfaltige Aktionen am Luxusklo aufgefallen ist. In einer Pressemitteilung kritisieren die Aktivisten sowohl Kittel als auch Gloria von Thurn und Taxis. Von rechtspopulistischen und rückwärtsgewandten Haltungen ist die Rede. „Damit verbinden wir Ausgrenzung, Ungerechtigkeit und eine Verherrlichung von Privilegien.“
Die Gruppe geht in der Mitteilung auch auf einen Stand beim Protest-Markt unweit von Schloss St. Emmeram am vergangenen Wochenende ein. Dabei habe man Taschen „aus altem PVC-Material angeboten.“
Weihnachtsmarkt in Regensburg: Plakate gestohlen – oder nur gefunden?
Es scheint sich allerdings mitnichten um irgendein „altes PVC-Material“ zu handeln. Die Aktivisten haben der Pressemitteilung ein paar Bilder beigefügt. Dabei ist unschwer zu erkennen, dass es sich um Taschen aus Werbebannern für den Romantischen Weihnachtsmarkt handelt. Auf MZ-Nachfrage betont die Gruppe: „Nein, wir haben keine Plakate geklaut. Wo das Material herkommt, das uns gespendet wurde, wissen wir nicht.“ Sicherlich hätten die Spender gute Absichten gehabt und das Material irgendwo gefunden.
Die Aktivisten planen, die Taschen per Instagram und auf Veranstaltungen anzubieten, schreiben sie weiter. „Ich sehe nichts Strafbares am Recyceln!“, teilt Sprecherin Ellina der MZ mit.
Romantischer Weihnachtsmarkt in Regensburg: Veranstalter erstattet Anzeige
Weihnachtsmarkt-Veranstalter Peter Kittel bestätigt einen Diebstahl, bleibt aber gelassen: „Wenn die Leute für so etwas Zeit haben, sollen sie es machen.“ Die Aktion sei, im wahrsten Sinne des Wortes, „Taschendiebstahl“. Klar sei freilich auch: „Wenn derjenige, der Plakate gestohlen hat, erwischt wird, muss er mit den Konsequenzen leben.“ Ansonsten sei ihm die ganze Sache egal, betont Kittel. Der Veranstalter wörtlich: „Es ist mir wurscht.“ Die Aktion sei einmal mehr der Versuch gewisser Menschen, auf dem Trittbrett seines Erfolgs mitzufahren. „Wir haben Anzeige erstattet.“