Mit Buden und Reden: Linker Protest gegen Romantischen Weihnachtsmarkt in Regensburg

Mit einem „Romantischen Protest“ in Form eines adventlichen Markts haben am Samstag linke Gruppen und Umwelt-Aktivisten am Emmeramsplatz gegen den aus ihrer Sicht „überteuerten“ Romantischen Weihnachtsmarkt auf Schloss Thurn und Taxis demonstriert. Damit wollten sie zeigen, „dass ein winterliches Fest auch ohne Profitgier möglich ist“, und sich gegen Fürstin Gloria sowie Veranstalter Peter Kittel stellen.
In der Spitze hätten bis zu 200 Personen gleichzeitig an dem Protest teilgenommen, so die Schätzung der Polizei. Sophia Weigert, die Sprecherin des Aktionsbündnisses hinter der Kundgebung, sprach von 400 bis 500 Menschen insgesamt, die bis 21.15 Uhr den Markt mit politischen Reden und Musikprogramm besucht hätten. Das zeige, „dass ein großer Teil der Zivilgesellschaft ein Problem hat mit rechten Hetzern“.
Kritik an Gloria: „Diskriminierende, reaktionäre Aussagen“
Gegen 16.45 Uhr hatte Ida Möller den Markt mit den Worten eröffnet, man wolle nicht zu viel über Gloria, „ihre Vernetzung in rechten Kreisen, ihre diskriminierenden, reaktionären Aussagen“ sowie den „auch extrem rechten Veranstalter des Weihnachtsmarktes“ reden. Stattdessen sollte die Bühne den Gruppen gehören, die in knapp 20 Buden für ihre Anliegen warben und auf Spendenbasis beispielsweise Punsch, Kuchen, und veganes Chili abgaben.
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Die Mitglieder des Aktionsbündnisses hätten unterschiedliche Schwerpunkte, so die Veranstalter, es eine sie aber die Kritik an Fürstin Gloria. Vertreten waren etwa Klimaschutz-Initiativen wie Fridays for Future und Heath for Future, Verfechter von straffreien Abtreibungen wie die Medical Students for Choice und Unterstützer von Geflüchteten wie Soli Asyl. Auch Tierrechtler und Aktivisten für bezahlbares Wohnen, etwa vom Mietshäusersyndikats-Stammtisch, beteiligten sich und der Bund Naturschutz sammelte Unterschriften gegen die Sallerner Regenbrücke.
Veranstalter Kittel weist Extremismus-Vorwürfe zurück
Mit der Sozialrevolutionären Aktion nahm auch eine Gruppe teil, die vom bayerischen Verfassungsschutz als gewaltbereit eingestuft wurde. Auf seiner Internetseite zum Thema Linksextremismus führt dieser auch die Linksjugend Solid und die Hochschulorganisation SDS auf. Sprecherin Weigert sagte, dass Teilnehmer in Zusammenhang mit Linksextremismus gebracht würden, sei „haltlos“. „Wir sind halt unbequem, manchen passen wir nicht, und dann wird gesagt, das sind Extremisten.“ Sie betonte, der Protest richte sich nicht gegen die Besucher des Markts. Viele wüssten nicht, „wem sie da ihr Geld geben“.
Laut Peter Kittel hatte sein Romantischer Weihnachtsmarkt am Samstag circa 15.000 Besucher. Kittel nannte die Aussage, er sei „extrem rechts“ eine „Verzerrung der Realität“. Als CSU-Mitglied vertrete er eine konservative politische Position. Mit dem Markt leiste er nicht nur einen unternehmerischen Beitrag für die Region und für die Sozialkassen, „aus denen sich die Menschen, die gegen uns protestieren, bedienen“. Es seien damit auch „unglaublich viele soziale Projekte“ verbunden.