Blitz-Verkehrsberuhigung in Regensburg – Neue Details zu gestrichenen Parkplätzen

Seit die Stadt Regensburg am Freitagmittag kurzfristig ankündigte, Parkplätze am Montag in der Thundorferstraße und eine Woche später in der Wöhrdstraße zu streichen und durch Radspuren zu ersetzen, wird in der Stadt kontrovers diskutiert. Von CSU-Chef Michael Lehner gab es etwa einen Rüffel für die Art der Kommunikation – andere stoßen hingegen an.
Die MZ hat bei der Stadt nachgehakt und wollte wissen, wann die Verwaltung beschlossen hat, genau diese Parkplätze zu räumen. Eine Sprecherin teilt daraufhin lediglich allgemein mit, dass man einen entsprechenden Beschluss des Planungsausschusses umsetze. Die Verwaltung informierte am Freitagmittag, also nur etwa 60 Stunden vor den geplanten Maßnahmen per Pressemitteilung über die Pläne. Auf Nachfrage bei der Stadt heißt es, dass es stets Ziel sei, Bürger im Rahmen der Verkehrsberuhigung rechtzeitig über Änderungen zu informieren. Daher habe man „direkt nach Festlegung des Zeitplans am vergangenen Freitag“ eine Pressemitteilung versandt. Zudem wurden Anwohner in der Wöhrdstraße per Postwurfsendung über die Änderungen informiert.
Thundorfer Straße in Regensburg: Knapp 20 Parkplätze sind jetzt weg – vier bleiben
Ob und wann man mit Markierungen beginnen könne, hänge auch vom Wetter und von externen Dienstleistern ab, erläutert die Stadtsprecherin. Ziel der Stadt ist es, am Mittwoch mit der Markierung am St.-Peters-Weg zu starten, dort soll eine Radspur entstehen. Am Donnerstag folgt die Thundorferstraße, in der kommenden Woche die Wöhrdstraße.
Auf Nachfrage nennt die Stadt nun auch Zahlen zu den Parkplätzen, die wegfallen. In der Thundorferstraße sind das 18 Stück – vier Parkplätze an Elektro-Ladesäulen bleiben erhalten.
Blitz-Verkehrsberuhigung in Regensburg: Stadt rechnet nicht damit, dass jemand abgeschleppt wird
In der Wöhrdstraße sind es wiederum insgesamt 31 Stellplätze – etwa ein Drittel davon sind Bewohnerstellplätze. Diese sollen im südöstlichen Bereich der Straße kompensiert werden.
Im Übrigen geht die Stadt nicht davon aus, dass Autos abgeschleppt werden müssen. „Die Halteverbotsschilder werden mehrere Tage vor den jeweiligen Markierungsarbeiten aufgestellt, so dass die Fahrzeughalterinnen und -halter ausreichend Zeit haben, ihre Fahrzeuge umzuparken.“

Bei der ÖDP knallten am Montagabend indes die Sektkorken. Die Zustimmung der Partei sorgte im Juli dafür, dass das Parkhaus am Unteren Wöhrd gebaut wird und der Verkehr in der Altstadt zugleich beruhigt wird. Parteimitglieder trafen sich auf dem Radlstreifen in spe in der Thundorferstraße und stießen an. In einer Pressemitteilung wird der frisch gekürte OB-Kandidat Benedikt Suttner zitiert: „Das ist ein wichtiges Zeichen an die Bürgerinnen und Bürger, dass aus den vielen Worten wirklich Taten werden und man die Sache in der Verwaltung ernst nimmt.“
Suttners Stadtratskollegin Astrid Lamby wird wie folgt zitiert: „Es wird noch viele mutige Schritte und politisches Standing brauchen, bis das Gesamtkonzept verwirklicht ist. Dass die ersten Punkte jetzt zügig umgesetzt werden, ist umso erfreulicher und ein ganz wichtiges Zeichen, dass sich jedes Engagement für eine nachhaltige Mobilität auszahlt.“