Nach angeblichem Antifa-Bekennerschreiben: Viktor Orban solidarisiert sich mit Fürstenhaus

UPDATE: Mittlerweile schließt die Polizei Brandstiftung als Ursache des fatalen Brandes des Jagdschlosses Thiergarten bei Donaustauf (Landkreis Regensburg) in der Nacht vom 5. auf 6. Oktober aus. Die Originalmeldung zu einem angeblichen Antifa-Bekennerschreiben finden Sie im Folgenden:
Nach dem fatalen Brand des Jagdschlosses Thiergarten bei Donaustauf (Landkreis Regensburg), das in der Nacht vom 5. auf 6. Oktober bis auf die Grundmauern niederbrannte, bekam die Familie von Thurn und Taxis Solidaritätsbekundungen aus der ganzen Welt. Jetzt hat sich sogar Ungarns Staatschef Viktor Orban geäußert. Doch ein Feuerwehrler, der beim Löschen des Brandes dabei war, widerspricht ihm.
Nach dem dramatischen Brand des Jagdschlosses Thiergarten hat das fürstliche Haus von Thurn und Taxis Solidaritätsbekundungen aus aller Welt bekommen. Besonders eine Solidaritätsadresse sorgt jetzt für Aufsehen: Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat sich mit dem Fürstenhaus solidarisch erklärt. Auf der Social-Media-Plattform X teilte der Staatschef, der für die Linke in Deutschland ein rotes Tuch ist und immer wieder gegen die Europäische Union schießt, einen Beitrag. Darin greift Orban auch ein Bekennerschreiben auf, das auf einer linksextremen Plattform veröffentlicht wurde. Die Behörden indes sagen nach wie vor, dass dessen Echtheit noch überprüft wird.
War es die Antifa, die in der Nacht von 5. auf 6. Oktober ein Feuer im Jagdschloss legte? Zumindest tauchte am 9. Oktober, also wenige Tage nach dem Brand, auf der linksextremen Plattform Indymedia.org ein angebliches Bekennerschreiben auf. Gezeichnet war es – in RAF-Manier – mit „Kommando Georg Elser“ in Anspielung auf den mutigen Hitler-Attentäter.
Kein Politiker-Statement
„Mehrere Brandvorrichtungen haben zur vollständigen Zerstörung des Schlosses geführt“, hieß es darin. Schnell kamen Zweifel an der Echtheit des Schreibens auf. Gleichzeitig fehlen bislang Distanzierungen auch von Politikern, die beispielsweise auf Demonstrationen mit Antifa-Beteiligung mitlaufen. Andererseits gibt es auch erhebliche Zweifel an der Echtheit des Schreibens.
Das Fürstenhaus selbst gibt sich zurückhaltend, was die Echtheit des Schreibens anbelangt. „Ich habe Solidaritätsbekundungen aus aller Herren Länder erhalten“, sagte Gloria von Thurn und Taxis auf Anfrage der Mediengruppe Bayern. Sie vermutet, dass auch internationale Medien über den Brand berichteten. Sie sagt aber auch: „Ich bin mit dem Unglück nicht hausieren gegangen.“
Orbans Posting erreichte weit über 400.000 Menschen. Darin schrieb der Ungar: „Wir stehen an der Seite von Prinzessin Gloria von Thurn und Taxis. Ihr historisches Jagdschloss wurde tragischerweise von der Antifa am 6. Oktober zerstört, nachdem in dem Gebäude Feuer gelegt wurde.“ Orban rechtfertigte damit, dass seine Regierung – wie die Regierung von Donald Trump in den USA kürzlich – die Antifa zu einer terroristischen Vereinigung erklären möchte.
Orban schloss auf X: „Der Gerechtigkeit muss jetzt gedient werden: Null Toleranz für solche Akte des Terrors.“ Auf neuerliche Anfrage der Mediengruppe Bayern erklärte das Polizeipräsidium Oberpfalz: „Unser Ermittlungsstand ist noch der selbe“, so eine Sprecherin. Damit verwies sie auf eine Auskunft der Polizei, kurz nachdem das Schreiben aufgetaucht war. „Das in Rede stehende Schreiben ist den Ermittlern der Kriminalpolizeiinspektion Regensburg bekannt. Es wird derzeit im Rahmen der laufenden Ermittlungen geprüft und in die Gesamtbewertung des Sachverhalts einbezogen“, teilte die Sprecherin damals mit.
Die Polizei ermittelt nach wie vor in alle Richtungen. Informationen dieser Zeitung zufolge war die Kripo auch mit Spürhunden vor Ort. In Feuerwehrkreisen geht man indes eher davon aus, dass es sich bei dem Bekennerschreiben um Trittbrettfahrer handelt.
Ermittlung der Brandursache: „Dauert normalerweise zwei, drei Wochen“
„Als wir vor Ort eingetroffen sind, brannte es bereits lichterloh“, sagte ein Feuerwehrmann, der dabei war, namentlich aber nicht genannt werden möchte. „Ich vermute eher einen technischen Defekt als eine Brandstiftung.“ Allerdings teilte die Polizei auch mit, sie würde ein Fremdverschulden nicht völlig ausschließen. „Im Verlauf der bisherigen Untersuchungen haben sich Hinweise ergeben, die unter anderem auch eine vorsätzliche Verursachung des Feuers als möglich erscheinen lassen“, hieß es in einer Pressemitteilung vom 13. Oktober.
Die Kripo habe vor Ort gesagt, man rechne bei der Ermittlung der Brandursachen normalerweise mit zwei bis drei Wochen. „Insofern“, sagt der Feuerwehrler, „müsste die Kripo ja bald mehr wissen und mitteilen – oder, wenn es doch Brandstiftung war, dann würden die Ermittlungen sicher länger dauern“, schloss der Feuerwehrmann.