Von Mareike bis Maria: True Crime Talkrunde blickt auf spektakuläre Kriminalfälle in Ostbayern

Von Mittelbayerische Zeitung · 20. Oktober 2025 um 15:00

Ein Richter, ein Strafverteidiger und eine Opferfamilie sind zu Gast beim ersten True Crime Talk am 11. November in Regensburg. Gerade ist ein neues Buch mit Kriminalfällen aus der Oberpfalz und Niederbayern erschienen.

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Es ist ein Oktoberwochenende im Jahr 2003. Die 20-jährige Näherin Mareike aus Waldmünchen besucht mehrere Partys, feiert ausgelassen. Tanzt, trinkt, flirtet. Die junge Frau ist beliebt in der Kleinstadt, hat einen großen Bekanntenkreis. Und der ist in heller Aufregung, als sie am Montag nicht zur Frühschicht erscheint. Das Verschwinden wird bundesweit Schlagzeilen machen, die Spezialisten der Operative Fallanalyse beim Landeskriminalamt beschäftigen und wildeste Spekulationen nach sich ziehen. Richter Werner Ebner fällt später vor dem Landgericht Regensburg das Urteil gegen einen Arbeitskollegen, der aus verschmähter Liebe zum Mörder wurde – und führt dem Täter am Richtertisch plastisch vor Augen, wofür er zu Töten bereit war.

Es sind Fälle wie dieser, die den Menschen in Ostbayern im Gedächtnis geblieben sind. Doch wie laufen solche Ermittlungen überhaupt ab, welche Rolle spielt der Strafverteidiger in diesen Verfahren und wie kann das Gericht am Ende sicher gehen, ein gerechtes Urteil gefällt zu haben? Fragen wie diese wollen die MZ-Redakteure Isolde Stöcker-Gietl, die soeben ein neues Buch zu Kriminalfällen aus der Region veröffentlicht hat, und ihr Kollege André Baumgarten im Rahmen dieser Talkrunde erörtern. Ebner hat auch den sogenannten „Dr. Mord“-Prozess begleitet, bei dem am Ende ein Freispruch für den Arzt stand und er war zu Beginn in die schleppend laufenden Ermittlungen im Fall der ermordeten Maria Baumer involviert.

Strafverteidiger spricht über Mordfälle, von Abensberg bis Straubing

Den Fall Maria Baumer kennt Strafverteidiger Michael Haizmann aus einer völlig anderen Perspektive. Er verteidigte den letztlich verurteilten Ex-Verlobten. Zu Haizmanns bekanntesten Fällen gehören auch der sogenannte Strohballen-Mord in Straubing, der zwei Anläufe benötigte, der Doppelmord von Unterwendling oder der Schwertmord von Abensberg, der mit einem Freispruch für den Angeklagten endete. Haizmann wird über Verteidigungsstrategien, das Verhältnis zu den Beschuldigten und die Frage, wie viel Ehrlichkeit ihm die Mandanten entgegenbringen, sprechen.

Ein Grab, einen Ermittlungserfolg und einen Prozess, das würde sich Familie Poddighe wünschen. Seit 13 Jahren weiß Daniela Poddighe nicht, was ihrer Schwester Anna zugestoßen ist. Was das mit den Hinterbliebenen macht, warum ihnen eine Todesnachricht lieber wäre als die Ungewissheit, das wird sie zusammen mit ihrem Sohn Alessandro den Zuhörern erläutern. Im Anschluss gibt es zudem die Möglichkeit, Fragen an die Experten zu richten.

True-Crime-Talk in Regensburg: Hier gibt es Tickets

Die Platzkapazitäten sind begrenzt, deshalb ist eine Anmeldung zur Veranstaltung erforderlich: Wahre Verbrechen in der Region – Buchvorstellung & True-Crime-Talk finden am 11. November im Auditorium im Thon-Dittmer-Palais statt. Beginn: 19 Uhr; Einlass: 18.30 Uhr (freie Platzwahl). Anmeldungen nimmt der Battenberg Bayerland Verlag telefonisch unter 09402 / 9337–20 oder der E-Mail veranstaltung@battenberg-bayerland.de entgegen. Der Eintritt kostet 9,50 € pro Person, Bezahlung erfolgt an der Abendkasse (Barzahlung).

Wahre Verbrechen in Niederbayern und der Oberpfalz ist das zweite Buch mit Kriminalfällen aus der Region von Isolde Stöcker-Gietl. Das Buch ist im Battenberg Bayerland Verlag erschienen und kostet 17,90 Euro.

Das neue Buch von Isolde Stöcker-Gietl ist bereits im Buchhandel und auf den bekannten Online-Verkaufsplattformen erhältlich. Es schildert 15 im Gedächtnis gebliebene Verbrechen, die sich in Ostbayern in den vergangenen fast 100 Jahren zugetragen haben. Vom Doppelgänger-Mord aus den 1920er Jahren bis zum Mord an der jungen Tramperin Sophia Lösche aus Amberg 2018. Auch mehrere Cold Cases - wie das Verschwinden der in Amberg lebenden Italienerin Anna Poddighe - werden beleuchtet.