Schock im Haus Thurn und Taxis: Glorias Hochzeitsdiadem aus dem Louvre gestohlen

Von Christian Eckl · 20. Oktober 2025 um 15:21

Die Unglücksserie im Haus Thurn und Taxis reißt nicht ab. Nach dem Brand des Jagdschlosses im Thiergarten (Landkreis Regensburg) ist nun ein für die Familie emotional besonders wertvolles Stück Opfer eines Raubes geworden: Das Diadem von Kaiserin Eugenie, der Gemahlin von Kaiser Napoleon III., ist eines der insgesamt neun Stücke, die beim Raub im weltberühmten Museum Louvre am Sonntag gestohlen wurden.

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Während die Diebe die Krone der Kaiserin bei ihrer Flucht verloren haben, ist das Diadem nach wie vor verschwunden. Es gehört zwar nicht mehr der Familie Thurn und Taxis, doch es hat für das Fürstenhaus eine ganz besonders symbolträchtige Bedeutung.

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Mit dem Diadem heiratete nämlich Mariae Gloria Gräfin von Schönburg und Glauchau den damals 54-jährigen Erbprinzen Johannes. Man schrieb das Jahr 1980. Ein Jahr zuvor war der Junggeselle, der dringend einen Erben für sein Vermögen und damit einen Nachfolger als Oberhaupt der Familie brauchte, der damals 20-jährigen Gräfin im Cafe Reitstall in München begegnet. Schon ein Jahr später läuteten auf St. Emmeram die Glocken.

Albert I. kaufte das Stück

Gloria von Thurn und Taxis kommentierte den spektakulären Raub des Diadems so: „Sehr bedauerlich!“ Doch sie sagte zur Mediengruppe Bayern auch: „Das ist ein Armutszeugnis der Regierung und der Verwaltung.“ Denn die Täter seien ja „während des Tages in den Louvre und haben einfach abgeräumt“, so die Adelige. Und weiter: „Wir waren sehr stolz darauf dass das schöne Diadem im Louvre ausgestellt wurde. Für Frankreich ist es wirklich eine Schande!“

Damit gibt sie vielen auch die Stimmen aus Frankreich Recht. Von „großen Versäumnissen“ sprach beispielsweise Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Er bezeichnete die Tat als „Angriff auf das Erbe Frankreichs“.

Die historischen Bilder im MZ-Archiv zeigen Gloria mit dem Diadem bei ihrer Hochzeit: Es besteht aus 212 Perlen sowie fast 2000 Diamanten, die aus dem französischen Kronschatz stammen. Denn das Diadem, das einst die Kaiserin in Auftrag gab, war nicht das erste Schmuckstück, das mit den wertvollen Steinen und Perlen besetzt war. Letztere stammten aus einem Schmuckstück, das Marie Antoinette besessen hatte. Die tragische Tochter der österreichischen Kaiserin Maria Theresia endete auf dem Schafott. Nach der französischen Revolution erneuerte Napoleon I. die Monarchie und krönte sich sogar selbst zum Kaiser.

Das Diadem der Kaiserin Eugénie, fotografiert am 14. Januar 2020 nach der Wiedereröffnung der Galerie d'Apollon im Louvre. Das Schmuckstück gehört zu den Kronjuwelen Frankreichs. Am Sonntag wurde es von Dieben aus dem Louvre geraubt. - Foto: imago images/IP3press/Aurelien Morissard

Geschenk für die Fürstin

Napoleon Bonaparte war der Onkel von Napoleon III., für dessen Frau Eugenie das Diadem gefertigt wurde. In den Besitz des Fürstenhauses kam es, als Albert I. seine Zukünftige, Erzherzogin Margarethe von Österreich, ehelichte. Er kaufte das Stück aus der Konkursmasse des französischen Kaiserhauses. Jahrzehnte später wechselte es wieder den Besitzer. Als Johannes 1991 starb, musste die Familie hohe Erbschaftssteuern bezahlen.

Bei einer Versteigerung im Beau Rivage wurde es für 935.000 Mark vom Freundeskreis des Louvre erworben. So kam es in die Vitrine mit den Stücken, die nun geraubt wurden.