Neues Konzept für OTH-Campus in der Prüfeninger Straße – Weitere Arbeiten geplant

Von Theresa Baumann · 21. Oktober 2025 um 09:00

Gelb, rot, türkis und blau – das sind die markantesten Farben in den Wandmalereien des Künstlers Willi Ulfig, die im Inneren des Prüfeninger OTH-Standorts in Regensburg immer wieder auftauchen. Die jüngsten Sanierungsarbeiten rücken dieses Farbkonzept nun stärker in den Fokus. Für Studierende gibt es nun ein Studi-Loft, einen Scale-Up-Raum und einen Außenaufzug.

„Am Standort in Prüfening ist noch einiges zu tun“, stellte Peter Endres, Kanzler der OTH, bei der gestrigen Pressekonferenz klar. „Wir renovieren was schön und dann regnet es doch wieder rein.“ Das sei der Ist-Stand am Prüfeninger Campus. Um das längerfristig zu ändern, seien die Sanierungsarbeiten dringend nötig gewesen. Doch die Ausarbeitung eines neuen Konzepts sei nicht leicht gewesen, erzählt Endres.

Räume für die Anliegen von Hebammen und Baukundler

Den Standort in der Prüfeninger Straße nutzen derzeit nicht nur Studierende aus den Bereichen Informatik und Baukunde, sondern auch Gesundheit. Um gleichzeitig den Anliegen der Baukundler und auch der Hebammen gerecht zu werden, erarbeiteten die Studierenden das neue Konzept gemeinsam in einem Workshop.

Im Studi-Loft, das Pendant zum Studierendenhaus, gibt es nun nicht nur Räume, die für „lautere“ Gruppenarbeiten geeignet sind, sondern auch Ruheräume mit Akustikpanelen für konzentriertes Arbeiten. Endres betonte, dass diese Räumlichkeiten wirklich den Studierende gehörten. „Hier findet keine Lehre statt.“

Zur neuen Ausstattung gehört auch eine „kleine Cafeteria“ mit Esstischen und einer Mikrowelle, die auch außerhalb der Mensa-Öffnungszeiten zugänglich ist. Dort fand auch eine Kaffeemaschine Platz, die sich die Studierenden gewünscht hatten. Ihr oberstes Anliegen – ein Kicker – konnte aus Lärmgründen nicht in das neue Konzept aufgenommen werden.

Neu am Prüfeninger Standort ist außerdem ein Scale-Up-Raum, der sich von den ursprünglichen Strukturen eines Vorlesungsraums entfernt. Zur Ausstattung gehören weder ein Lehrpult noch Tische, die zur Tafel ausgerichtet sind. Stattdessen gibt es ein neues Zentrum, erklärt Dozent Martin Pohl. „Der Professor ist hier nur Gastgeber und die Studenten sind an ihren Lehrinsel der Mittelpunkt.“ Die Tischgruppen mit mehreren Stühlen herum sind jeweils mit einem Bildschirm ausgestattet, auf denen beispielsweise digitale Präsentationen zu sehen sind.

Selbstständiges Lernen an den neuen Tischinseln der OTH

Die Inhalte für die Vorlesungen bereiteten die Studierenden selbst vor. Vor Ort vertiefen sie die Themen selbstständig. Wenn Hilfestellung benötigt wird, steht Pohl bereit. Er ist der Ansicht, dass die Studierenden so viel intensiver und besser lernten, auch wenn mit diesem Konzept ein höherer Zeitaufwand verbunden sei.

Die neuen Räumlichkeiten sind zudem mit farblich passenden Möbel ausgestattet. Trotz Sanierungsarbeiten übernommen wurden einige Ausstattungsdetails, wie etwa hölzernen Wandschränke und vertäfelte Schauvitrinen.

Nach den Sanierungsarbeiten ist der Prüfeninger Campus nun barrierefrei. Diese Maßnahme sei zunehmend wichtiger geworden, da ein großer Anteil der Schwerbehinderten in den Gesundheitsstudiengänge verortet sei, erklärte Endres.

Damit das eindringende Regenwasser die sanierten Räume aber nicht wieder beschädige, müssen zeitnah einzelne Teile des Flachdachs und der Fassade saniert werden. Die Planung sei bereits angelaufen, sagt Endres. Noch stehe dieses Projekt aber am Anfang.