Schwandorfer freuen sich auf närrische Zeit – Ostbayerischer Faschingszug naht

Nur noch zwei Wochen sind es, bis der Ostbayerische Faschingsumzug am 8. Februar in Schwandorf steigt. Narren aus der ganzen Region bereiten sich seit Monaten eifrig auf das Großereignis vor. Auch manche lokale Persönlichkeit fiebert der Saison schon entgegen, andere sehen es entspannter.
Pfarrer Meier ist von Kindheit an ein leidenschaftlicher Faschingsgänger
Als er klein war, durfte er als Wagerlbub den Zug durch die Faschingshochburg Schnaittenbach begleiten. Später ging es bei ihm die gesamte Woche rund. „Da ist der Herr Meier jeden Abend zum Tanz“, erinnert er sich freudig. Als er vor fünf Jahren Pfarrer der Gemeinde Klardorf-Wiefelsdorf wurde, kehrte er in seine alte Faschingsheimat zurück. Er baute eine Gruppe von rund 100 Ministranten auf, die unter anderem nach dem Faschingsgottesdienst in Klardorf eine After Church Party veranstalten. Beides ist dieses Jahr am 15. Februar und alle sind eingeladen, verkleidet zu erscheinen.
Gemeinsam mit seinen Ministranten war Meier in den vergangenen Jahren in kreativen Kostümen auch beim Schnaittenbacher Umzug ein Hingucker – ob als Schlümpfe, Biene Maja oder 101 Dalmatiner. Heuer macht die bunte Truppe eine örtliche Ausnahme: Mit ihrem Wagen hat sie sich diesmal in der Großen Kreisstadt angemeldet. „Wenn es schon in Schwandorf ist, muss man dort auch teilnehmen“, findet Meier. Die neue Kostümidee: Super Mario und Luigi. Der Pfarrer wird natürlich wieder passend zum Motto glänzen – als was genau, verrät er allerdings noch nicht.
Friseurmeisterin Ria Achhammer ist wie immer mit Begeisterung dabei
Für die Grande Dame des Handwerks in Schwandorf sei Fasching eine „Pflichtsache“, erklärt Ria Achhammer. Früher ging sie in aufwendigen Verkleidungen von Astronaut über Harlekin bis zur Spanierin mit Perücke. „Ich war verrückt“, lacht sie, „aber das wissen ja schon alle, meine Untaten sind bekannt“. Inzwischen geht es die 82-Jährige ruhiger an und überlässt das Verkleiden anderen. Obwohl sie gesundheitlich angeschlagen ist, möchte Achhammer sich nichts entgehen lassen und den Umzug in Schwandorf auf jeden Fall anschauen. Den Friseursalon hat indes Kollegin Corinna Lorenz liebevoll farbig dekoriert. Am Faschingsdienstag wird man hier wieder mit Hütchen arbeiten und an die Kunden Krapfen ausgeben.

Stadtbrandmeister Roland Krettner ist ein gemäßigter Faschingsfan
In Sachen Fasching sieht sich Roland Krettner im guten Mittelfeld. Wie er erzählt, sei er weder ein „Hardcore-Fan“, noch ein Muffel. Den Ostbayerischen Umzug wird er begleiten, aber nicht als Teilnehmer, sondern in Dienstuniform. Als Teil des Führungsstabs trägt er Verantwortung für den Brandschutz des Zuges. So eine große Veranstaltung mit schätzungsweise 30 000 Besuchern, da müsse man schon mit etwa 40 Mann anrücken, erklärt er. Privat möchte Krettner den jährlichen Faschingsball nicht missen. Wie im Vorjahr wird er diesmal wieder als Hippie gehen. Mit Perücke, großer Brille und Stirnband freuen er und seine Frau sich über eine einfache und lustige Kostümidee.

Tierschützerin Jana Nießen weiß noch nicht, ob sie es dieses Jahr zum Umzug schafft
Sie mag Fasching „schon richtig gerne“ und geht normalerweise jedes Jahr hin. Allerdings stehe noch nicht fest, wann ihre kleinen Schützlinge sie im Tierheim brauchen werden. Überlegungen gab es, mit dem Tierschutzverein am Umzug teilzunehmen, doch das habe heuer planerisch nicht geklappt. Der stellvertretenden Vorsitzenden gefällt die Idee, Tierschutz und Fasching zu verbinden, weil das eigentlich eine gute „politische Message“ wäre, so die junge Bodenwöhrerin. Echte Tiere für den Umzug anzumelden, erlaube die Faschingsgesellschaft allerdings nicht und das sei auch aus ihrer Sicht fragwürdig. Ihre Liebe zu Tieren kann sie dafür in ihren Kostümen ausdrücken: Voriges Jahr ging sie als Einhorn und diesmal könnte es ein Dalmatiner werden.

Amtsgerichtsdirektorin Michaela Frauendorfer feiert lieber im Privaten
Normalerweise geht Michaela Frauendorfer in ihrer Heimatstadt Amberg zum Weiberfasching und verkleidet sich zum Beispiel als Hexe. Bei ihrer Arbeit im Schwandorfer Amtsgericht sei eine Verkleidung natürlich nicht üblich – aber nach Dienstschluss könne sich das auch einmal ändern, verrät sie. Voriges Jahr gab es erstmals eine kleine interne Feier mit Kollegen, von der eine Wiederholung nicht ausgeschlossen ist. Heuer soll wieder etwas Neues hinzukommen, denn die Richterin geht erstmals mit Freundinnen zum Schlaghosenball – dann heißt es: volle Flower Power voraus.

Künstlerin Marion Eschenbecher verbindet Persönliches mit der Festsaison
„Wir sind eigentlich eine Faschingsbeziehung“, erzählt sie über das Kennenlernen mit ihrem Mann: Am Rosenmontag habe es damals gefunkt. Später nähte sie mit Liebe Kostüme für ihre Kinder und verkleidete sich auch selbst regelmäßig. „Als der Ostbayerische Umzug vor 13 Jahren zuletzt in Schwandorf war, das war auch schön“, erinnert sie sich. Freunde und Familie waren dabei. Damals nahm Marion Eschenbecher noch im Fantasiekostüm mit aufgeklebten CDs teil. Dieses Jahr möchte sie mit ihrem selbst gebasteltem Hut von der Seitenlinie aus zusehen.

Schulleiter Johannes Werner macht dieses Jahr wenig „Faschingsbezogenes“
Wie er sagt, habe er sich „vor allem altersbedingt“ etwas zurückgezogen. Früher war er öfter auf Faschingsbällen oder Studentenpartys unterwegs und verkleidete sich etwa als Zauberer oder Pirat. Die vergangenen Saisons verbrachte er hingegen lieber mit seiner Familie in Südtirol auf der Piste. „Da war früher auch viel los“, erinnert er sich. Viele seien am Skihang verkleidet gewesen, heute sei das nicht mehr so. Nur noch wenige und jüngere Leute sehe man dort im Kostüm. Für die Schüler am Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium jedoch kein Grund zur Sorge: Die Faschingsparty ab der 5. Klasse wird auch in diesem Jahr wieder stattfinden.
Diese Umzüge sind die Höhepunkte im Landkreis Schwandorf
• Schwandorf: Sonntag, 8. Februar ab 13.13 Uhr, mit Party in der Oberpfalzhalle ab 16 Uhr
• Steinberg am See: Samstag, 14. Februar, ab 14 Uhr
• Stulln: Sonntag, 15. Februar, Start 13.30 Uhr
• Nittenau: Sonntag, 15. Februar, Beginn 14 Uhr
• Dietldorf: Sonntag, 15. Februar, Beginn 14 Uhr
• Fischbach: Dienstag, 17. Februar, ab 14.33 Uhr