Vom Geldinstitut zur Welt der Kunst: Marion Eschenbecher stellt in der Sparkasse Schwandorf aus

Dass Marion Eschenbecher in Ausstellungsvorbereitungen steckt, erkennt man unschwer, wenn man sie zu Hause besucht. Überall hängen, stehen und liegen ihre Bilder. Sie sortiert, was in der bevorstehenden Ausstellung „Farbengefühl“ hängen soll. Zu sehen sind ihre Werke in der Sparkasse in Schwandorf.
Das Malen beschäftigt sie schon seit ihrer Jugendzeit. Über Jahre nahm sie mit ihren beiden Kindern an der städtischen Ferienaktion „Malen im Park“ teil. Offensichtlich hat sie am meisten davon profitiert. Aber erst 2012, als die Kinder aus dem Haus waren, startete sie durch, besuchte Kurse und entwickelte ihre maltechnischen Ausdrucksmöglichkeiten. Wenn Marion Eschenbecher so von ihrem Leben und ihrer künstlerischen Entwicklung erzählt, kommt einem unwillkürlich der Begriff „bunte Vielfalt“ in den Sinn.
Künstlerin ist auch therapeutisch aktiv
Gelernt hat sie ursprünglich Zahnarzthelferin, hat dann aber lange Zeit bei der Sparkasse gearbeitet. Von 2016 bis 2018 absolvierte sie eine Ausbildung zur Kunsttherapeutin, was ihr in ihrem aktuellen Job im Sonderpädagogischen Förderzentrum in Ettmansdorf zugute kommt. Aber es nützt ihr auch bei ihrer kunsttherapeutischen Arbeit mit Senioren im Elisabethenheim in Schwandorf oder in Wackersdorf bei der Aktion „Mal Zeit für mich“.
In beiden Fällen gehe es um mehr als das Malen. Es gehe um das Selbstwertgefühl und um den Ausdruck, also die Möglichkeit, Inneres nach außen auf das Papier oder die Leinwand zu bringen, so Eschenbecher. Inzwischen hat sie noch eine Ausbildung zur Hospizbegleiterin gemacht. Das führte dazu, dass sie sich heuer an einer Ausstellung mit dem Titel „Hospiz ist bunt“ beteiligte.
Oft dienen Fotografien als Vorlage
In der Malerei ist es ähnlich: Thematisch ist sie breit aufgestellt. Immer wieder kommen Frauen, Pflanzen, Tiere, Kühe oder der Wald als Motive vor. Sie malt in der Regel figürlich. Als Vorlage dient ihr ein Foto, das sie in Schwarz-Weiß ausdruckt, um sich von den Farben nicht beeinflussen zu lassen. Nun aber hat sie einen Kurs in abstrakter Malerei besucht und gleich einmal einige entsprechende Bilder gemalt.
Bernhard, ihr Mann ist da eindeutig in seiner Einstellung: Damit kann er wenig anfangen. Er mag Bilder, auf denen das Motiv klar zu erkennen ist. Im Haus gibt es keine Flächen mehr, wo noch Bilder aufzuhängen wären, erzählt er mit einem Augenzwinkern, daher werde jetzt ausgelagert. Er habe auch schon Bilder in seinem Büro in der Sparkasse. Als die Tochter auszog, habe sie sich für die eigene Wohnung zehn Bilder der Mutter ausgesucht.
Familie steht hinter der Kunst
Die Familie steht hinter dem Engagement von Marion Eschenbecher. Den Gestaltungsprozess ihrer Bilder beschreibt sie als Herausforderung. Am Anfang wisse sie noch nicht, wie das Bild am Ende aussehen werde. Sie sieht es so: „Der Zufall darf mitwerkeln.“
Ihr Repertoire an Mal- und Gestaltungstechniken ist dabei umfangreich. Sie malt mit Acrylfarben, aber auch mit Öl oder Ölkreide, nutzt Spachtel und Strukturwalze oder setzt Elemente der Kollage ein. „Lady Korrosion“ entstand in Mischtechnik mit Rost. Lila, blau, rosa, Erdtöne, aber auch Neon sind Farben, die in ihren Bildern immer wieder auftauchen. Farbe und Form ergänzen sich. Ein kräftiger blauer Kuhschädel – Kuh Margarethe – ist bunt eingebettet. Ihr Motto: „Die Farbe hat mich. Sie hat mich für immer“.
Seit 2016 geht sie mit ihren Bildern auch an die Öffentlichkeit. Die erste Ausstellung fand in der Galerie M 17 am Marktplatz in Schwandorf statt. Ach ja, neben all dem hat sie auch noch Hobbys: Neben dem „Muss-Hobby“, dem Garten, singt sie in zwei Chören. Nur eines macht sie nicht, wie ihr Mann schmunzelnd anmerkt: Plätzchen backen.
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