Ob Bonsai, Bewässerungsring oder Feng Shui: Jedem Gartler ist etwas anderes wichtig

Der Frühling zeigt sich von seiner besten Seite, in vielen Gärten sprießen die Pflanzen, blühen die Blumen. Auch einige bekannte Schwandorfer sind bereits fleißig am Garteln haben ihre grünen Oasen aus dem Winterschlaf geweckt. Manch einer hat sogar wertvolle Tipps für Gartenliebhaber in petto.
Der Pfarrgarten von St. Jakob wurde früher ökonomisch betrieben, erzählt der Stadtpfarrer. So gab es bis in die 60er-Jahre eine Zufahrt über die Spitzwegstraße. Während dieser Zeit wurde das neue Pfarrhaus, in dem Christian Kalis lebt, gebaut. Das kann man heute noch an einem zugemauerten Einfahrtsbogen im Garten sehen. „Früher war es eine Art Selbstversorgerhof, mit Hennen und Kühen“, berichtet der Pfarrer.
Heute hegt und pflegt er noch zwei Apfelbäume und eine Zwetschge. „Am hinteren Apfelbaum finden sich acht verschiedene Sorten“, sagt Kalis. Und diese wachsen „wie im Paradies“. Veredelt wurde der Baum vom ehemaligen Gartenfachberater Erwin Heigl aus Schwandorf-Richt. Vergangenes Jahr fiel die Ernte jedoch eher schlecht aus. Zukünftig möchte der Geistliche gerne Apfelsaft und Kompott herstellen.
Im Pfarrgarten darf alles wachsen und gegossen werde ausschließlich mit dem gesammelten Regenwasser aus der Zisterne. In seiner Mittagspause oder am Abend genießt der Pfarrer, in seiner Hängematte, den schönen Blick auf den Kirchturm und auf das Storchennest. Kalis begrüßt auch alle Vögel in seinem Garten – die würden sich unter anderem um Schädlinge kümmern.
Altlandrat Hans Schuierer ist seit der Kindheit leidenschaftlicher Gärtner
Rund 2000 Quadratmeter Garten bewirtschaftet Hans Schuierer. Unterstützung bekommt der 93-Jährige dabei von seinem Sohn Max. An den Garten schließen noch rund 1000 Quadratmeter Wald an. Auf seinem Anwesen wachsen unter anderem Apfel-, Birn- und Kirschbäume. Damit diese genügend Wasser aufnehmen können, gräbt er mit seinem Sohn einen Bewässerungsring oder auch Baumscheibe genannt. Dabei wird die Erde rund um die Bäume aufgelockert. Aus den Äpfeln stellt er Kompott her. „Jeden Morgen kommen davon zwei Esslöffel in mein Müsli“, erzählt Schuierer.
Schon als Kind war der Altlandrat gern im Garten tätig. „Die Leidenschaft habe ich von meinen Eltern übernommen“, sagt der 93-Jährige. Auch für dieses Jahr hat Schuierer schon viele unterschiedliche Gemüsesorten ausgesät. Gerade wartet er darauf, dass die Radieschen reif werden.
Das Grundstück ist aber nicht nur für den Altlandrat eine Oase, sondern auch für die vielen Vögel. Sein Sohn hat 18Nistkästen angebracht, die von vielen Vögeln, aber auch von Eichhörnchen genutzt werden. Neben Singvögeln sind auch Grün- und Buntspechte zu sehen. Max Schuierer vermutet sogar, einen Schwarzspecht ab und an zu hören. „Ein Garten ist die schönste Freizeit, die man sich vorstellen kann, und ich genieße hier meinen Lebensabend“, sagt der Altlandrat.
Oberbürgermeister Andreas Feller genießt das eigene Gemüse
Bei Andreas Feller kümmert sich hauptsächlich seine Mutter Silvia um den Garten. Die 77-Jährige hat viele Gemüsesorten und Blumen gesät und eingepflanzt. In dem Hochbeet der Fellers wachsen neben Salat unter anderem auch Kohlrabi und Radieschen. Das Gemüse genießt die Familie gern als Salat oder zur Brotzeit.
„Die Blautanne ist so alt wie das Haus“, erzählt Feller über den 50 Jahre alten Baum auf dem Grundstück. Er sei der letzte, der nach dem Hausbau und Anbau geblieben ist. Zum Gießen wird Regenwasser benutzt. Gelegentlich wird laut Silvia Feller etwas gedüngt. „Ich liebe Blumen über alles und ich mag es, wenn der Garten schön bunt ist“, so die 77-Jährige.
Der Friseurmeisterin Ria Achhammer liegt Schwandorf zu Füßen
Einen anspruchsvollen Garten hat Ria Achhammer zu bewältigen. Wegen der Hanglage pflanzt die 81-Jährige auf zwei Ebenen Blumen. „Es ist mein persönliches Fitnessstudio“, erzählt sie. An der Gärtnerei Irrgang kommt sie nicht vorbei, dort überwintert sie auch ihre Exoten: Olivenbaum, Bananenstaude und Zitronenbaum. 2023 erntete sie über 40 Zitronen, die sie an ihre Freunde verschenkte. Dass ihre Pflanzen so gut gedeihen, könnte daran liegen, dass die Schwandorfin sie regelmäßig düngt.
Für die Ehrenkreishandwerksmeisterin ist der Garten ein Entspannungsort, auf der Terrasse oder dem Balkon sitzt sie gern. Von dem Balkon der 81-Jährigen hat man einen hervorragenden Blick über ganz Schwandorf. Außerdem beobachtet sie gern die Rehe, die sich fast täglich in ihrem Garten aufhalten. Ihr Liebling ist ein Bonsai, der bereits über 40 Jahre alt ist. Dieser benötigt eine besondere Pflege. Dafür engagiert die Friseurmeisterin einen Profi, der mit einer speziellen Zange den Baum zurechtschneidet.
Bauherr Matthias Simmel hat einen blühenden Garten zum Entspannen
Bei Familie Simmel kümmert sich ein Mähroboter namens Shawn darum, dass das Gras nicht zu hoch wird. Und ein paar mal im Jahr kommt eine Firma, die einen Grundschnitt macht. In zwei Hochbeeten wachsen Kräuter und Gemüse.
„Im Sommer liegen wir gern auf unserer Lounge“, sagt der 43-jährige Schwandorfer. Neben dem Chill-out-Bereich gibt es viel Platz für die zwei Kinder der Familie. Und durch einen Springbrunnen, der nach Feng Shui ausgerichtet ist, soll das Glück nicht ausgehen. „Der Garten ist so angelegt, dass immer etwas blüht“, erzählt Simmel. Und auch der Bauherr begrüßt in seinem Garten eine Vielzahl an Vögeln.





