Frühlingserwachen in Schwandorf: An Ostern sind Tausende Blüten aufgegangen

Von Hubert Heinzl · 1. April 2024 um 11:00

Zum Osterfest tauchen Zehntausende von Blumen Schwandorf in ein buntes Blütenmeer. An der Regensburger Straße leuchtet ein Flor in Gelb, und kleine Blumeninseln versehen die Industriestraße mit bunten Klecksen. Das Frühlingserwachen kostet die Stadt mehrere tausend Euro.

Schon im Oktober, noch vor dem ersten Frost, haben Franz Scharf vom Fachbereich Grünanlagen und ein gutes Dutzend weiterer Bauhofmitarbeiter die Zwiebeln gesetzt. Jetzt ernten sie den Lohn für ihre Arbeit: Aus den Knollen mit klingenden Namen wie „Love Day“ oder „Holland-Queen“ haben sich in den vergangenen Tagen Tausende von Blüten in allen Regenbogenfarben entwickelt – rote Tulpen, blaue Hyazinthen, weiß-gelbe Narzissen.

An den Ausfallstraßen der Stadt, aber beispielsweise auch im Umfeld der Adenauer-Brücke oder rund um den Kreuzberg werden die Zwiebeln längst maschinell gesetzt, wie Franz Scharf bei einem Ortstermin mit Oberbürgermeister Andreas Feller und Bauhofleiter Michael Uebel informierte. „Die Geräte, die dabei zum Einsatz kommen, schaffen theoretisch bis zu 5000 Stück in der Stunde“, erzählt Scharf. Aber natürlich kommt es auf das Gelände und seine Beschaffenheit an.

Fast wie bei einem Pflug

Trotzdem sind die Zahlen beeindruckend: Nach Angaben Scharfs wurden allein im vergangenen Jahr rund 35000 Blumenzwiebeln im Stadtgebiet mit Hilfe von Maschinen gesetzt. „Das funktioniert wie eine Art Pflug. Die Rasen-Soden werden gespalten, und aus einem Sieb fallen die Zwiebeln heraus. Wir müssen die Rasenstücke dann nur noch festtreten“, erklärt er den Ablauf.

Den Auftrag erledigten Fremdfirmen, die Stadt investierte 2023 etwas mehr als 7300Euro dafür. Immerhin 7850 Blumenzwiebeln wurden im selben Jahr aber auch in Handarbeit eingebracht – von den städtischen Gärtnern, aber auch den Gartenbauvereinen vor allem in den Ortsteilen.

Die Gartenfachleute bei der Stadt sorgen dafür, dass die Blumenpracht in Schwandorf möglichst lange und ohne Unterbrechungen vorhält. Saison ist laut Scharf von Februar, wenn sich die ersten Krokusse blicken lassen, bis Ende Juni. „Dann gehen die Spätblüher auf“, sagt der Herr der Grünanlagen. Noch später nimmt die Natur ihren Lauf: Blätter und Stengel verwelken und geben den Zwiebeln Kraft für das nächste Frühjahr. Sechs, sieben Jahre kann so ein Zyklus dauern – je nach Blumen- und Zwiebelmischung.

In der Innenstadt besondere Anstrengungen

Besondere Anstrengungen unternehmen die städtischen Bauhof-Mitarbeiter, um die Schwandorfer Innenstadt zu verschönern. Meist kurz vor Ostern werden laut Scharf die Blumentröge und Großgefäße im Stadtkern bepflanzt – mit Primeln, Märzenbechern und anderen Frühjahrsblühern.

Ab Mitte Mai folgen die Sommerblumen in Beeten, Trögen, Töpfen und Pyramiden, für deren Bepflanzung und Unterhalt eine Schwandorfer Gärtnerei zuständig ist. „Dieses Jahr sind für den Marktplatz drei zusätzliche Pyramiden vorgesehen“, informiert der Mann vom Bauhof. Wenn die Sommerblüher an die Reihe kommen, muss die Herbstbepflanzung, die bis dahin in den Trögen dominierte, weichen. Nachhaltigkeit wird dabei groß geschrieben. Denn meist handelt es sich um wiederverwertbare Stauden und Kleinsträucher, die in die öffentlichen Grünanlagen umgesetzt werden können.

Wasserspiele in der Allee

Ein weiteres Zeichen, dass das Frühjahr Einzug gehalten hat, sind übrigens die städtischen Springbrunnen. Die Brunnen am Marktplatz, am Adolph-Kolping-Platz und auch die neuen Wasserspiele in der komplett umgestalteten Grünanlage an der Kreuzbergallee sind inzwischen alle in Betrieb genommen worden.

Oberbürgermeister Andreas Feller dankte beim Ortstermin den Bauhof-Mitarbeitern für ihren Einsatz, aber auch den Gartenbau- und Ortsverschönerungsvereinen, die sich an der Pflege der Grünanlagen zum Teil mit großem Einsatz beteiligten. Der OB warb um Verständnis dafür, dass die Grünanlagen aus gärtnerischen Gründen nicht sofort nach der Blüte wieder gemäht werden könnten. Und während in der Innenstadt der parkähnliche Charakter der Grünanlagen dominiere, könnten diese „draußen eher naturnah“ gestaltet werden.

Bunter Blumen-Mix beim Kinderhaus „Lindenblüte“ Foto: Hubert Heinzl
Seit kurzem ist die Fontäne an der Grünanlage in der Kreuzbergalle wie die Brunnen an Markt- und Kolpingplatz in Betrieb. Foto: Hubert Heinzl
Diese Kaiserkrone findet sich an der Wackersdorfer Straße. Foto: Hubert Heinzl