Laden ist derzeit nicht: Ausfälle in Schwandorfs Innenstadt ärgern Nutzer von E-Autos

Gleich mehrere Ausfälle gibt es derzeit in der Schwandorfer Innenstadt: Gemeint sind dieses Mal nicht die Leerstände, sondern die Ladesäulen für Elektroautos. Wer sein E-Auto während des Einkaufens anstecken will, hat dazu aktuell kaum Gelegenheit. Denn gleich mehrere der öffentlichen Ladesäulen in der Innenstadt sind seit Wochen außer Betrieb – auch weil „sicherheitsrelevante Probleme“ bestehen.
Eigentlich ist das Netz an Ladesäulen in der Innenstadt etwas dichter als im restlichen Schwandorfer Stadtgebiet. Die Internetseite „Chargefinder“ listet beispielweise in den Parkhäusern in der Bahnhofstraße und der Naabuferstraße Ladepunkte auf. Außerdem gibt es öffentlich zugängliche Ladesäulen in der Klosterstraße, am Marktplatz und beim Rathaus.

Doch zuverlässig laden kann man in der Innenstadt derzeit eigentlich nur im Parkhaus beim Bahnhof. Die Ladesäule vorm Naabparkhaus ist wegen einer Baustelle momentan nicht erreichbar. Dort steht ein Kran. Und die Ladepunkte in der Klosterstraße, am Marktplatz und beim Rathaus sind aktuell von Ausfällen betroffen, wie eine Recherche der MZ zeigt.
Stadt Schwandorf meldete Ausfall bereits vor Weihnachten
Der Ladepunkt am Marktplatz vor dem Eingang zum Juwelier Meiller ist laut dem städtischen Pressesprecher Andreas Hofmeister bereits seit Anfang Dezember von einer Störung betroffen. Nur noch einer der beiden AC-Ladepunkte mit einer maximalen Ladeleistung von 22 Kilowatt (kW) könne genutzt werden. Die Stadt habe das Problem bereits vor Weihnachten gemeldet. „Da bislang keine Behebung erfolgt ist, wurde der Kundenservice vergangene Woche erneut kontaktiert. Der Stadt wurde eine zeitnahe Instandsetzung zugesagt“, berichtete Hofmeister auf Anfrage der MZ.
Der Betreiber der betroffenen Ladesäule am Marktplatz, die Bayernwerk-Tochter „energielösung GmbH“, bestätigte den Ausfall. Eine Sicherung sei gefallen. „Die Wiedereinsicherung ist bei unserem Servicepartner beauftragt und wird voraussichtlich noch im Januar erfolgen“, sagte Pressesprecherin Petula Hermansky. Vermutlich habe ein ladendes Fahrzeug den Ausfall ausgelöst. „Ursachen können ein defektes Ladekabel oder die Fahrzeugelektronik sein“, hieß es vonseiten der Betreiberfirma.
Um es ganz präzise zu machen: An den Ladestationen gibt es eine Materialermüdung im Bereich des Erdungsbandes.Martin Gottschalk, Rewag-Pressesprecher
Bei der Ladesäule in der Klosterstraße und am Rathaus-Parkplatz liegt laut dem städtischen Pressesprecher Hofmeister dagegen ein „sicherheitsrelevanter Defekt“ vor. Das bestätigte Martin Gottschalk, Sprecher der Rewag. Der Energieversorger betreibt die beiden Ladesäulen, die eine Ladeleistung von 22 kW pro Ladepunkt haben. „Um es ganz präzise zu machen: An den Ladestationen gibt es eine Materialermüdung im Bereich des Erdungsbandes“ erklärte der Pressesprecher. Die Deaktivierung der Ladestation sei aus Sicherheitsgründen unumgänglich. Das Problem bestehe seit Ende 2025.
Minusgrade verhindern Grabungsarbeiten in der Innenstadt
Gerne hätte die Rewag die Mängel bereits beseitigt. Dafür seien Baumaßnahmen notwendig, die laut Gottschalk eigentlich zum Jahresanfang über die Bühne hätten gehen sollen. „Da hier Grabungsarbeiten erfolgen müssen, haben die Minusgrade der letzten Tage und Wochen jedoch zu einer Verschiebung geführt. Sobald die Arbeiten möglich sind, werden sie umgehend durchgeführt“, betonte der Rewag-Pressesprecher.

Im Schwandorfer Rathaus hofft man, dass die Ladesäulen in der Innenstadt bald wieder wie gewohnt genutzt werden können. Die Verwaltung sieht die Ladeinfrastruktur grundsätzlich „auf einem zufriedenstellenden Ausbaustand“. Man beobachte die Entwicklung der Elektromobilität „aufmerksam, um bei Bedarf weitere Maßnahmen prüfen zu können“.
Auch wenn die Fahrer von Elektroautos in der Schwandorfer Innenstadt derzeit nur wenige „Zapfsäulen“ für ihre Gefährte finden, haben sie dennoch weiter einen Vorteil gegenüber den Nutzern von Verbrennern: In der Innenstadt dürfen sie mit ihrem Wagen kostenlos parken.