Urteil gefallen: Haftstrafen und Therapie für Zigarettenautomaten-Knacker in der Region

Drei Männer schlagen im Raum Regensburg und Riedenburg (Landkreis Kelheim) immer wieder brachial zu – das Landgericht schickt sie nun in Therapie. Erwischt wurden die Angeklagten nach einem misslungenen Coup in Beilngries (Landkreis Eichstätt). Nun gab es die Quittung vom Landgericht.
35 mit brachialer Gewalt geknackte Zigarettenautomaten hatten die Ermittler auf dem Zettel. In die Anklage gegen drei Männer fanden nur zehn dieser Fälle, die 2024 für einige Aufregung sorgten. Verurteilt wurden die Angeklagten letztlich vom Landgericht zu knapp unter vier Jahren wegen schweren Bandendiebstahls und Sachbeschädigung. Ein guter Teil der Vorwürfe wurde fallengelassen. Und die Männer kommen in Drogentherapie.
Vor Gericht stand das Trio aus Regensburg seit Ende September. Gut zehn Monate nachdem es bei Beilngries im Landkreis Eichstätt auf frischer Tat ertappt worden war. Den 42, 44 und 45 Jahre alten Männern wurde vorgeworfen, über Monate hinweg mit Flex und Brecheisen auf Diebestouren gegangen zu sein. Das Ziel war immer dasselbe: Zigarettenautomaten in ruhigen Straßen, die brachial von Wänden und Verankerungen gehebelt wurden. Danach ging es in entlegenere Wälder oder Wiesen, um Geld und Ware rauszuholen.
Mit Spezial-Equipment auf Beutetour
Dafür hatte sich die Bande professionell aufgestellt. Eine eigens für ihre Coups gebaute Holzrampe zum Verladen der rund 150 Kilogramm schweren Automaten hatte sie. Alternativ dazu wohl ein Plastikfass. Die Orte, an denen sie zuschlug, wurden ebenso vorab ausgekundschaftet wie die Stellen, an denen die Automaten dann geleert wurden. Zurück ließ sie nur die schwer beschädigten Geräte. Der Schaden an den Automaten wie auch Gebäuden summiert sich auf denselben Betrag, den die Angeklagten auch als Beute machten.
Wegen der Erkrankung eines Richters hatte die achte Strafkammer nach einer Verständigung mit Geständnis gleich zu Prozessbeginn dann improvisieren müssen. Statt im Oktober fiel das Urteil erst gestern. Es war – gemessen an dem, was die Ermittler zusammengetragen hatten – sogar recht milde. Drei Jahre und zehn Monate Gefängnis gab es jeweils für den 42 und 44 Jahre alten Mann. Drei Jahre und acht Monate waren es für den ältesten Angeklagten des Trios.
Es habe sich „zusammengeschlossen, um sich der Automaten zu bemächtigen“ und sich mit Zigaretten und Bargeld feste Einnahmen zu verschaffen. Der Modus Operandi, also wie die Täter ans Werk gingen, sei immer derselbe gewesen. Ihre Geständnisse wertet das Strafgericht zugunsten der Angeklagten. Es konnte diese Angaben verifizieren. DNA-Spuren und Handyauswertungen mit eindeutigen Chats hätten die Männer auch überführt.

Ein Teil der ursprünglichen Vorwürfe sei eingestellt worden, weil die Zahl der Taten am Ende für die Strafhöhe nicht maßgeblich ins Gewicht gefallen wäre, hieß es. Und nicht jede Tat jedem nachgewiesen werden konnte. Fakt ist aber: Das Trio hatte sich als Zigarettenautomaten-Knacker-Bande verabredet und wurde deshalb letztlich auch verurteilt. Bis auf einen waren alle Täter einschlägig schon vorbestraft.
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Zudem ordnete das Gericht Drogentherapien für alle drei Angeklagten an. Ihre Abhängigkeit von Drogen sei „Triebfeder für die Taten gewesen“, begründete Vorsitzender Richter Schirmbeck die Entscheidung. Bis auf den Jüngsten im Trio dürften deren Tage in Haft gezählt sein. Für einen Entzug, der bei allen auf 24 Monate tariert wurde, dürfen sie in eine Klinik anstatt im Gefängnis zu sitzen. Die Zeit in Therapie wird ihnen angerechnet.
Berufsverbrecher auf der Anklagebank
Für den 42-Jährigen, der mit 14 Vorstrafen getrost als Berufsverbrecher bezeichnet werden kann, gilt das allerdings nicht. Er hat aus einer vorherigen Verurteilung eine Reststrafe abzusitzen. Auch da ging es um schweren Bandendiebstahl und verschwundenes Kupfer von Baustellen. Er war bei den neuerlichen Taten gerade erst wieder frei gewesen.