Zigarettenautomaten mit Gewalt ausgeräubert – Gibt es einen Deal für die Knacker-Bande?

Der Prozess gegen ein Trio, das 2024 in Stadt und Landkreis Regensburg zugeschlagen haben soll, startet mit Schweigen. Hinter den Kulissen hat das Gericht den Männern aber nun ein Angebot gemacht, falls sie gestehen. Dafür haben sie nun Bedenkzeit erhalten.
Mit brachialer Gewalt soll ein Trio im vergangenen Jahr im Raum Regensburg Zigarettenautomaten geknackt haben. Auf frischer Tat gingen sie den Ermittlern am 6. November ins Netz – mit der Beute des letzten Coups auf der Ladefläche. Seit Freitag wird ihnen wegen schweren Bandendiebstahls der Prozess gemacht. Da ließen die Männer mit Wurzeln in Osteuropa ihre Anwälte für sich sprechen. Die handelten einen Deal aus, der alle Automatenknacker gut vier Jahre in Haft bringen könnte.
Quer durch die ganze Region sollen die 42 bis 45 Jahre alten Angeklagten unterwegs gewesen sein. Über Monate hinweg, wie der Staatsanwalt vorliest: Pettendorf, Sinzing, Tegernheim, Alteglofsheim, mehrfach Regensburg und zuletzt Riedenburg und Beilngries. Laut Ermittlern waren sie in wechselnder Besetzung unterwegs, nutzten neben Flex und Brecheisen auch eine eigens zusammen gezimmerte Holz-Rampe zum Verladen der rund 150 Kilo schweren Automaten. Weil sie wenig zimperlich beim Leeren der Geräte vorgingen, summieren sich Beute- und Sachschaden auf mehrere zehntausend Euro, so die Anklageschrift.
Auch Bruder eines Angeklagten im Visier
Vor dem Landgericht gab es für zumindest einen der Angeklagten ein Déjà-vu – der Vorsitzende der achten Strafkammer saß ihm vor gut zwei Jahren in einem anderen Gerichtssaal als Staatsanwalt gegenüber. Denn der 42-Jährige ist alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Im Verfahren 2023 ging es um schweren Bandendiebstahl – da aber war es Kupferklau von Baustellen. Weitere Parallele: Sein Bruder, der damals auch verurteilt wurde, gilt im aktuellen Fall wieder als einer der Mitbeschuldigten. Gegen ihn wird aber gesondert ermittelt.
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So milde wie vor zwei Jahren dürfte die Sache diesmal allerdings nicht ausgehen. Obgleich das Gericht dem Trio ein Angebot machte. Sollten sie alles gestehen, drohen ihnen zwischen drei Jahren und acht Monaten bis vier Jahre und vier Monate. Im Rechtsgespräch hatten sich Verteidiger und Anklage zunächst nicht einigen können. Der Staatsanwalt hatte nicht unter fünf Jahre gefordert, war dann aber mit dem Strafmaßrahmen doch einverstanden.
Machen die Angeklagten reinen Tisch?
Ob alle drei Zigarettenautomaten-Knacker reinen Tisch machen, blieb offen. Das Gericht gab ihnen Bedenkzeit bis 6. Oktober. Sollten sie den Deal annehmen, könnte es doch ein recht kurzer Prozess werden. Das Landgericht hat mit Verhandlungstagen bis Ende Oktober geplant.