Strafe für Automatenknacker-Bande rückt trotz Deals in weite Ferne

Von André Baumgarten · 30. Oktober 2025 um 15:00

Das angeklagtes Trio hat bereits gestanden, reihenweise Zigarettenautomaten in der Region geknackt zu haben – mit Flex und brachialer Gewalt waren sie in und um Regensburg, in Riedenburg und Beilngries am Werk. Und trotzdem müssen die Männer wohl bis 2026 auf ihr Urteil warten. Das sind die Gründe für die Verzögerung.

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Eigentlich sollte das Urteil im Fall der Automatenknacker-Bande gestern fallen. Trotz Deals und Geständnissen ist das aber in weite Ferne gerückt. Händeringend sucht das Landgericht nach weiteren Terminen. Ein Ende im Prozess um brachial aufgebrochene Zigarettenautomaten quer durch Stadt und Landkreise wird es erst im neuen Jahr geben.

Über Monate hinweg hatte das angeklagte Trio 2024 Automaten in Pettendorf, Sinzing, Tegernheim, Alteglofsheim, Regensburg sowie zuletzt in Riedenburg und Beilngries im Visier. So lautet die Anklage. Was die Ermittler zusammengetragen haben, gaben die 42 bis 45 Jahre alten Männer nach anfänglichem Schweigen zu. Zuvor hatte das Gericht Strafen von etwa vier Jahren in Aussicht gestellt. Weitere Vorwürfe gegen einen 44-Jährigen wurden eingestellt – sie waren letztlich nicht so gravierend.

Spezielle Holzrampe für den Abtransport der heißen Ware

Die Angeklagten gingen äußerst professionell vor: Mit Flex und Brecheisen wurden die Automaten mit roher Gewalt entfernt, um sie in nahegelegenen, ruhigen Waldstücken plündern zu können. Es gab sogar eine eigens gebaute Holzrampe zum Verladen der 150 Kilo schweren Automaten. Der Beute- und Sachschaden, den das Trio bei seinen Raubzügen hinterließ, beläuft sich auf mehrere zehntausend Euro.

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Was nach den Geständnissen nach einem schnellen Prozess aussah, könnte sich nun bis ins neue Jahr hineinziehen. Das Programm, das die achte Strafkammer eigentlich vorgesehen hatte, scheiterte durch die kurzfristige Erkrankung eines Richters. Die Gutachter, die wegen der Drogensucht aller drei Angeklagten über eine Unterbringung im Maßregelvollzug berichten sollten, mussten umgeladen werden. Deren frühester freier Termin war jedoch Mitte Dezember.

Die Angeklagten haben über die Verteidiger Geständnisse abgelegt. Zuvor war ein Deal ausgehandelt worden. - Foto: Baumgarten

Wie Dr. Bitta Wankerl, stellvertretende Sprecherin am Regensburger Landgericht, bestätigte, wird diese Zeit mit kurzen Überbrückungsterminen gefüllt. Hintergrund: Eine Hauptverhandlung darf nur einen Monat lang unterbrochen werden, wenn zuvor schon mindestens zehn Prozesstermine stattgefunden haben. Das war hier jedoch nicht der Fall. Ob am 15. Dezember tatsächlich die Gutachter angehört werden, ist aufgrund von Terminkollisionen trotz der sechs Verteidiger weiterhin offen.

Urteilsverkündung erst am 7. Januar oder noch später?

Kurz vor Weihnachten soll in jedem Fall mit einem weiteren Schiebetermin gearbeitet werden. Plädoyers und das Urteil könnten dann am 7. Januar gehalten und verkündet werden. Dies ist jedoch nach dem letzten Stand nicht absolut sicher. Angesichts der zu erwartenden Strafe von maximal vier Jahren und zwei Monaten ist dies jedoch nicht so gravierend.