Geständnisse bringen der Regensburger Kupferbande milde Urteile

Von André Baumgarten · 23. Juli 2023 um 11:00

Sie stahlen nachts, was Bauarbeiter tagsüber eingebaut hatten – nun ist die Kupferbande Geschichte. Das Regensburger Landgericht verurteilte sechs Männer zu Haftstrafen und gewährte teils Bewährung.

Wegen schweren Bandendiebstahls hat das Regensburger Landgericht am Freitag sechs Männer zu Gefängnisstrafen verurteilt. 2022 hatten die Angeklagten auf Baustellen in und um die Domstadt tonnenweise Kupfer sowie Werkzeuge gestohlen. In Haft bleibt nach dem Urteil vorerst nur der Kopf der Bande.

Im Prozess hatten die Männer im Alter von 29 bis 40 Jahren früh umfassend gestanden. Die fünfte Strafkammer unter dem Vorsitz von Richter Thomas Zenger hatte allen Mitgliedern der Kupfer-Bande zuvor Höchststrafen in Aussicht gestellt. Es kam zu Deals, die eine ansonsten vermutlich aufwendige Beweisaufnahme „schlanker und schneller machte“, wie Zenger im Urteil betonte.

Bandenchef bekam die höchste Strafe

Sechs der 17 Fälle, die die Kripo ursprünglich zusammengetragen hatte, wurden nach einigen Rechtsgesprächen eingestellt. Der Kopf der Bande, ein 29-Jähriger aus Regensburg, bekam für 14 Fälle die höchste Strafe. Er hatte eines der Lager bereitgestellt, wo die erbeuteten Kabel verarbeitet wurden.

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Bei professionell organisierten Einbrüchen zwischen Februar und Mai 2022 gingen die Täter rigoros vor: Was Bauarbeiter tagsüber verbauten, wurde über Nacht mit teils brachialer Gewalt aus den Wänden vieler Neubauten herausgerissen.

Zwei Komplizen des 29-Jährigen erhielten zwei Jahre und acht sowie zwei Jahre und neun Monate. Die 35 und 40 Jahre alten Angeklagten kamen noch am Freitag auf freien Fuß – das Landgericht setzten die beiden Haftbefehle gegen sie außer Vollzug. Sie müssen aber ihre Ausweise bei der Staatsanwaltschaft abgeben und sich zweimal wöchentlich bei der Polizei melden. Außerdem ordnete die fünfte Strafkammer für sie und den Drahtzieher als Maßregel eine Entzugstherapie an.

Drei Angeklagte bekamen Bewährungsstrafen

Drei weitere Angeklagte, die in Regensburg und im Landkreis Schwandorf leben, kamen mit eineinhalb bis zwei Jahren auf Bewährung davon. Sie waren bereits auf freien Fuß, die Haftbefehle gegen sie wurden nun endgültig aufgehoben.