Schnellerer Prozess: Die Kupfer-Diebe von Regensburg haben gestanden

Der Prozess gegen die Bande, die 2022 Baustellen in und um Regensburg heimsuchte, könnte doch früher als gedacht enden. Alle sechs Angeklagten haben gestanden und Deals mit dem Landgericht gemacht.
Im Prozess gegen mutmaßliche Kupfer-Diebe gab es am Dienstag sechs Geständnisse. Die Männer sollen von Baustellen in und um Regensburg Tonnen von Kupfer und Werkzeuge gestohlen haben.
Die fünfte Strafkammer hatte den 29 bis 40 Jahre alten Männern zuvor Deals angeboten – für schweren Bandendiebstahl sowie Sachbeschädigung erwarten sie nun zwischen eineinhalb und dreieinhalb Jahre Gefängnis. Um den Prozess nach den Geständnissen nicht unnötig in die Länge zu ziehen, wurde ein Teil der angeklagten Vorwürfe eingestellt.
Mehr als 300.000 Euro Beute
Die Männer sollten laut Anklage mehr als 310.000 Euro Beute gemacht haben. Professionell organisiert soll die mutmaßliche Bande von Februar bis Mai 2022 auf Baustellen das wertvolles Buntmetall entwendet haben. Dabei sollen sie mit brachialer Gewalt vorgegangen sein: Was tagsüber mühsam einbaut worden war, sollen die Angeklagten über Nacht teils wieder aus den Wänden und Kabelkanälen gerissen haben.
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Abgesehen hatten sie es laut den Ermittlern vor allem auf Neubaugebiete – wie etwa im Regensburger Kasernenviertel. Auf einer Großbaustelle verschwanden allein hier mindestens sieben Kilometer Kupferkabel im Wert von 80.000 Euro. Zugeschlagen hatten die Männer laut der Anklage nicht nur hier sogar in mehreren Nächten nacheinander.
Landgericht bietet alle Kupfer-Dieben Deals an
Nach zähen Verhandlungen hinter verschlossenen Türen und Absprachen zwischen den Verteidigern blieben am Ende noch elf von 17 Fällen, die die Regensburger Kripo zusammengetragen hatte. Nach den ersten vier Deals entschlossen sich auch die Hauptangeklagten zu Geständnissen. Die zwei 29 und 35 Jahre alten Männer sollen die Köpfe der Kupfer-Bande gewesen sein.
Sie räumten damit ein, die Mietautos für die Einbrüche organisiert und zudem Lagerflächen in Obertraubling, in Regenstauf und in Regensburg bereitgestellt zu haben. Diese nutzten die Angeklagten, um die Isolierungen der erbeuteten Kabel zu entfernen. Teils geschah das aber auch schon an den Tatorten.
Über die Kennzeichen der Mietwagen kamen die Ermittler den Kupfer-Dieben wohl auf die Schliche – im Sommer schlug die Kriminalpolizei bei einer ersten Razzia zu und fand mehrere Abisolier- und Schneidemaschinen. Vier der Personen kamen in U-Haft. Das schien die Komplizen nicht zu beeindrucken: Erst nach einem zweiten Zugriff Ende August endete die Diebstahlserie. Zwei weitere Männer wurden dann verhaftet und angeklagt.
Schlussbericht der Kripo wird vor Gericht verlesen
Die Beweisaufnahme könnte kürzer ausfallen als vermutet: Vorsitzender Richter Thomas Zenger griff eine Anregung von Strafverteidiger Jan Bockemühl auf, den Schlussbericht der Ermittler zu verlesen und diese nur ergänzend zu hören. Außerdem setzte das Gericht gestern drei Haftbefehle unter Auflagen sofort außer Vollzug.
