Bürgerversammlung richtet Blick auf viele Großprojekte in Roding

Von Oliver Hausladen · 20. November 2025 um 15:00

In Roding rührt sich einiges: Der Neubau einer neuen Grundschule, der Ausbau des Radwege-Netzes, die anstehende Kommunalwahl und die Revitalisierung des Platzer-Stadls waren nur einige der vielen Themen, die Bürgermeisterin Alexandra Riedl am Mittwochabend bei der Bürgerversammlung ansprach.

An die 70 Interessierte waren dazu in die Stadthalle gekommen und hatten einige Anfragen – die Stimmung war aber grundsätzlich positiv.

Rund 70 Interessierte waren zur Bürgerversammlung in die Stadthalle gekommen. - Foto: Reinhard Schreiner

■ Neubau Grundschule

Ein Mega-Projekt, das den Haushalt der Stadt in den kommenden Jahren prägen wird, ist der Neubau einer Grundschule mit schulvorbereitender Einrichtung, Zweifachturnhalle und Kinderhaus im Südosten der Stadt an der Schorndorfer Straße. Das Vorhaben sei zwingend nötig, da die Grund- und Mittelschule Roding, die größte ihrer Art in der ganzen Oberpfalz, aus allen Nähten platze und eine Erweiterung am Standort nicht mehr möglich ist, erläuterte Riedl: „Es kann nicht unser Anspruch sein, Kinder in Containern zu unterrichten“, so die Rathaus-Chefin.

Sie betonte dabei aber, dass die Mittelschule entgegen anders lautender Gerüchte dort bleibe, wo sie ist, nach dem Neubau der Grundschule (derzeit sind zwölf Klassen geplant) könnten dort auch weitere Fachräume ausgewiesen werden.

Ebenso nötig, auch für die Sportvereine in der Stadt, sei der Neubau einer Zweifachturnhalle, die außerhalb der Unterrichtszeiten auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen wird. Der immer mehr steigende Bedarf nach Kinderbetreuungsplätzen erfordere auch den Bau eines neuen Kinderhauses mit bisher geplanten zwei Krippen- und einer Kindergartengruppe. Das 1,5 Hektar große Areal biete die Möglichkeit, alles an einem Ort zu realisieren, erläuterte Riedl.

Grundschule: Spatenstich im Frühjahr 2027 geplant

Gerechnet wird mit Kosten in Höhe von 37 Millionen Euro, wobei die Stadt inklusive Sondertöpfen von einer Förderung in Höhe von 82,5 Prozent ausgeht. Allerdings werde die Kommune teilweise zwischenfinanzieren müssen, weil die Zuschüsse meist erst ein Jahr später kommen, sagte Riedl. Dafür soll einen Kredit aufgenommen werden, der zurückgezahlt wird, wenn die Fördermittel da sind.

Der Baubeginn ist für Frühjahr 2027 anvisiert, die Fertigstellung zum Schuljahr 2029/2030 geplant. Gebaut wird in einem Abschnitt, sagte Riedl, was Zeit und Kosten sparen würde. Wie die Zufahrt für Busse und Autos gestaltet werden könne, werde derzeit ausgearbeitet, antwortete Riedl auf eine Frage aus dem Publikum.

Radwegebau

Alexandra Riedl stellte den Bürgern zahlreiche Projekte in Roding vor. - Foto: Reinhard Schreiner

Im kommenden Frühjahr soll der Bau des Radwegs von Strahlfeld über Langwald nach Pösing beginnen und auch 2026 noch fertig werden, kündigte Riedl an. Sie freue sich, dass viele Grundstückseigentümer sich bereiterklärt haben, Flächen abzugeben oder zu tauschen, so dass dieses interkommunale Projekt nun realisiert wird. Ebenso gebaut werden soll im kommenden Jahr ein Radweg zwischen Mitterdorf-Bahnhof und Oberkreith. Noch nicht absehbar seien dagegen die Realisierungen der Verbindungen zwischen Bahnhof und Geh- und Radwegbrücke Mitterdorf, Roding und Schorndorf sowie in der Schulstraße: In allen Fällen werde noch nach einer möglichen Trasse gesucht, auf der Radwege sinnvoll verwirklicht werden könnten.

Finanzwirtschaft

Der H aushalt ür das kommende Jahr werde gerade aufgestellt und solle in der Dezember-Sitzung im Stadtrat beschlossen werden, informierte Riedl. Obwohl in den Jahren von 2026 bis 2029 65,37 Millionen Euro an Investitionen geplant seien, werde der Schuldenstand weiter sinken, sobald die Kredite für den Neubau der Grundschule zurückgezahlt sind. Aufgrund der positiven finanziellen Entwicklung werde die Stadt wohl künftig keine Stabilisierungshilfe mehr erhalten.

■ Kommunalwahl

Am Sonntag, 8. März, werden in Roding Bürgermeister, Stadtrat sowie auch Landrat und Kreistag gewählt. Riedl sagte, dass noch Wahlhelfer gesucht werden. Diese könnten sich unter wahlhelfer@roding.de bei der Stadt melden.

■ Kommunale Wärmeplanung

Die Stadt sei verpflichtet, bis 2027 eine kommunale Wärmeplanung aufzustellen, erläuterte die Bürgermeisterin. Diese werde von der Firma Luxgreen Climadesign aus Regensburg durchgeführt, wobei die Stadt eine Förderung von 95 Prozent bei den Kosten erhalte. Für Bürger soll es Anfang des kommenden Jahres einen Workshop geben, kündigte die Rathaus-Chefin an. „Die Ergebnisse der Studie verpflichten weder die Kommune noch die Bürger, diese auch umzusetzen“, stellte Riedl heraus.

■ Windkraft

Georg Urban brachte sich unter anderem in die Windkraft-Diskussion ein. - Foto: Reinhard Schreiner

Dass sich die Stadt an dem von den Regionalwerken geplanten Bau von bis zu 14 Windrädern im Landkreis finanziell mit 1,453 Millionen Euro beteiligt, hatte schon im Stadtrat für Diskussionen gesorgt, auch bei der Bürgerversammlung zeigten sich einige Teilnehmer nicht unbedingt begeistert von den Plänen. „Wir wollen einen Fuß in der Tür haben, wenn das Projekt realisiert wird und wir so in Zukunft regionalen sowie günstigen Strom für die Firmen vor Ort anbieten können“, sagte Riedl, auch wenn noch einige Fragen offen seien.

■ Breitbandausbau

Die Kommune habe keine Handhabe, wenn mehrere Mobilfunkanbieter wie Vodafone und Telekom gleichzeitig an einem Ort tätig seien und nicht zusammenarbeiten würden, sagte Riedl. Den Frust darüber könne sie nachvollziehen, „uns sind da aber die Hände gebunden.“

■ Platzerstadl

Seit dem Teilabriss 1994 habe der Platzerstadl mit seiner Folie einen Schandfleck in der Stadt dargestellt, nun habe die Revitalisierung aber endlich beginnen können, sagte Riedl, die in diesem Zusammenhang dem Burschenverein dankte, der viel Eigenleistung einbringe. Von den Kosten in Höhe von 445 000 Euro würden 80 Prozent gefördert. Bis Ende des Jahres würden noch die Stahlbauteile der Fassade kommen, bevor es dann im Frühjahr weitergehe. In der Winterpause sei auch wieder eine Folie als Abdeckung und Schutz nötig, „ich verspreche aber, dass die dieses Mal nicht lange bleibt“, erläuterte die Bürgermeisterin mit einem Schmunzeln. Bis zum Nordgautag vom 16. bis 19. Juli 2026 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

■ Bahnhof Neubäu

Adolf Gleixner wollte wissen, wie es mit dem Bahnhofsgebäude in Neubäu weitergeht. - Foto: Reinhard Schreiner

Am Bahnhof in Neubäu errichtet die Deutsche Bahn derzeit einen zweiten Bahnsteig, die Bauarbeiten kommen gut voran. Danach wird der Landkreis eine Treppenanlage als Zugang erstellen, die Städtischen Betriebe sind für einen neuen Park-and-Ride-Parkplatz zuständig. In diesem Zusammenhang fragte Adolf Gleixner, wie der Stand beim Gebäude sei, das verfalle und seit Jahren einen Schandfleck darstelle. „Wir haben mehrmals versucht, das Gebäude zu erwerben“, antwortete Riedl, jedoch sei es zunächst nicht einmal möglich gewesen, mit dem Eigentümer zu kommunizieren. Als dies dann gelang, schien auch eine Einigung nahe, doch ließ dieser dann einen Notartermin platzen. Seitdem tue sich nichts mehr. „Wir können ihn nicht enteignen“, sagte die Rathaus-Chefin, so dass nun um das Gebäude herum geplant und gebaut werden müsse. Dies sei nicht die optimale Lösung, ist ihr klar, „aber es geht nicht anders“.

■ Kagerstraße

Alexander Tag fragte nach weiteren Ansiedlungen an der Kagerstraße. - Foto: Reinhard Schreiner

Alexander Tag fragte nach, wie es mit weiteren Ansiedlungen an der Kagerstraße neben dem McDonalds aussehe und ob dort auch etwas für die Jugend entstehen könne. Mömax habe nach wie vor Interesse an einer Ansiedlung, sagte Riedl dazu, auch seien in dem Gebiet eine Disco oder ein Café möglich, jedoch habe sich bisher kein Interessent gefunden.

■ Gasthäuser Platzer und Kerscher

Eine weitere Frage aus dem Publikum war, wie es mit den ehemaligen Gasthäusern Platzer und Kerscher in der Altstadt weitergehe, welche die Stadt gekauft hat. Es seien immer wieder Interessenten da, so Riedl, deshalb werde die Kommune derzeit keine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben.