Rodinger Burschen unter bewährter Führung – Projekt „Platzer-Stadl“ schreitet voran

Von Reinhard Schreiner · 10. November 2025 um 05:00

Mit den Neuwahlen und dem Projekt „Platzer-Stadl“ standen bei der Generalversammlung der Rodinger Burschen am vergangenen Freitag im Haus der Pfarrgemeinde zwei wichtige Themen auf der zehn Punkte umfassenden Tagesordnung. Vorsitzender Michael Heuberger freute sich über den vollen Pfarrsaal sowie die Anwesenheit von Bürgermeisterin Alexandra Riedl und ihren Stellvertretern Dr. Reinhold Schoierer und Alfred Stuiber.

Derzeit könne der Verein nach acht Austritten, sechs Todesfällen und 14 Neuaufnahmen auf 384 Mitglieder, von denen heute „erfreulicherweise weit über 100 anwesend“ sind, verweisen, bemerkte Heuberger eingangs. „Der volle Saal zeugt vom großen Zusammenhalt bei euch und ihr seid nicht mehr aus dem Stadtgebiet und dem Vereinsleben wegzudenken“, lobte die Bürgermeister und hob auch die Pflege der Tradition hervor.

Sie dankte für die Manpower und das Gehirnschmalz, die in das Projekt „Platzer-Stadl“ gesteckt werden. Man könne stolz sein, es gemeinsam umsetzen zu können, auch durch die tolle Förderkulisse, was auch die Kasse des Vereins positiv zu spüren bekomme. Nach dem Gedenken an die verstorbenen Mitglieder und dem Essen aus der Festküche Haberzeth legte Vorstand Heuberger einen Rechenschaftsbericht vor.

„Rafft euch wieder auf“

Anfang 2025 standen vor allem die Besuche der Faschingsbälle an. Der eigene Ball war samt Einlage wieder ein Highlight und Ballkönigin Johanna Kerscher war Feuer und Flamme für ihr Amt. Die 66 Seiten umfassende Faschingszeitung fand sehr guten Absatz, dafür waren aber der Kehraus und die Beerdigung des Prinzen Karneval schlecht besucht. Heuberger warb mit „rafft euch wieder auf“ für mehr Interesse für diese beiden Termine. Frühlingsfest in Bad Kötzting und Maibaumschmücken folgten wie Gründungsfest der Weißbierfreunde, Pfingsthochzeit und Erlanger Bergkirchweih. Johannifeuer und Volksfest schlossen sich an, ebenso die Gerätehauseinweihung der FFW Altenkreith und das Straubinger Gäubodenfest. Heuberger dankte allen Unterstützern, „egal ob mit helfenden Händen oder einem ordentlichen Durst“. Sein Dank galt auch den Mitgliedern der Vorstandschaft für das unermüdliche Engagement. „Ohne euch wäre dieses Jahr nicht so besonders geworden. Bursch Horn.“

Bei zwei Treffen mit der Stadt und dem Architekten Brunner, sei der Baubeginn besprochen worden, informierte Heuberger zum aktuellen Stand des „Platzer-Stadls“. Für die Nutzungsvereinbarung des Interkommunalen Entwicklungskonzeptes (IEK) konnten mit den „Stockenfelser Bierfreunde“ und der „Faschingsgesellschaft Allotria Nittenau“ zwei kompetente Vereine gewonnen werden und ermöglicht für das Kooperationsprojekt eine Förderung von 80 Prozent.

Bisher 385 Stunden Arbeit in Eigenleistung

Ende August folgte der offizielle Spatenstich bzw. Hammerschlag, mit Baustart am 30. August. Bislang kam es zu Arbeitseinsätzen an sechs Samstagen, mit durchschnittlich sieben bis 13 aktiven Burschen. Das Kellergeschoss wurde ausgeräumt, der Teerkork rausgehauen, beim Abbruch mitgeholfen und Klinkersteine geputzt. Die letzten Teile der Klinkermauer sind noch abzubrechen und die Steine zu putzen, die wegen ihrer feuchteregulierenden Eigenschaften als Kelleroden verwendet werden sollen. „Mit einer Plane wird über die Wintermonate für Schutz vor Witterungseinflüssen für die neuen „Burschenheimat“ gesorgt, ehe im März die Fassade montiert wird“, gab sich Gerd Lehner vorsichtig optimistisch, der die bisherigen 385 Stunden Eigenleistung des Burschenvereins illustriert aufzeigte. Auch hinsichtlich der Baukosten gab er sich zuversichtlich, dass sie nicht überschritten werden und dankte Stadt, Bauamt und Bauhof für die Unterstützung. Zum Nordgautag (16. bis 19. Juli) soll die Maßnahme abgeschlossen sein. Der Dank galt auch allen unterstützenden Firmen: Zimmerei Ruhland sorgte für den Rückbau der Folie und die Teilung des Daches. Firma Hans Meier Unterlintach für Container und Big Packs sowie Abrissarbeiten mit dem Bagger. Otto Biber für Gerüstbereitstellung. Firma Koller für Abrissarbeiten mit dem Bagger sowie Lehner Gartenbau für das Deponieren der Klinkersteine. Baufirma Lausser für Baumeisterarbeiten.

Einen extra Dank richtete Heuberger an Florian Brunner vom Architekturbüro quadrat45° für die Baustellenkoordination zusammen mit den Bauleitern Gerd Lehner und Fritz Heimerl.

Hinsichtlich der Finanzen berichtete Schatzmeister Johannes Hornauer von einem sehr guten Vereinsjahr, bis auf den Steuerbescheid für das Jubiläumsfest 2023. Nach der Entlastung der Vorstandschaft übernahmen Alfred Wittmann und Bruno Mayer die Neuwahlen. Bis auf kleine Veränderungen bei den Beisitzern bekam die bisherige Vorstandschaft wieder das Vertrauen ausgesprochen.

Mitglieder geehrt

Die aus der Vorstandschaft ausgeschiedenen Mitglieder Florian Naglschmidt, Julius Hölzl und Marco Loy wurden mit Urkunden bedacht. Für ihre langjährige Mitgliedschaft wurden Markus Siebenhandl und Alexander Bucher (30 Jahre), Thomas Schegerer und Markus Lehner (40 Jahre) und Ernst Todt für 50 Jahre geehrt.

Ausgeschiedene Vorstandschaftsmitglieder und langjährige Mitglieder wurden geehrt. - Foto: Reinhard Schreiner

Hinsichtlich der immensen Kosten für den Rosenmontagsball kam die Anregung an die Vorstandschaft, die Einnahmen und Ausgaben zu überdenken.

Die Vorstandschaft

Vorsitzender: Michael Heuberger, stellvertretender Vorsitzender: Manuel Glück, Kassier: Johannes Hornauer, Schriftführer: Lukas Schäffer, Beisitzer: Max Fleischmann, Alexander Dieß, Johannes Kerscher, Markus Schuy, Tobias Lugauer, Kassenprüfer: Gerd Lehner und Rudolf Heinz

Die Führungs-Crew des Rodinger Burschenvereins mit Bürgermeisterin Riedl - Foto: Reinhard Schreiner