„Jeder kann in die Situation kommen, eine Organspende zu brauchen“

Von Oliver Hausladen · 7. November 2025 um 05:00

Jeder kann von einem Moment auf den anderen in die Situation kommen, eine Organspende zu brauchen, sagt Wolfgang Rießelmann vom Gesundheitsamt Cham.

Doch während in Deutschland knapp 8300 Menschen auf einer Warteliste stehen, wurden bundesweit im vergangenen Jahr nur 953 Bürger gezählt, die insgesamt 2855 Organe spendeten. „Mit diesen Zahlen sind wir in Europa weit hinten“, so Rießelmann.

Bis zum 21. November zu sehen

Um daran etwas zu ändern und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie wichtig das Thema ist und, dass anderen Menschen mit einer Organspende das Leben gerettet werden kann, hat er eine Wanderausstellung in den Landkreis Cham geholt, die von jetzt an bis zum 21. November zu den normalen Öffnungszeiten im Rodinger Rathaus zu sehen ist. Die Ausstellung umfasst zehn Roll-Ups, die persönliche Schicksale darstellen. „Das wichtigste Argument für die Organspende ist das Wertvollste, was ein Mensch besitzt – das Leben“, erläutert Rießelmann, der im Gesundheitsamt im Sozialdienst arbeitet und auch für die Gesundheitsprävention zuständig ist.

Um das Thema im Landkreis Cham greifbarer zu machen, hat sich Rießelmann auf die Suche nach einer Ausstellung gemacht und wurde in Ostfriesland fündig. Im Internet stieß er auf den Verein „Organtransplantierte Ostfriesland“, der für einen Aktionstag im Juni in Regensburg und darüber hinaus die Wanderausstellung mit dem Titel „Organspende für das Leben“ zur Verfügung stellte. Seither war sie schon in Berufs-, Real- und Fachoberschule in Cham sowie im ehemaligen Kaufhaus Reitmeier in Waldmünchen, dem Modehaus Frey in Cham sowie dem Modehaus Gardner in Bad Kötzting zu sehen.

Spenderausweise liegen bereit

Nun ist sie im Rodinger Rathaus aufgestellt. „Wir wollen an viele Orte im Landkreis, die gut frequentiert sind“, erläutert Rießelmann. Neben der Ausstellung gibt es auch Informationsbroschüren zum Thema, ebenso kann ein Organspende-Ausweis gleich mitgenommen werden.

„Wir freuen uns sehr, dass die Ausstellung in Roding zu Gast ist, weil es ein sehr wichtiges Thema ist“, sagte Bürgermeisterin Alexandra Riedl. Jeder könne und solle sich selbst entscheiden, wie er zum Thema Organspende steht, dazu sei es wichtig, gut informiert zu sein. Sie hofft, dass sich viele Rathaus-Besucher die Zeit nehmen und sich die Ausstellung anschauen.