Vom Platzerstadl bis zum neuen Dorfeingang: Interkommunale Projekte vorgestellt

Die Revitalisierung des Platzerstadls in Roding, die Neugestaltung des westlichen Ortseingangs von Walderbach und des Regenufers in Reichenbach sowie der Abbruch eines maroden Bestandsgebäudes auf der Angerinsel in Nittenau – nur einige Projekte, die im Zuge des Interkommunalen Entwicklungskonzeptes der ARGE Regental umgesetzt werden konnten oder gerade laufen.
Am Donnerstag trafen sich die Bürgermeister der beteiligten Gemeinden im Rodinger Rathaus mit Projektleiterin Natalie Weber vom Büro DSK, um über das Erreichte zu berichten und neue Projekte vorzustellen.
Vor etwa einem Jahr wurde in den Gremien der vier Kommunen Reichenbach, Walderbach, Roding und Nittenau (ARGE Regental) das gemeinsame interkommunale Entwicklungskonzept (IEK) verabschiedet.
Überregionale Strahlkraft
Im Maßnahmenkatalog sind insgesamt rund 25 Leitprojekte beschrieben, die in den nächsten Jahren weiterentwickelt und umgesetzt werden sollen. Wichtig für die Förderung ist dabei, dass die Projekte auch eine überregionale Strahlkraft haben, wie Weber erklärte. Die Vertreter der Kommunen dieser Allianz treffen sich regelmäßig, um ich über die laufenden und geplante Projekte auszutauschen sowie über neue Ideen zu diskutieren. Mit dem Fördergeber ist abgestimmt, dass der Maßnahmenkatalog des IEK nicht statisch zu sehen ist, sondern angepasst und ergänzt werden kann, so die Projektleiterin.
Erhöhter Fördersatz
Auch wenn der Prozess langfristig angelegt ist (man geht in der Regel von einem Umsetzungshorizont von zehn bis 15 Jahren aus), gebe es bereits nach einem Jahr sichtbare Erfolge in den Kommunen. So konnte in Roding nach Jahrzehnten des Stillstands im August der Spatenstich für ein ehrgeiziges Projekt gefeiert werden: Gefördert mit Mitteln des Städtebauprogramms „Lebendige Zentren“ und einem von 60 auf 80 Prozent erhöhten Fördersatz saniert die Stadt Roding als Eigentümerin und Bauherrin Hand in Hand mit dem Burschenverein als zukünftigen Pächter den Platzerstadl, der lange als Schandfleck in der Altstadt galt.
Künftig wird dort der Burschenverein seine neue Heimat finden, auch Ausstellungsräume wird es geben. Der Platzerstadl wird zudem anderen Vereinen aus den Kommunen gemäß dem gemeinsam entwickelten Nutzungskonzept offenstehen. „Durch die erhöhte Förderung war es möglich, dieses wichtige Projekt endlich in Angriff zu nehmen“, freut sich Bürgermeisterin Alexandra Riedl über das Beispiel. Für zukünftige Maßnahmen und Entwicklungen auf kommunaler Ebene in Roding wird aktuell das Intergrierte Kommunale Entwicklungskonzept (ISEK) aus dem Jahr 2014 evaluiert und neu aufgestellt, erste konkrete Projekte sollen bald im Stadtrat vorgestellt werden.
Neue Aussichtsplattform
Auch in den anderen Kommunen der Allianz konnte im Rahmen des IEK-Konzepts einiges bewegt werden. So wurde in Walderbach die Neugestaltung des westlichen Ortseingangs mit dem Bau eines Geh- und Radwegs in Verbindung mit einem öffentlichen Parkplatz inklusive Grünflächen realisiert. Die neue Aussichtsplattform mit Blick unter anderem auf den die Kommunen verbindenden Regen, das Kloster und nach Reichenbach erfreue sich größter Beliebtheit, berichtete Bürgermeister Michael Schwarzfischer. Ergänzend zum interkommunalen Konzept wurde 2024 auf kommunaler Ebene eine städtebauliche Untersuchung als Fördervoraussetzung zukünftiger Maßnahmen, die nur den Ort betreffen, durchgeführt.
In Walderbach solle sich noch einiges tun in den kommenden Jahren, kündigte Schwarzfischer an, etwa die Neugestaltung des Dorfplatzes mit Gastronomie oder der Umbau des Alten Rathauses zu einem „Haus der Vereine“. „Ohne den erhöhten Fördersatz wären solche Projekte nicht umsetzbar,“ betonte Schwarzfischer, da die Gemeinde durch ihre Pflichtaufgaben finanziell sehr gebunden sei, „das interkommunale Konzept ist daher eine gute Sache.“
Regenufer umgestaltet
Dem stimmte auch Bürgermeister Eduard Hochmuth aus Reichenbach zu. In seiner Gemeinde wurde im vergangenen Jahr die Neugestaltung des Regenufers fertiggestellt. Die unterschiedlich gestalteten Flachwasserzonen und der naturnahe Spielplatz locken viele Besucher an, berichtet Hochmuth, einige nähmen sogar einen längere Anreise in Kauf. Was den Rathaus-Chef besonders freut: Es habe bisher nur positive Rückmeldungen auf die Neugestaltung gegeben. Für die Zukunft wünscht sich Hochmuth unter anderem den weiteren Ausbau der Radweg-Verbindungen.
Ohne den erhöhten Fördersatz wären solche Projekte nicht umsetzbar.Walderbachs Bürgermeister Michael Schwarzfischer
In Nittenau konnte mit dem Abbruch der maroden Bestandsgebäude auf der Anger-rinsel ein erster Umsetzungsschritt in Richtung Neugestaltung der zwischen den beiden Flussläufen des Regens gelegenen Flächen als attraktiver Erlebnis- und Freizeitraum geschaffen werden, sagte Bürgermeister Benjamin Boml. Für 2026 ist zudem, wie aktuell auch in Roding, eine Aktualisierung des kommunalen ISEK geplant.
Noch einiges zu tun
In den kommenden Jahren gäbe es für die Allianz noch einiges zu tun, waren sich die Teilnehmer des Treffens einig. Allerdings müsse sich die mögliche Umsetzungsgeschwindigkeit der geplanten Maßnahmen auch immer an den finanziellen Spielräumen der Kommunen orientieren.
Rodings Bürgermeisterin Riedl betonte, dass neben konkreten Maßnahmen auch Allgemeineres mitbedacht werde, um in einem Förderrahmen zu sein, sollte sich die Chance ergeben, Projekte umzusetzen, die bisher noch nicht absehbar seien.