Tauziehen um Regensburger Kaufhof: Stadt hatte Zugang – So sieht es innen aus

Lichtblick am Neupfarrplatz? Rund um den leerstehenden Kaufhof-Koloss im Herzen von Regensburg gibt es gleich mehrere Neuigkeiten, die zumindest vorsichtig optimistisch stimmen könnten.
Auf MZ-Anfrage bestätigte die Verwaltung nun erstmals: Ja, Mitarbeiter der Stadt konnten den Kaufhof inzwischen betreten und von innen unter die Lupe nehmen. Lange war der Riesen-Leerstand eine Art Black Box. Ende Januar wollten Mitglieder der Verwaltung das Gebäude erstmals betreten. Ein Termin stand bereits – doch ein Vertreter der Gebäudebesitzer sagte im letzten Moment ab.
„Keine großen Überraschungen“ beim Besuch der Stadt im Regensburger Kaufhof
Nun scheint etwas Licht ins Dunkle zu kommen. Stadtsprecherin Juliane von Roenne-Styra teilt auf Anfrage mit: „Ja, am 30. Juni 2025 hatten Vertreter der Stadt Zugang zur Immobilie.“ Sie spricht von einer „Handvoll Teilnehmer“, die den Komplex in „überschaubarer Dauer“ besichtigen durften. Daher sei nur „eine erste grobe Abschätzung“ möglich. „Dies ersetzt naturgemäß keine tiefergehende Begutachtung“, betont die Stadtsprecherin.
Bei der Begehung Ende Juni habe es „keine großen Überraschungen gegeben“, teilt die Stadtsprecherin weiter mit. „Gebäude und Technik entsprechen dem zu erwartenden, damaligen Stand der Technik und einer jahrzehntelangen Nutzung als Großkaufhaus, wie zuletzt durch Galeria Kaufhof.“
Nach Provokationen: Kaufhof-Gespräche inzwischen wohl deutlich professioneller
Die Stadt konnte den Kaufhof also inzwischen betreten. Ein weiteres Zeichen dafür, dass sich die Verhandlungen um den Koloss am Neupfarrplatz professionalisieren? Mit Blick auf Geschehnisse in der Vergangenheit scheint es fast so: Anfang des Jahres werden Pläne für ein islamisches Kulturkaufhaus publik und unmittelbar vor einer entscheidenden Sitzung des Stadtrats taucht ein „Happy Ramadan“-Plakat an dem Gebäude auf.
Seit einigen Monaten sieht es so aus, als wären die Besitzer des Kaufhofes an ernsthaften Verhandlungen interessiert. Anfang August machten MZ-Recherchen publik, dass der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch für die Besitzerseite über die Kaufhof-Zukunft verhandelt. Nur Tage zuvor war öffentlich geworden, dass der Verkauf an eine angebliche Investorengruppe geplatzt war.
Kaufhof am Regensburger Neupfarrplatz: Stadt will Zwischennutzung – aber Besitzer muss liefern
Nur: Was ist der Stand der Verhandlungen? Zum Leerstands-Jubiläum im Sommer hatte die Stadt betont, auf eine Zwischennutzung für den Kaufhof am Neupfarrplatz hinzuarbeiten. Spruchreif scheint allerdings nichts zu sein. Stadtsprecherin von Roenne-Styra betont nun: „Eine zukunftsfähige Entwicklung des Standorts ist zunächst Aufgabe der Eigentümer.“ Und weiter: „Wir stehen regelmäßig in Kontakt mit den Verhandlungspartnern.“ Sobald konkrete Ergebnisse aus etwaigen Erwerbsverhandlungen vorliegen, werde man Stadtrat und Öffentlichkeit unverzüglich informieren.
Einstweilen zieht es die Stadt allerdings vor, keine konkreten Antworten zu geben. Auf die Frage, ob der Verwaltung ein Kaufangebot für die Immobilie vorliegt, heißt es von Stadtsprecherin von Roenne-Styra nur: „Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass zum jetzigen Zeitpunkt zu konkreten Inhalten der Gespräche keine Stellung genommen werden kann.“ Das heißt weder Ja – noch heißt es Nein.
Christkindlmarkt am Neupfarrplatz: Regensburger Oberbürgermeisterin darf in den Kaufhof – Christkindl und Nikolaus auch dabei
Kurzum: Es bleibt spannend, wie es mit dem Riesen-Leerstand im Herzen der Stadt weitergeht. Klar ist: Schon bald wird Noch-Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer das Gebäude betreten. Wie die Stadt auf Nachfrage bestätigt, wird der Christkindlmarkt am Neupfarrplatz vom Balkon der Alten Wache aus eröffnet. Um dorthin zu kommen, müssen OB nebst Christkindl und Nikolaus durch den Kaufhof. Das scheidende Stadtoberhaupt habe sich persönlich dafür eingesetzt, dass das klappt, heißt es von Seiten der Verwaltung.
Darüber hinaus darf die Stadt die Schaufenster rund um den Kaufhof neu gestalten. Das teilte Maltz-Schwarzfischer am Ende der jüngsten Sitzung des Wirtschaftsausschusses des Stadtrates mit. An den ehemaligen Schaufenstern wurden im vergangenen Sommer Bilder aus der jüngeren Historie der Domstadt ausgestellt. Das fand durchaus Anklang bei Besuchern der Altstadt – allerdings auch bei Sprayern. Auf vielen der Schaufenster prangen Graffitis. Was dort hinkommt, verriet die OB allerdings nicht.
Darüber hinaus machte Maltz-Schwarzfischer eine mysteriöse Andeutung. „Alles Weitere ist noch nicht öffentlich spruchreif.“ Heißt das, dass es nicht öffentlich tatsächlich Neuigkeiten gibt? Ein Lichtblick gar? Das bleibt abzuwarten.