„Kulturelle Innovation“: Aus dem Regensburger Kaufhof soll ein Islamisches Kulturzentrum werden

Was wird aus dem ehemaligen Kaufhof am Neupfarrplatz? Diese Frage beschäftigt Regensburg seit Jahren. Kurz vor Weihnachten kam die überraschende Nachricht: Eine Investoren-Gruppe hat das Gebäude gekauft. Der MZ ist es gelungen, Kontakt zu Rami Haddad aufzunehmen. Er ist der Sprecher der Investoren. Per Mail schildert er, was die Gruppe vorhat: ein Islamisches Kulturzentrum.
Die Antworten des Schreibens haben wir ins Deutsche übersetzt.
• Das sagt Rami Haddad zu den Käufern des Gebäudes:
Das Gebäude wurde von einer internationalen Gruppe von Investoren erworben, die eine gemeinsame Leidenschaft für kulturelle Innovation und gemeinschaftsorientierte Konzepte teilen. Während ich keine detaillierten persönlichen Informationen über die Beteiligten bereitstellen kann, kann ich bestätigen, dass die Gruppe auch Vertreter aus Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten umfasst, was eine wirklich einzigartige und interkulturelle Zusammenarbeit widerspiegelt.
• ... zu seiner eigenen Rolle in dem Projekt:
In diesem Projekt vertrete ich die strategische Vision und die Kapitalinteressen der Investoren. Mein Fokus liegt darauf, die unterschiedlichen Perspektiven zu harmonisieren und den langfristigen Erfolg dieser Initiative sicherzustellen. Wie man in unserer Tradition sagt: Eine Karawane zieht nur dann weiter, wenn jedes Kamel seinen Weg kennt.
• ... zur Beteiligung von Investoren aus Israel:
Wie erwähnt, ist ein israelischer Stakeholder Teil der Investorengruppe und arbeitet Seite an Seite mit seinen Partnern. Diese Zusammenarbeit symbolisiert eine breitere Bewegung hin zu Einheit und gemeinsamer Zielsetzung in Wirtschaft und Kultur.
• ... zum künftigen Zweck des Gebäudes:
Die Vision für das Gebäude ist ambitioniert, aber realistisch: Es soll ein lebendiges islamisches Kultur- und Einkaufszentrum entstehen. Es wird eine vielseitige Mischung aus Einzelhandelsangeboten bieten, von traditionellen Geschäften wie Metzgern und Friseuren bis hin zu modernen Unternehmen. Zudem werden kulturelle und Veranstaltungsräume als Zentren für Gemeinschaftsaktivitäten dienen.
• ... zur Vision für das Kulturzentrum:
Das Zentrum soll eine Art „Majlis“ werden – ein Treffpunkt, an dem Tradition und Moderne aufeinandertreffen und Dialoge florieren. Workshops, Ausstellungen und Feiern von Kunst und Erbe sollen dieser Vision Leben einhauchen.
• ... zur Frage, ob es sich um eine religiöse Institution handelt:
Auch wenn das Zentrum seine kulturellen Wurzeln würdigt, ist es nicht ausschließlich eine religiöse Institution. Sein Auftrag ist breiter gefasst: Es soll als Brücke dienen, die unterschiedliche Traditionen und Perspektiven verbindet.
• ... zum Konzept des Einkaufszentrums:
Das Shop-in-Shop-Konzept wurde entwickelt, um die dynamische Energie eines orientalischen Basars nachzubilden. Die Mieter reichen von kuratierten kleinen Unternehmen bis hin zu Untermietern mit einzigartigen Angeboten. Stellen Sie sich vor, der Duft von frisch gebrühtem Kaffee vermischt sich mit dem Aroma von Gewürzen, alles unter einer Dachterrasse mit Shisha-Bar und Panoramablick.
• ... zur Einzigartigkeit des Projekts:
Dieses Projekt ist ein Phönix für die Innenstadt, der Einzelhandel, Kultur und Gastronomie verbindet, um eine ganzheitliche und dynamische Umgebung zu schaffen. Regensburgs reiche Geschichte unterstreicht die Bedeutung solcher Initiativen: Regensburg war eine der reichsten Städte im mittelalterlichen Deutschland, vor allem aufgrund seines Handels mit Venedig. Ironischerweise trug dieser Wohlstand später zu einem Niedergang bei, da die Stadt Schwierigkeiten hatte, sich in den folgenden Jahrhunderten zu modernisieren.
• ... zur Frage nach zukünftigen Projekten:
Die Umsetzung des Projekts hängt nur noch von Formalitäten wie dem gesetzlichen Vorkaufsrecht der Stadt ab. Wir sind zuversichtlich, wie geplant fortzufahren, da die Stadt kein Interesse am Erwerb des Gebäudes gezeigt hat. Wir betrachten diese Initiative als Vorreiter, mit Plänen, ihren Erfolg in anderen Städten zu replizieren.
• ... zu Erfahrungen mit ähnlichen Projekten:
Unser Team hat seine Expertise durch ähnliche Projekte im Nahen Osten geschärft, indem es kulturelle Sensibilität mit kommerzieller Tragfähigkeit kombiniert.
• ... zu kulturellen und sozialen Brücken:
Das Zentrum möchte durch Veranstaltungen, Dialoge und ein immersives Kulturerlebnis Verständnis fördern und alle einladen, den Reichtum der Vielfalt zu entdecken.
• ... zur Geschichte hinter dem Erwerb des Gebäudes:
Die Verhandlungen über dieses Grundstück begannen vor mehreren Jahren, wurden jedoch durch Verzögerungen behindert, was zunächst zu einem erfolglosen Ergebnis führte. Die Gelegenheit ergab sich jedoch erneut, als Kaufhof schloss und die Stadt Regensburg ihre eigenen Diskussionen über die Immobilie abschloss. Das Zeitfenster war kurz, und die Transaktion schritt dann zügig voran, sodass wir das Gebäude schließlich sichern konnten.