Emilia und Felix: So heißen die Regensburger Babys des Jahres 2024

Klassische Vornamen sind bei den Regensburgern am beliebtesten: Felix, Leon und Maximilian liegen bei Jungs vorne, Emilia, Emma und Anna bei Mädchen. Ein Phänomen ist in Regensburg völlig unterrepräsentiert.
Gemeinhin sagt man ja, man könne an den Namen für Neugeborene vieles über eine Gesellschaft ablesen. Insofern scheinen wir in den vergangenen Jahren konservativer geworden zu sein. Denn auch in Regensburg beherrschen klassische Vornamen für Neugeborene das Ranking: Felix bei Jungs – 50 Babys wurden von ihren Eltern im abgelaufenen Jahr so genannt – und Emilia bei Mädchen. 39 Mal wurde dieser Name vergeben.
Nur noch einen Vorname üblich
Für genau 4599 Neugeborene registrierte das Standesamt Regensburg einen oder mehrere Vornamen. Der Trend geht dabei eher dazu, dem Kind zu geben – vielleicht eine Entwicklung, die damit zu tun hat, dass die Zahl der Taufen eher sinkt.
Denn zumindest in katholischen Gegenden war es über Jahrhunderte üblich, dem Kind den Namen des Taufpaten als zweiten Vornamen mitzugeben. Zwei Vornamen haben heuer lediglich 1765 Kinder. Zum Vergleich: Im Jahr 2022 waren es bei etwas weniger Neugeborenen – 4715 Kinder wurden damals im Standesamt registriert – noch fast 1900 Kinder mit zwei Vornamen. Auch die Zahl der Eltern, die ihren Kindern gleich mehrere Vornamen mitgeben fürs Leben, sinkt. 2024 waren es noch 234 (2022: 287). 15 Kinder tragen nun gleich mehr als drei Vornamen (2022 waren das 20). Fünf Regensburger Neugeborene haben sogar fünf Vornamen mit in die Wiege bekommen.
Mohammed ist relativ selten
Auffällig schon seit Jahren: Eltern geben auch in Regensburg ihren Kindern immer häufiger männliche Vornamen, die nur aus einer Silbe bestehen. Paul, Leo, Max und Finn etwa: Alles Namen, die unter den Top 20 der beliebtesten Vornamen stehen. Auch auffällig: Regensburg hat eine Bevölkerung, in der etwa ein Viertel Migrationshintergrund hat.
Und dennoch ist in Regensburg ein Phänomen völlig unterrepräsentiert: In Berlin lautete der beliebteste Vorname eines Jungen Mohammed, gefolgt von Liam und Henry. In Regensburg landet der Vorname Mohammed weit hinten: Lediglich vier Kinder wurden so genannt, weitere vier Kinder hören nun auf den Rufnamen Muhammad.
Menschen aus allen möglichen Kontinenten
Dass exotische Namen für Neugeborene also von bestimmten Kreisen herangezogen werden, um auf eine angebliche Überfremdung hinzuweisen, gilt für Regensburg zumindest insofern nicht. Aber natürlich lässt sich an der Liste der Namen auch ablesen, dass in Regensburg Menschen aus allen möglichen Kontinenten leben.
Die Liste der Vornamen der Regensburger Neugeborenen ist dann auch geprägt vom Einfluss aus dem Nahen Osten, aus dem viele Menschen in den vergangenen Jahren nach Deutschland und in die Domstadt eingewandert sind. So finden sich bei Mädchen etwa Aiša, Amira, Zeynep, Inaya, Layla oder Soraya. Bei den Jungen nannten ihre Eltern sie heuer etwa Amir, Rayan, Younes, Tarek oder Zayn.
Doppelnamen seltener
Seltener geworden sind Doppelnamen als erste Vornamen. Bei den Jungen war heuer beispielsweise ein Rafael-Andrei dabei, ein Nelio-Alexandru, ein Milan-David, ein Leonard-Luis, ein Mathias-Ionel, ein Josua-Bogdan, ein Finley-Nicklas, ein Finn-Emilio sowie ein Ryan-Gabriel und ein Danalie-Jonny. Ein Junge wurde gar auf den ersten Vornamen Ioan-Mihail-Nicolae getauft. Bei den Mädchen eine Naomi-Alina sowie eine Fatmata-Jarieu, eine Dalia-Ella und eine Delia-Alya, eine Antonia-Andreea und eine Alicia-Aaliyah.
Natürlich gibt es auch heuer wieder exotische Vornamen in der langen Liste. Manche orientieren sich dabei an Prominenten: Ein Mädchen hat beispielsweise den Namen Lilibeth bekommen. Das ist der Kosename von Queen Elizabeth gewesen, nachdem Prinz Henry und seine Frau Meghan ihre Tochter benannt haben.
Zion, Neo und Floki
Serien, beispielsweise vom Streamingdienst Netflix, beeinflussten auch heuer wieder Eltern in Regensburg wohl eher in untergeordnetem Maße. Zwar kamen weibliche Vornamen wie Elly oder Ellie vor. Die Hauptdarstellerin in Stranger Things („Eleven“) wurde so genannt. Und auch zahlreiche Mikes und Lucas werden genannt. Doch zumeist dürfte es sich um Zufälle handeln, dass diese Namen nun auch bei uns beliebt geworden sind.
Eher exotisch dürfte allerdings der Vorname Zion sein. Ein Junge heißt mit erstem Vornamen so. Der Berg Zion in Jerusalem ist ein Sehnsuchtsort für gleich mehrere Weltreligionen. Neo ist zwischenzeitlich schon fast ein Klassiker. Der Name erinnert natürlich auch an Keanu Reeves in Matrix. Ein Floki kommt vor, das ist eine Abwandlung der germanischen Gottheit Loki und bezieht sich auf die nordische Mythologie. Auch heuer ist also alles dabei.
Die Top-Namen
Das waren in Regensburg 2024 die häufigsten Namen für Jungen:
Felix (50 Nennungen)
Leon (48 Nennungen)
Maximilian (47 Nennungen)
Lukas (42 Nennungen)
Anton (39 Nennungen)
Elias (37 Nennungen)
Jakob (35 Nennungen)
Jonas (35 Nennungen)
Paul (35 Nennungen)
Ludwig (33 Nennungen)
Leo (29 Nennungen)
Luis (29 Nennungen)
Theo (27 Nennungen)
Raphael (25 Nennungen)
Max (24 Nennungen)
Matteo (23 Nennungen)
Julian (22 Nennungen)
Luca (21 Nennungen)
Noah (21 Nennungen)
Finn (20 Nennungen)
Das waren in Regensburg 2024 die häufigsten Namen für Mädchen:
Emilia (39 Nennungen)
Emma (34 Nennungen)
Anna (32 Nennungen)
Lea (31 Nennungen)
Lena (30 Nennungen)
Antonia (28 Nennungen)
Leonie (28 Nennungen)
Marie (27 Nennungen)
Sophia (26 Nennungen)
Leni (23 Nennungen)
Ida (22 Nennungen)
Luisa (22 Nennungen)
Marlene (22 Nennungen)
Mia (22 Nennungen)
Mila (22 Nennungen)
Ella (20 Nennungen)
Theresa (20 Nennungen)
Amelie (19 Nennungen)
Charlotte (19 Nennungen)
Lina (19 Nennungen)