Einzelhandels-Karussell dreht sich: Im Herzen von Regensburg entsteht Feinschmecker-Mekka

Von Philip Hell · 15. August 2025 um 09:00

Im Herzen der Regensburger Altstadt tut sich ordentlich was: Gleich drei neue Geschäfte werden bald eröffnen – alle richten sich an ein Feinschmecker-Publikum. Die Sache hat allerdings einen Haken: In zentraler Lage entsteht durch die Rochade ein Leerstand in Regensburg.

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Der Tee-Spezialist Sonnentor wird Mitte September in das Wiedamannhaus in der Brückstraße ziehen. Das bestätigte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage. Bislang residierte die österreichische Firma in der Spiegelgasse unweit des Neupfarrplatzes. Die Flächen stehen ab Anfang September nun leer. Hintergrund für den Umzug ist dem Sprecher zufolge, dass in der Spiegelgasse viele Nebenflächen ungenutzt geblieben seien. „Deshalb waren wir auf der Suche nach einem Geschäftslokal mit kleinerer Fläche.“ Der neue Standort sei „wunderbar“. Die Brückstraße sei das Einfallstor in die Altstadt. Das Wiedamannhaus, in das im Herbst auch eine Reihe von Künstlern einziehen soll, sei „eines der historisch wertvollsten Gebäude in der Regensburger Altstadt“, betont der Sprecher. Das Unternehmen sei seit 2011 in Regensburg und habe jährlich kontinuierlich die Umsätze steigern können. Die einzige Ausnahme, so der Sprecher, war das Corona-Jahr 2020.

Tee und Gewürze in der Regensburger Altstadt

Unmittelbar neben dem Sonnentor-Store wird die Gewürz-Kette „Violas’“ ebenfalls in das Wiedamannhaus einziehen. Die Eheleute Nancy und Maximilian Betschart aus Regensburg werden in dem Feinkostgeschäft ab dem 11. September Gewürze und Delikatessen verkaufen, sagen sie der MZ. Das Franchise stammt ursprünglich aus Hamburg und hat 25 Filialen in ganz Deutschland. „Für den Standort haben wir uns sehr bewusst entschieden. Über die Steinerne Brücke verliefen früher wichtige Fernhandelswege, sicher waren auch Gewürze dabei“, sagt Betschart. Heute sei die Brückstraße eine stark frequentierte Fußgängerachse der Altstadt. Es sei ein idealer Ort, um Genusskultur erlebbar zu machen. „Violas’“ richtet sich dabei an Hobbyköche und Feinschmecker, sagen die Betscharts. „Das Angebot umfasst nicht nur Gewürze und Gewürzmischungen, sondern auch ausgefallene Essige, Öle, Reis- und Pastasorten.“ Damit will das Unternehmerpaar aus Regensburg auch einen Beitrag zur Belebung der Altstadt leisten.

Unmittelbar gegenüber der beiden neuen Läden im Wiedamannhaus hat im Juli das „Vini“ eröffnet. Eine Bar, die sich auf verschiedene Weinsorten spezialisiert hat.

„Gewürzmühle“ hat in der Goliathstraße eröffnet

Ein paar Schritte weiter und einmal um die Ecke verkauft seit wenigen Tagen die „Gewürzmühle“ – der Name lässt es erahnen – ebenfalls Gewürze. Die Fläche stand seit vergangenem August leer. Zuvor residierte dort ein Laden, der nach Promi-Koch Alfons Schuhbeck benannt war und Gewürze verkaufte. Die neuen Mieter stammen aus Rosenheim, bei der Regensburger Filiale handelt es sich um die sechste in Bayern. „Wir sind eine Manufaktur, arbeiten sehr handwerklich und rösten, malen und mischen die Gewürze selbst“, sagt Simon Mendel, Betreiber von bisher fünf Standorten , im Gespräch mit der MZ vor einigen Wochen. Regensburg sei ein toller Standort mit „einem totalen Charme und einer wunderbaren Größe“.

Schweizer-Schoko-Riese Lindt zieht in die Goliathstraße

Ein paar Häuser weiter verrät ein Blick auf die Auslage, dass der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt dort eine Dependance eröffnen wird. Wann genau, ist offen. „Coming soon“ prangt auf der Scheibe. Das Unternehmen betreibt Ladenflächen in ganz Deutschland. Eine Anfrage der MZ blieb bislang unbeantwortet. Wann es dort Schokolade gibt, bleibt also offen.

Immerhin: Seit einigen Tagen wird in dem Laden ordentlich gewerkelt – was unter anderem daran zu erkennen ist, dass Ballermann-Hits aus dem Geschäft dröhnen. Vorher verkaufte das fränkische Unternehmen Thomas Sabo dort Schmuck. Die Filiale hat vor einigen Wochen geschlossen. Zu den Hintergründen schwieg die Firma auf MZ-Anfrage.

Lindt eröffnet einen neuen Laden in der Goliathstraße. - Foto: Philip Hell

Ebenfalls in der Goliathstraße hat schon im vergangenen Herbst der „Naschmarkt“ eröffnet. Dort verkauft die Seidl Confiserie aus Laaber Süßwaren aller Art.