Spektakulärer Deal geplatzt: Kaufhof Regensburg nicht an umstrittene Investoren verkauft

Von Philip Hell · 5. August 2025 um 05:00

Es ist ein Schandfleck mitten im Herzen der Regensburger Altstadt: Das ehemalige Kaufhof-Gebäude am Neupfarrplatz verfällt zusehends. Lange hüllte sich die Stadtverwaltung in Schweigen, was die Brache anbelangt. Nun gibt sie zumindest ein wesentliches Detail preis.

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Stadtsprecherin Juliane von Roenne-Styra bestätigte am Montag auf MZ-Anfrage, dass das Gebäude nicht verkauft wurde. Es ist also nicht im Besitz einer Investorengruppe aus dem Nahen Osten. Der geplante Verkauf wurde wenige Tage vor Weihnachten öffentlich und sorgte zunächst für vorsichtigen Optimismus in der Stadt. Recherchen dieser Zeitung sorgten kurz nach Neujahr allerdings für eine Schockwelle: Ein Sprecher der Investoren äußerte sich zu den Plänen der Gruppe. Ihr Ansinnen sei ein islamisches Kulturkaufhaus. Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer wusste davon seit Mitte Dezember, weil die Investoren dieses Vorhaben auch in den Kaufvertrag schreiben ließen. Die SPD-Politikerin weihte allerdings kaum jemanden ein. Der Stadtrat erfuhr von den aufsehenerregenden Plänen aus der Zeitung.

Kaufhof in Regensburg: Investoren-Pläne wohl endgültig vom Tisch

MZ-Recherchen zeigten: Der Stadt steht ein Vorkaufsrecht zu. Nach monatelanger Debatte entschied sich der Stadtrat Ende Februar gegen dieses Recht – nur die CSU votierte dafür, das Gebäude zu kaufen. Seither tut sich wenig – bis zur Nachricht, dass der Kaufhof eben nicht verkauft wurde. Die Pläne für das islamische Kulturkaufhaus dürften damit endgültig vom Tisch sein.

Laut Stadtverwaltung gehört das Gebäude weiterhin der Kaufhof Regensburg GmbH. Das Unternehmen ist Teil eines undurchsichtigen Firmengeflechts und steht letzten Endes wohl in irgendeiner Art von Verbindung zum österreichischen Unternehmer René Benko, der seit einigen Monaten in Untersuchungshaft sitzt. Der ehemalige Wunderwuzzi galt lange Jahre als Senkrechtstarter, er erwarb unter anderem die Kaufhaus-Kette Galeria Kaufhof – mithin wohl auch die Filiale am Neupfarrplatz. Der Konzern geriet allerdings bald in Schieflage. Die Niederlassung am Neupfarrplatz sollte schließen, wurde kurzzeitig gerettet und machte schlussendlich im August 2024 doch dicht.

Klaffende Wunde in der Regensburger Altstadt: Wie geht es weiter?

Seither rottet der Riesen-Bau in der Regensburger Altstadt vor sich hin. Die Wände sind zum Teil kotverschmiert, davor campieren Menschen und es kommt zu bedrohlichen Situationen. Was wird aus dem einstigen Konsumtempel? Die Stadt hüllt sich abermals in Schweigen. Man stehe in Austausch mit den Besitzern, heißt es vonseiten der Verwaltung lediglich.

Die Kaufhof Regensburg GmbH äußerte sich auf MZ-Anfrage bislang nicht zum gescheiterten Deal. Was das Unternehmen mit dem Gebäude vorhat, bleibt völlig offen.