Obdachlose sorgen für Polizei-Einsätze am Kaufhof – Stadt nimmt Eigentümer in die Pflicht

Von Jonas Raab · 28. Juli 2025 um 05:00

Der ehemalige Kaufhof am Regensburger Neupfarrplatz scheint immer mehr zum Anlaufpunkt für Obdachlose zu werden. Das sorgt mitunter für Polizeieinsätze. Die Stadt nimmt den Eigentümer des Leerstands in die Pflicht.

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Ein ganz normaler Nachmittag am Neupfarrplatz: An der Alten Wache klackern Skateboards, auf den Stufen sitzen ein paar Jugendliche und schauen in ihr Handy. Direkt daneben schläft ein Mann auf einem Pappkarton. Ein paar Meter weiter hockt ein Pärchen und trinkt Wein. Dabei haben die beiden Schlafsäcke. Eine verlassene Isomatte zeugt davon, dass sich hier noch jemand niedergelassen hat.

Neu ist es nicht, dass Menschen am einstigen Konsumtempel Zuflucht suchen. Die Eingänge in der Pfauen- und Drei-Helm-Gasse hatten in den Wintermonaten Obdachlosen als Unterschlupf gedient, Ende Mai rief ein Bettenlager an der Alten Wache sogar die Oberbürgermeisterin auf den Plan. Wie die städtische Pressestelle auf Anfrage mitteilt, forderte Gertrud Maltz-Schwarzfischer die zuständigen Eigentümervertreter in einem Schreiben dazu auf, sich des Themas anzunehmen, die einhergehenden Verunreinigungen zu beseitigen und dafür zu sorgen, dass sich die Lage verbessert.

„Revierdienst“ geht am Regensburger Ex-Kaufhof auf Streife

Das Bettenlager verschwand daraufhin. Der Hausmeisterservice, der sich im Namen des Eigentümers – wer auch immer das gerade sein mag – um den schlagzeilenbehafteten Leerstand kümmert, erklärte auf MZ-Anfrage damals, man habe das Problem gelöst. Nachts gehe ein sogenannter „Revierdienst“ auf Streife.

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Lange hat es aber nicht gedauert, bis sich wieder Menschen am Kaufhof niedergelassen haben. Die Stadt, die auf dem Privatgrund keine Handhabe hat, habe sich umgehend an den Dienstleister gewandt, sagt Sprecherin Juliane von Roenne-Styra. „Dieser hat rückgemeldet, dass seit Juni verstärkte Kontrollen sowie eine konsequente Durchsetzung des Hausrechts erfolgen.“ Es seien mehrere Einsätze dokumentiert und wiederholt Platzverweise ausgesprochen worden, teils unter Hinzuziehung der Polizei.

Neupfarrplatz ist kein Einsatzschwerpunkt der Regensburger Polizei

Markus Reitmeier, Sprecher der zuständigen Polizeiinspektion Süd, weiß von drei derartigen Einsätzen. In zwei Fällen seien Obdachlose und in einem Fall eine hilflose Person gemeldet worden. „In allen drei Fällen entfernten sich die Personen nach Eintreffen der Polizei ohne weitere Zwischenfälle“, sagt Reitmeier.

Einen Einsatzschwerpunkt bildet der Neupfarrplatz Reitmeier zufolge nicht. „Die Einsatzzahlen und Strafanzeigen am Neupfarrplatz sind im Vergleich zum ohnehin niedrigen Niveau der Vorjahre sogar rückläufig“, sagt er. Der häufigste Grund für Einsätze in letzter Zeit waren Streitigkeiten.