Das ist Schuhbecks Nachfolger im Gewürzladen in der Regensburger Altstadt

Von Christian Eckl · 24. Juni 2025 um 18:00

Das Aus für den Gewürzladen von Alfons Schuhbeck nach Strafprozess und Insolvenz bedauerten viele Regensburger. Kein Wunder, liegt doch Kochen mit hochwertigen Zutaten im Trend. Doch Hobby-Köche und Gourmets dürfen sich jetzt freuen. Dieser Laden folgt auf Schuhbeck.

Eigentlich passte der Gewürzladen von Promi-Koch Alfons Schuhbeck gut. Das historische Goliath-Haus und die Ladeneinheiten im Erdgeschoss sind nicht nur eine feine Adresse im Herzen Regensburgs. Schuhbecks Leidenschaft fürs Würzen – „ich habe Ingwer schon vor 35 Jahren verwendet, da kannte ihn noch kein Mensch“ ist ein Zitat des Kochs – hat einen Nerv getroffen.

Der Laden lief, so hatte man den Eindruck, recht gut. Doch dann nahm das Drama um Schuhbeck seinen Lauf. Der Strafprozess gegen ihn und das damit zusammenhängende Insolvenzverfahren zog auch den Gewürzhandel in seinen Strudel. Das Geschäft schloss im August .

Gewürzmühle aus Rosenheim öffnet am 8. August

Ein Jahr hat es gedauert, doch jetzt gibt es einen Nachfolger – und bei dem dreht sich wieder alles um den Trend, gut und aufwendig zuhause zu kochen. Die Gewürzmühle aus Rosenheim wird am 8. August in der Straße eröffnen. „Wir sind eine Manufaktur, arbeiten sehr handwerklich und rösten, malen und mischen die Gewürze selbst“, sagt Simon Mendel, Betreiber von bisher fünf Standorten , im Gespräch. Mendel hat „Food, Beverage and Culinary Management“ in Frankfurt studiert, stammt aber aus München, wo er beispielsweise im Delikatessenhaus Dallmayr für den Einkauf von Gewürzen zuständig war.

Simon Mendel freut sich auf Regensburg. - Foto: Julia Benkhardt

Die Regensburger Filiale wird die sechste sein. Die Gewürzmühle Rosenheim, dort ist auch die Zentrale mit der angeschlossenen Manufaktur, gibt es bereits seit 1957. „Wir arbeiten sehr handwerklich, und das liegt wieder im Trend, sich auf das regionale Handwerk zu konzentrieren“, sagt Mendel. „Wenn man mal bei uns war, dann möchte man gute Gewürze beim Kochen nicht mehr missen.“ Auch mit der Gastronomie und dem Großhandel arbeiten Mendel und seine Gewürzmühle zusammen. Zwar habe die Gewürzmühle auch einen Online-Store im Internet. „Aber wir wollen auch die Menschen erreichen und brauchen deshalb auch die Präsenz vor Ort“, sagt der Betreiber der Gewürzmühle-Läden. Spricht man den Händler auf Regensburg an, gerät er schlicht ins Schwärmen.

„Regensburg hat für mich einen totalen Charme und eine wunderbare Größe“, sagt er. „Viele Tagesausflügler, viel Tourismus und ein großes Interesse für gute Dinge – so erlebe ich die Stadt.“ Er fügt an: „Ich habe das Gefühl, es gibt in Regensburg ein Bewusstsein für Hochwertiges.“

Außerdem habe er das Gefühl, dass die Regensburger die Altstadt als Kristallisationspunkt erleben und auch selbst zum Einkaufen besuchen. „Ich muss sagen, das habe ich in anderen Städten nicht erlebt, wie die Regensburger die Altstadt als das Herz ihrer Stadt auch wertschätzen.“ Deshalb habe er sich auch für einen weiteren Standort hier entschieden.

Mit der Causa Schuhbeck hat Mendel und sein Geschäft natürlich nichts zu tun. Er weiß auch nicht, ob der Standort für viele schon als Einkaufsmöglichkeit für Gewürze im Kopf ist. „Das probieren wir jetzt“, sagt er. Der Laden wird gerade umgebaut. Im Herzen steht beispielsweise ein sieben Meter langer Tresen, der aus einem Tabakhandel stammt.