Ende August gehen die Lichter aus: Alfons Schuhbecks Gewürzladen in Regensburg schließt

Alfons Schuhbecks Gewürzladen in Regensburg ist bald Geschichte: „Wir schließen diese Filiale zum 31. August 2024“, steht auf einem Zettel geschrieben, der im Geschäft in der Goliathstraße zwischen Kräutern hängt. Die Mitarbeiter dürfen sich nicht äußern, die Geschäftsführung in München zeigt sich pragmatisch.
„Der Laden rechnet sich nicht“, lautet die knappe Auskunft aus der Firmenzentrale in München. Es sei eine ökonomische Entscheidung gewesen, erklärt der Geschäftsführer, der namentlich nicht genannt werden will. „Ansonsten gibt es gar nicht viel zu sagen.“
Der Gewürzladen und sein prominenter Namensgeber haben bewegte Jahre hinter sich. 2021 musste Schuhbeck für seine Betriebe Insolvenz anmelden, ein Jahr später Restaurants schließen. Nur die Gewürzläden – neben Regensburg gibt es Filialen in München und Altötting – blieben vom einstigen Gastro-Imperium über. Doch auch die standen im Feuer. Dem Laden am Münchner Platzl drohte die Zwangsräumung, weil Mieten nicht bezahlt worden sein sollen.
Alfons Schuhbecks Gewürzläden: Investor sprang kurz vor der Haft ein
2023, da war Schuhbeck bereits wegen Steuerhinterziehung zu drei Jahren und zwei Monaten Gefängnis verurteilt, sprang Falk Raudies dem Koch als Investor für die Gewürzläden zur Seite. Der Vorstand der FCR Immobilien AG mit Sitz in Pullach im Isartal teilte der MZ damals mit: „Die Läden in Regensburg, Altötting und München bleiben bestehen.“ Kurz bevor das Insolvenzverfahren über Schuhbecks Vermögen eröffnet wurde und der frühere Fernsehkoch in der JVA Landsberg am Lech seine Haft antrat, stellte Raudies sogar neue Filialen in Aussicht. Mehrere MZ-Anfragen zum jetzigen Aus des Regensburger Gewürzladens ließ der Investor am Mittwoch unbeantwortet.
Ende Juni wurden neue Vorwürfe gegen Schuhbeck bekannt: Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt auch wegen Insolvenzverschleppung und Betrugs im Zusammenhang mit Corona-Hilfen gegen elf Firmen des Münchner Promi-Wirts. Das Aus des Regensburger Gewürzladen habe „nichts mit Herrn Schuhbeck zu tun“, heißt es auf Nachfrage aus der Geschäftsleitung von Schuhbecks Company, die die drei Gewürzläden betriebt.
Schuhbecks Gewürzladen in Regensburg: Das Geschäft lief schlecht
Das Geschäft in der Regensburger Altstadt, das 2012 im historischen Goliathhaus eröffnet wurde, laufe schon seit Jahren schlecht. „Das zieht sich schon sehr lange hin“, sagt der Geschäftsführer am Telefon.
Zwei Mitarbeiter sind derzeit für die Regensburger Filiale angestellt. „München war zu weit weg für sie. Die werden sicherlich einen anderen Job bekommen“, heißt es aus der Geschäftsführung zur Zukunft der beiden Angestellten. „Team Schuhbecks Gewürze sagt Danke und auf Wiedersehen!“, steht auf dem Zettel, der auf die Schließung hinweist, geschrieben.