Weltrekord und königliche Ehren: Regensburger Dackelparade geht durch die Decke

Von Rainer Wendl · 14. August 2024 um 15:00

Der Run auf die erste Regensburger Dackelparade am 22. September ist weiterhin enorm, die Schallmauer von 1000 angemeldeten Vierbeinern rückt in Reichweite.

Schon mehr als einen Monat vor der ersten Regensburger Dackelparade am 22. September lässt sich sagen, dass es sich mit dieser Veranstaltung so verhält wie mit eigentlich jedem Projekt, das die Macher des Dackelmuseums anpacken: Es geht durch die Decke! „850 Dackel, etwa 1700 Personen Gefolgschaft“, lauteten die Eckdaten, die Seppi Küblbeck am 12. August, sechs Wochen vor dem großen Tag, vermelden konnte.

Das ist nicht mehr und nicht weniger als ein neuer Weltrekord in Sachen Dackelparade. Beim bisherigen, aufgestellt bei einem vergleichbaren Event im Mai dieses Jahres in London, waren nur 342 Vierbeiner am Start.

Es ist keine Frage, dass die Redaktion vom berühmten Guinness Buch der Rekorde bereits eine Nachricht aus Regensburg erhalten hat: Dieser Eintrag muss erneuert werden, der Anwalt zur Beglaubigung ist selbstverständlich auch schon bestellt. „Weltrekord in der Welterbe-Stadt Regensburg, das hört sich doch super an“, findet Küblbeck.

Internationale Resonanz

Welche Zahl am Ende dann genau steht, kann derzeit nur geschätzt werden. Doch sie dürfte dreistellig sein und damit sämtliche Erwartungen weit übertreffen. „Beim Ordnungsamt angemeldet haben wir 1000, doch es werden immer mehr“, sagt der Museumschef, der seine Liste jeden Abend um 20 bis 30 Anmeldungen erweitert.

Mit dabei sind bislang Teilnehmer aus 14 europäische Ländern und allen deutschen Bundesländern. Was Küblbeck und seinen Partner Oliver Storz besonders freut: Auch aus ihren Geburtsorten Simbach am Inn und Gengenbach im Schwarzwald werden Dackel-Freunde mitmarschieren, sie tragen jeweils die Fahne von Bayern und Baden-Württemberg. Unter den ihnen folgenden Zweibeinern werden sich dann auch zwei Vertreterinnen eines Königshauses befinden – um welches es sich dabei genau handelt, darf aber noch nicht verraten werden.

„Im Mittelpunkt sollen aber sowieso die Dackel stehen“, legt Küblbeck das Augenmerk auf die Hauptdarsteller des Tages. Aus Rücksicht auf die kleinen Vierbeiner wird zum Beispiel die musikalische Begleitung der Parade bewusst so angeordnet, dass es ihnen nicht zu laut wird. „Es geht in erster Linie um die Dackel und darum, dass es ihnen gut geht“, betont der „Dackel-Seppi“ nochmals und hat das eindrucksvollste Bild der Veranstaltung bereits konkret vor Augen: „Die Steinerne Brücke komplett mit Dackeln besetzt – sensationell und ergreifend!“

Damit diese schöne Vision auch Wirklichkeit werden kann, wird die gesamte Veranstaltung bis ins kleinste Detail geplant. Nichts wird dem Zufall überlassen. So wird die Parade in zwölf Züge unterteilt, die unter jeweils einem anderen Motto – zum Beispiel „Dackel Regensburg“, „Bayerische Dackel“ oder „Internationale Dackel“ – stehen. Das sorgt für einen stressfreien Ablauf für die Teilnehmer und verschafft den Zuschauern am Rand der Strecke ein geordnetes Erscheinungsbild.

Eine „saubere Sache“

Überhaupt ist Ordnung ein großes Thema bei der Vorplanung. Weil bei einer solch großen Menge an Hunden hin und wieder auch etwas auf der Straße landen wird, bekommen alle Frauchen und Herrchen vor dem Start einen Stoffbeutel, der neben Info-Material und kleinen Geschenken vom Dackelmuseum auch „Gackerl-Sackerl“ enthält. Was dann noch liegen bleibt, wird von einem unmittelbar hinter der Parade folgenden Reinigungstrupp beseitigt.

So soll der fröhliche Umzug auch eine im Wortsinn „saubere Sache“ werden. Das ist Küblbeck und Storz wichtig, denn sie sorgen an diesem 22. September für eine enorme Aufmerksamkeit für Regensburg. „Die ARD-Tagesthemen haben sich angekündigt – wenn an diesem Tag also keine schlimmen Katastrophen auf der Welt passieren, könnten wir dort kommen“, berichten sie. Hotellerie, Gastronomie und Handel können sich unabhängig von dieser möglichen TV-Präsenz auf ein außergewöhnliches Wochenende einstellen.

Die geplante Route

Die Teilnehmer der Dackelparade treffen sich gegen 12 Uhr am Dultplatz, Abmarsch ist um 13 Uhr. Am Protzenweiher entlang geht es zur Stadtamhofer Hauptstraße und von dort über die Steinerne Brücke. In der Altstadt führt die Parade nach aktueller Planung am Dackelmuseum vorbei und dann über die Stationen Goliath- und Wahlenstraße, Neupfarrplatz und Residenzstraße zum Domplatz.

Die Parade wird von zwei Kutschen angeführt, für musikalische Begleitung ist gesorgt. Mit der Ankunft am Domplatz wird gegen 14.30 Uhr gerechnet. Vor der Südseite der Kathedrale gibt es abschließend einen kirchlichen „Dackelsegen“ für die zwei- und vierbeinigen Teilnehmer.