Bis aus Aserbaidschan: Die Regensburger Dackelparade zieht internationales Publikum an

Von Rainer Wendl · 16. Juli 2024 um 19:00

Was haben wichtige Ferienrouten wie die Inntal-Autobahn oder der Tauern-Tunnel mit dem Regensburger Dackelmuseum gemeinsam? Wenn der Andrang zu groß wird, gibt’s Blockabfertigung. Eventuell passiert das auch am 22. September. An diesem Tag ist erstmals in Regensburg eine Dackelparade geplant, bereits mehr als zwei Monate vorher zeichnet sich eine enorme Nachfrage ab.

Am vergangenen Samstag war es wieder einmal so weit. Seppi Küblbeck und Oliver Storz mussten ihr Museum in der Weiße-Hahnen-Gasse wiederholt kurzzeitig schließen, um eine Überfüllung zu vermeiden. Und für den 22. September zeichnet sich schon jetzt eine enorme Nachfrage ab. An diesem Tag ist erstmals in Regensburg eine Dackelparade geplant.

Gäste bis aus Aserbeidschan

„400 Dackel sind schon angemeldet, samt Gefolgschaft. Das sind etwa 800 Leute“, berichtet Küblbeck und hat einen weiteren Indikator für das große Interesse an der Veranstaltung parat: „Vor zwei Tagen haben wir online die Strecke veröffentlicht und damit in kürzester Zeit 129.000 Personen erreicht.“

Storz ist bei der Sichtung der Anmeldungen die Internationalität aufgefallen, bislang hat er zehn verschiedene Länder aus allen Winkeln Europas gezählt. „Die allererste Anfrage, die gekommen ist, war aus Aserbeidschan“, lacht er. Angesichts dieses breiten internationalen Echos sei ebenfalls schon jetzt ein Nebeneffekt absehbar: „Wir haben gehört, dass die Hotelbetten an diesem Wochenende knapp werden.“

Während ihrer Zeit in Passau haben Küblbeck und Storz dreimal eine Dackelparade durchgeführt, die dort erreichten Dimensionen werden bei der Premiere in Regensburg aber deutlich gesprengt werden. Damit ihnen die Veranstaltung nicht über den Kopf wächst, haben die Museumsmacher den Regensburger PR-Profi H.C. Wagner mit ins Boot geholt. Er kümmert sich um das Organisatorische und hält dazu den Kontakt mit den städtischen Ämtern.

Bei einem Zug mit einer Eigenlänge von rund einem Kilometer ist das Genehmigungsverfahren nicht trivial – doch Wagner hebt die gute Kooperation mit der Stadt hervor: „Die positive internationale Ausstrahlung der Veranstaltung wurde erkannt“, sagt er. Dies gilt bis hinauf zur Stadtspitze, denn Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer hat die Schirmherrschaft übernommen.

Doch um was geht es eigentlich bei der Dackelparade? Einerseits soll sie ein fröhlicher Marsch von Hundeliebhabern und ihren Vierbeinern sein, andererseits hat sie auch einen ernsten Hintergrund. „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass die Dackelzucht in Deutschland erhalten bleiben muss und zum immateriellen Kulturerbe erhoben werden sollte“, erklärt Küblbeck.

„Ein Stück Kulturgeschichte“

Mit drei Jahrhunderten Tradition sei die Dackelzucht ein wichtiges Stück Kulturgeschichte, der Dackel selbst spiele eine noch bedeutendere Rolle: „Der ist auf allen Kontinenten zu Hause, als der Repräsentant Bayerns schlechthin!“

Die bayerische Veranstaltung mit der weltweit größten Wirkung am 22. September ist der Trachten- und Schützenzug zum Münchner Oktoberfest. Ein erst dort eingeteilter Kutscher hat abgesagt, weil er sein Gespann lieber bei der Regensburger Dackelparade fahren will. Küblbeck wundert dies keineswegs: „Das ist die Liga, in der wir spielen.“