Regensburger Dackelmuseum ist die Nummer vier unter den weltweiten Kuriositäten

Von Rainer Wendl · 27. April 2024 um 05:00

Genau ein Jahr ist das Dackelmuseum jetzt in Regensburg beheimatet. Der Jubeltag wird mit einer besonderen Auszeichnung versüßt.

„Für uns soll’s weiße Rosen regnen“ – klar, als gelernte Floristik-Meister wissen Seppi Küblbeck und Oliver Storz ganz genau, wie man festliche Anlässe blumig in Szene setzt. Deshalb haben sie sich zum Jahrestag der Dackelmuseum-Eröffnung in Regensburg mit ihrem stillen Teilhaber Moritz Hickl sowie natürlich mit den Dackeln Klein-Seppi, Moni und Blümchen zur Donau begeben, um sich vor der Kulisse der Steinernen Brücke im Blütenblätter-Wirbel ablichten zu lassen.

Abgesehen von diesem vorbereiteten Foto wurde der Geburtstag am Freitag aber eher zurückhaltend zelebriert. Für ein Glas Sekt war Zeit, doch dann wartete die Arbeit. Weil der Frühling rechtzeitig zum Start ins Wochenende den Spätwinter verdrängt hat, nahm umgehend auch das Getümmel im Museum in der Weiße-Hahnen-Gasse wieder größere Ausmaße an.

Immer im Gespräch bleiben

Was das bedeutet, zeigt der Blick auf die erste Jahresbilanz nach dem Umzug des Museums aus Passau. Rund 30.000 Besucher aus aller Herren Länder kamen 2023.

„Das ist eine Steigerung von 40 Prozent, obwohl wir erst ab Ende April offen hatten“, freut sich Küblbeck und hat eine einfache Erklärung für dieses Plus parat: „Regensburg ist noch einmal eine ganz andere Hausnummer als Passau. Die Stadt ist größer, hat den Welterbe-Titel und eine tolle Hotel-Landschaft, zieht ein internationaleres Publikum und vor allem viele Kulturreisende an. Zudem ist die Lage günstig: Alles, was aus dem Norden runter kommt, kommt an Regensburg vorbei.“

Ein noch wichtigerer Erfolgsfaktor aber ist das unschlagbare Talent zur Selbstvermarktung. Als Küblbeck und Storz beispielsweise im Urlaub ein witziges Dackel-Foto aus dem französischen Narbonne in den sozialen Medien posteten, wurde mehr als eine Million Mal darauf reagiert. Diese Kunst, ständig im Gespräch zu bleiben, haben die beiden Wahl-Regensburger perfektioniert.

Was sie an Aufmerksamkeit nicht selbst anstoßen, kommt von außen – wie eine aktuelle Rangliste der Online-Ausgabe des Architektur-, Design- und Lifestyle-Magazins „Architectural Digest“. Hier wurden die 13 skurrilsten Museen der Welt gekürt, das Regensburger Haus landete auf Platz vier, inklusive sehr wohlwollender Vorstellung. Museumsmachern mit weniger Fähigkeit zur Selbstironie würde es wohl nicht gefallen, in einem Atemzug mit Ausstellungen zu Themen wie Lepra, Leichenwägen oder schlechter Kunst genannt zu werden.

Große Feier im September

Küblbeck aber fasst dieses Ranking als Geschenk auf, nicht nur wegen des zeitlichen Zusammenfallens mit dem ersten Geburtstag in Regensburg: „Das ist eine große Ehre, hier vertreten zu sein. Dieses Magazin gilt schließlich was in Sachen Design und Lifestyle“, meint er.

Die große Sause, die zum gestrigen Geburtstag nicht stattgefunden hat, soll übrigens im September nachgeholt werden. Dann ist ein öffentlichkeitswirksames Dackel-Event in Regensburg geplant.

Die weiteren Skurrilitäten der Museumswelt

Top 3: In der Rangliste der 13 skurrilsten Museen der Welt landeten nur das Bauchredner-Museum in Kentucky, das Museum für anatomische Wachsmodelle in Florenz sowie das Rasenmäher-Museum im englischen Southport vor dem Regensburger Dackelmuseum.

Nachbarn: Eine ganz in der Nähe beheimatete Institution schaffte es auf Platz sieben: das Europäische Spargelmuseum im oberbayerischen Schrobenhausen.

Verwandtschaft: Thematisch am nächsten kommt dem Dackelmuseum ein Haus in Leeds. Die nordenglische Metropole hat ein Museum für Hundehalsbänder zu bieten.