Rüpel-Radler brettert durch Hof bei Regensburg: Pferd überschlägt sich und landet in Klinik

20 Jahre hat „Aido“ auf seinem Pferdebuckel – doch so etwas hat auch der Schimmel noch nie erlebt: Ein Radfahrer erschreckte das Tier auf einem Hof zwischen Grünthal und Regensburg derart, dass es stürzte und um ein Haar eingeschläfert werden musste. Der Mann soll deutlich zu schnell unterwegs gewesen sein. Nun ermittelt die Polizei.
Besitzerin Astrid B. kann sich noch gut an den Abend am 29. Juli erinnern. „Der gute Mann ist einfach durch unseren Hof gefahren, obwohl klar beschildert ist, dass man das nicht darf.“ Das Anwesen liegt am äußersten Rand von Regensburg, auf dem Weg in Richtung Grünthal (Gemeinde Wenzenbach). Immer wieder nutzen Menschen die Durchfahrt, erzählt B.. Es sei eine kleine Abkürzung. „Das kann gefährlich werden“, sagt die Hof-Besitzerin. Bei ihr laufen viele Tiere herum.
Pferd „Aido“ liegt auf dem Boden: Radler fährt einfach weiter
So auch „Aido“. Das 700 Kilo schwere Pferd erschreckte sich so sehr vor dem Radfahrer, der durch den Hof bretterte, dass es sich überschlug, schildert Besitzerin B. Bekannte von ihr waren zu Gast auf ihrem Hof und sahen alles mit an. „Der Radfahrer ist stehen geblieben und hat noch gesagt: Oh, da liegt ein Pferd.“ Dann sei er einfach weitergefahren, schildert B.
Tatsächlich lag „Aido“ auf dem Boden und konnte sich nicht mehr rühren. B. rief schnell ihre Tierärztin. Die Medizinerin eilte herbei. „Es stand im Raum, dass er eingeschläfert werden muss“, sagt die Pferde-Besitzerin. Das Tier konnte zunächst nicht transportiert werden. Später konnte das Pferd dann doch in eine Klinik gebracht werden. Inzwischen ist er wieder auf dem Hof – und schwer gezeichnet vom Unfall. „Er hat Schwellungen an der Wirbelsäule und kann immer noch nicht gescheit gehen“, sagt B.

Auch anderthalb Wochen nach dem Vorfall kann die Pferde-Besitzerin nur den Kopf schütteln: „Es ist eine Sauerei.“ Ihren Bekannten sei es noch gelungen, ein Foto des Rüpel-Radlers zu machen. Es zeigt einen drahtigen Mann auf einem Mountain- oder Gravelbike. Er trägt einen weißen Helm und schwarze Radkleidung. Er starrt direkt in die Kamera.
Astrid B. hat den Fall zwischenzeitlich zur Anzeige gebracht. Thomas Hasler, Sprecher der Polizeiinspektion Regensburg Nord, bestätigt, dass den Beamten eine Anzeige vorliegt. Er betont: „Die Ermittlungen sind derzeitig noch nicht abgeschlossen.“ Allerdings scheint die Polizei eine heiße Spur zu haben. Es liege ein Tatverdacht gegen eine Person vor. „Hierzu laufen die Ermittlungen noch.“

Pferde-Besitzerin Astrid B. hofft indes, dass der Mann, der ihrem „Aido“ die Schmerzen zugefügt hat, geschnappt wird – auch weil die Rettung des Tieres inzwischen mehrere Tausend Euro gekostet habe.