Wieder drei Abgeordnete aus Schwandorf – Martina Englhardt-Kopf verteidigt das Direktmandat

Von Martin Kellermeier, Caroline Keller, Philipp Breu · 23. Februar 2025 um 23:11

Der Landkreis Schwandorf hat am Sonntag einen spannenden Wahlabend erlebt. Ein kurzer, dafür aber umso intensiver Wahlkampf fand mit der Bekanntgabe der Ergebnisse seinen Höhepunkt. Die Region wird wohl auch künftig von drei Abgeordneten in Berlin vertreten werden.

Das Direktmandat konnte sich erneut Martina Englhardt-Kopf (CSU) sichern. Große Freude herrschte daher bei den Christsozialen, Jubel gab es aber auch bei der AfD. Deren Kandidat Reinhard Mixl wird wohl auch ziemlich sicher über die Liste in den neuen Bundestag einziehen und dort mit Tina Winklmann (Grüne) auf eine weitere Schwandorferin treffen.

Beim Direktmandat, der Erststimme auf dem Wahlzettel, gab es im Bundeswahlkreis Schwandorf, zu dem auch der Landkreis Cham und die Gemeinden Wörth an der Donau und Brennberg (beide Landkreis Regensburg) gehören, keine Überraschung. Martina Eng-lhardt-Kopf konnte sich nach der Ära Karl Holmeier (beide CSU) bereits 2021 durchsetzen.

MEK holt mehr Stimmen

Am Sonntag hat sie ihren Wahlerfolg wiederholt – und konnte deutlich zulegen. Im Landkreis Schwandorf stimmten 41,1 Prozent für MEK, wie sie von ihren Parteifreunden auch genannt wird. 2021 konnte sich die Schwandorferin über 36,4 Prozent freuen. Die meiste Zustimmung im Landkreis erhielt sie heuer in Neukirchen-Balbini (51,9 Prozent), die wenigsten Stimmen in Stadlern (29 Prozent). „Ich freue mich über den Wahlsieg und danke allen Wählerinnen und Wählern für ihr Vertrauen. Das Ergebnis ist Ansporn und eine hohe Verantwortung zugleich. Ich werde mich weiter stark für unsere Heimat einsetzen“, sagte die Bundespolitikerin in einer ersten Reaktion.

Platz zwei sicherte sich Reinhard Mixl von der AfD, der in heißen Phase des Wahlkampfs nach einer Not-OP mehrere Tage pausieren musste. Auf den Schwandorfer entfielen im Landkreis 26,2 Prozent der Stimmen, 2021 konnte Wolfgang Pöschl bereits beachtliche 12,6 Prozent holen. Hochburg für Mixl im Landkreis Schwandorf war Bruck (32,4 Prozent), die geringste Zustimmung erhielt er in Guteneck (18,4).

Auch wenn sich Mixl das Direktmandat nicht sichern konnte, wird er wohl sehr wahrscheinlich im neuen Bundestag über ein Listenmandat vertreten sein. Möglich macht das sein Platz 19 auf der AfD-Landesliste. Platz drei bei den Direktkandidaten sicherte sich mit 16,1 Prozent Marianne Schieder (SPD). Die Sozialdemokratin aus Wernberg-Köblitz konnte mit ihrem Wahlergebnis auf keinen Fall zufrieden sein. Ihr Wert hat sich annähernd halbiert. Konnte sie 2021 noch 27,3 Prozent der Stimmen im Landkreis Schwandorf holen, waren es jetzt 11,3 Prozent weniger. Nach knapp 20 Jahren im Bundestag ist für Schieder damit Schluss. Anders als bei den Wahlen zuvor war sie dieses Mal mit Position 24 auch nicht über einen guten Listenplatz abgesichert.

Grünen-Direktkandidatin Tina Winklmann war das indes schon. Listenplatz sieben dürfte bei ihr schon während des Wahlkampfs für Entspannung gesorgt haben. Da dürfte der Schmerz nicht all zu groß sein, dass es bei den Direktkandidaten mit 4,2 Prozent im Landkreis nur zu Platz fünf gereicht hat (2021: 5,0). Das bedeutet auch bei ihr einen leichten Stimmenverlust. Winklmann wird dennoch ihre zweite Periode im Bundestag antreten können.

Bachl als Schlusslicht

Einen Platz vor Winklmann bei den Direktkandidaten im Landkreis Schwandorf lag Fabian Schmid von den FW (6,4 Prozent). Tobias Mainka (Linke, 3,1), Ileana Pößl (FDP, 1,8) und Bianca Heistrüvers von der ÖDP (0,8) folgten. Schlusslicht ist Armin Bachl (Bündnis Deutschland) mit 0,3 Prozent der Stimmen.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich beim Blick auf die Zweitstimmen ab, die über die Sitzverteilung der nun gesetzlich festgelegten 630 Plätze im Bundestag entscheiden. Auch hier konnte sich im Landkreis Schwandorf die CSU (38,9 Prozent) durchsetzen. Platz zwei geht ebenfalls an die AfD (27,4), Rang drei an die SPD (10,5).

Kann für ihre zweite Periode im Bundestag planen: Tina Winklmann (Grüne). Foto: Ebert