Martina Englhardt-Kopf holt mit 42,2 Prozent Direktmandat für die CSU

Von Hubert Heinzl · 23. Februar 2025 um 23:08

Am Ende war es eine klare Sache für die 43-jährige Bundestagsabgeordnete: Mit 42,2 Prozent der Erststimmen holte Martina Englhardt-Kopf zum zweiten Mal das Direktmandat für die CSU im Wahlkreis Schwandorf, zu dem neben den Landkreisen Schwandorf und Cham auch die Gemeinden Wörth und Brennberg gehören. Gegenüber dem Urnengang 2021 legte sie dabei um mehr als sieben Prozentpunkte zu.

Ein Selbstläufer schien die Direktkandidatur allerdings nicht für die CSU-Bundestagsabgeordnete zu sein. Denn anders als bei den Wahlen im Jahr 2021 gab es vor diesem Sonntag gleich mehrere große Unbekannte. Da war zum einen die Frage, welche Parteien es überhaupt in den Bundestag schaffen würden – über die Fünf-Prozent-Hürde oder durch mindestens drei Direktmandate.

Einige Unwägbarkeiten

Dazu kam ein neues Wahlrecht, das der Zweitstimme deutlich mehr Gewicht verschaffte und sich vor allem auf die Christsozialen auswirken konnte. Der Wahlsieg im Stimmkreis bedeutete plötzlich nicht mehr automatisch auch einen Einzug in den Bundestag. Dritte Unwägbarkeit war das Abschneiden einer erstarkten AfD, die Englhardt-Kopf im Vorfeld als politischen Hauptgegner ausgemacht hatte.

Für Spannung war jedenfalls gesorgt im CSU-Wahlkreisbüro in Schwandorf, wo sich am Abend nach und nach die politischen Weggefährten von MEK einfanden: unter ihnen CSU-Kreisvorsitzender MdL Alexander Flierl, Landrat Thomas Ebeling, Oberbürgermeister Andreas Feller und 2. Bürgermeister Andreas Wopperer, der mit Ehefrau Daniela und einer Abordnung der Schwandoria Schwarz-Gelb direkt vom Ostbayerischen Faschingszug in Regenstauf angereist war.

Mit einem lautstarken „Martina Helau“ begrüßten die Maschkerer schließlich auch die alte und neue Bundestagsabgeordnete, die fast pünktlich zum vereinbarten Zeitpunkt in der CSU-Geschäftsstelle eingetroffen war. Als erster gratulierte CSU-Kreisvorsitzender Flierl der strahlenden Wahlsiegerin und überreichte einen Blumenstrauß. Martina Englhardt-Kopf dankte in einer kurzen Ansprache allen Unterstützern im Wahlkampf, aber „vor allem den Wählerinnen und Wählern, die unsere Arbeit honoriert haben“. Die Abgeordnete kündigte an, weiter für die Interessen der Region und des ländlichen Raumes einzutreten und sprach von einem „hervorragenden Ergebnis“.

Das erreichte sie in der Tat. Denn im Vergleich zur Bundestagswahl im Jahr 2021 legte MEK bei den Erststimmen im gesamten Wahlkreis um mehr als sieben Prozentpunkte zu. Bei den Zweitstimmen hatte die CSU vor dreieinhalb Jahren 34,1 Prozent der Stimmen erreicht – an diesem Sonntag waren es 39,3 Prozent.

Fast makellos war die Bilanz auch in den einzelnen Gemeinden des Bundeswahlkreises Schwandorf. Im Landkreis Schwandorf erhielt Englhardt-Kopf in allen Kommunen die Mehrheit. Auch die Stadt Teublitz, wo 2021 noch SPD-Kandidatin Marianne Schieder die Mehrheit geholt hatte, „haben wir jetzt schwarz eingefärbt“, so die Abgeordnete. Und nur in vier Gemeinden im östlichen Landkreis Cham erzielte AfD-Kandidat Reinhard Mixl im direkten Vergleich ein besseres Ergebnis.

Englhardt-Kopf führte im MZ-Interview ihren Wahlerfolg vor allem auf ihren Einsatz und ihre Präsenz im Wahlkreis zurück. „Für mich ist es wichtig, bürgernah und dafür auch praktisch viel unterwegs zu sein“, sagte sie. Auf die Frage nach einer Wunschkoalition bei einer möglicherweise nicht einfachen Regierungsbildung ließ MEK die Antwort offen. Es sei „eine Frage der Inhalte, wer am besten zusammenpasst, um unser Land wieder in Ordnung zu bringen“.

Flierl: Wir müssen liefern

Die AfD, die jetzt bundesweit und auch im Bundeswahlkreis Schwandorf zur zweitstärksten politischen Kraft wurde, ist dabei bekanntlich außen vor.

Dass sie ihre Werte im Vergleich zu 2021 verdoppeln konnte, führte Englhardt-Kopf unter anderem auf die Kritik der Bürger an der Ampel-Politik zurück. Ihre Schlussfolgerung: „Für uns alle muss es der Anspruch sein, wieder besser zu werden und eine praxistaugliche Politik für die Bürgerinnen und Bürger zu machen. Das ist auch mein Anspruch.“ Ähnlich kommentierte CSU-Kreisvorsitzender Alexander Flierl das Wahlergebnis. „Wir müssen uns anstrengen, in einer neuen Regierung die großen Probleme zu lösen wie irreguläre Migration, Wirtschaft und innere und äußere Sicherheit. Da müssen wir liefern“, sagte er. Die Union sei bei der Bundestagswahl die „mit Abstand stärkste Kraft“ geworden und haben einen „klaren Regierungsauftrag“ bekommen. Der Rückenwind für Friedrich Merz sei vor allem der CSU zu verdanken, so Flierl.

Den klaren Wahlsieg von MEK führte der CSU-Kreisvorsitzende auf deren unermüdlichen Einsatz zurück. Sie sei „unwahrscheinlich fleißig vor Ort“ und verfolge zudem einen pragmatischen und lösungsorientierten Ansatz, sagte Flierl. Das sei vom Wähler auch honoriert worden.

Mit ihrem Stimmenanteil liege Englhardt-Kopf deutlich über dem Bayernschnitt. Auch Landrat Thomas Ebeling sprach von einem „hervorragenden Ergebnis“ der Schwandorfer Direktkandidatin.