Die Schwandorferin Tina Winklmann zieht wieder in den Bundestag ein – Parteifreunde jubeln im Schmidt-Bräu

Von Vanessa Ebert · 23. Februar 2025 um 22:48

Die Stimmung auf der Wahlparty der Grünen im Schmidt-Bräu am Schwandorfer Marktplatz war am Sonntagabend entspannt und gelöst. Rund 30 Parteifreunde waren dort zusammen gekommen, um die Hochrechnungen gemeinsam zu verfolgen. Bald war klar: Tina Winklmann wird erneut in den Bundestag einziehen.

Winklmann ging auf Platz sieben der Landesliste ins Rennen – somit war sie im aktuellen Wahlkampf die Spitzenkandidatin in der Oberpfalz. Ihre Chancen, die Region erneut in Berlin zu vertreten, wurden daher bereits im Vorfeld als sehr gut eingeschätzt.

Bei den Umfrageergebnissen, die für die Grünen in Bayern in der letzten Zeit zwischen zwölf und 14 Prozent lagen, konnte Winklmann den Wahltag gelassen angehen.

2021 war es noch eine Zitterpartie

Bei der Bundestagswahl 2021 war es noch eine Zitterpartie: Damals bangten die Schwandorferin und ihre Anhänger bis zum späten Abend, ob es für Winklmanns Einzug in Berlin reichen würde. 2021 startete sie auf Platz 17 der Landesliste. Am Ende die Erleichterung: Winklmann hat für eine dritte Stimme gesorgt, die der Wahlkreis seit 2021 in der Bundeshauptstadt hat. „Natürlich gehe ich mit den aktuellen Voraussetzungen dieses Mal entspannter in den Abend“, erklärte am Sonntagabend die Abgeordnete kurz vor Bekanntwerden der ersten Ergebnisse. „Dennoch schaue ich gespannt auf die Prognosen. Aufgrund der knappen Ergebnisse der kleineren Parteien könnte das ein langer Abend werden“, so Winklmann.

Für sie persönlich war aber schnell klar: Winklmann wird den Wahlkreis erneut in Berlin vertreten. Nichts anders hatten die Parteifreunde erwartet. „Die aktuellen Zahlen aus Bayern, nämlich rund 12 Prozent, würden meinen Einzug in den Bundestag bedeuten“, sagte Winklmann.

„Wir sind stabil geblieben“

„Mit dem vorläufigen Ergebnis der Bundestagswahl bin ich sehr zufrieden“, erklärte die Abgeordnete. Die Grünen seien die Partei, die aus der Regierung komme und dabei stabil geblieben sei.Die Ergebnisse im Wahlkreis Schwandorf liegen jedoch weit unter dem Bundesergebnis, nämlich bei fünf Prozent. Damit haben die Grünen im Vergleich zur Bundestagswahl 2021 einen Verlust von 1,4 Prozent hinnehmen müssen.

4,1 Prozent der Erststimmen konnte Winklmann im Wahlkreis Schwandorf für sich verbuchen. Im Jahr 2021 waren es noch 4,6 Prozent. In ihrer Heimat Schwandorf setzten 4,2 Prozent der Wähler ihr Kreuz bei der Grünen-Politikerin. Die Partei erreichte hier 4,9 Prozent der Zweitstimmen. Winkelmann hatte ihre Stimme am Sonntagvormittag in der Konrad-Max-Kunz-Realschule abgegeben. In diesem Wahllokal verbuchte die 44-Jährige 5,3 Prozent der Erststimmen.

Bei der Bundestagswahl 2021 lebte Winklmann noch in Wackersdorf. Hier erhielt sie nun 4,2 Prozent der Erststimmen. Bei den Zweitstimmen konnten die Grünen hier fünf Prozent für sich verbuchen. „Die Ergebnisse zeigen, dass die Grünen hier im Landkreis und generell in Bayern eine starke Kraft sind, auch wenn die Position künftig noch weiter ausgebaut werden muss“, erklärte die wiedergewählte Winklmann. Die Ergebnisse würden zeigen: „Die Menschen brauchen Zuversicht und nicht Spaltung.“

AfD-Ergebnisse waren keine Überraschung

Das starke Ergebnis der AfD im Landkreis sowie auch bundesweit sei für sei keine große Überraschung gewesen. „Damit habe ich gerechnet“, sagte sie. „Das macht es aber nicht weniger schlimm“, meinte die Grünen-Politikerin. Hier müsse noch viel informiert, mit den Menschen kommuniziert und „miteinander geredet“ werden.

An Friedrich Merz (CDU) gerichtet sagte sie: „Er hat jetzt die Aufgabe, eine Regierung zu bilden.“ Merz müsse jetzt Menschen verbinden, alle Wähler in Deutschland abholen und zusammenbringen. Für Gespräche seien die Grünen bereit. „Wir treten an, um Verantwortung zu übernehmen. Dieses Land braucht uns“, so Winklmann.

Anfangs mit Fünf-Prozent-Hürde gekämpft

Grünen-Kreisrat Rudi Sommer ist mit dem Ergebnis nicht unzufrieden. „Ich habe schon schlechtere Zeiten erlebt“, sagte er kurz nach den ersten Hochrechnungen. Am Anfang hätte seine Partei mit der Fünf-Prozent-Hürde gekämpft. „Jetzt haben wir 13,5 Prozent nach der ersten Hochrechnung“, erklärte der Brucker. Insgesamt sei es aber „wahrscheinlich zu wenig“, um in die Regierung zu kommen.

„Mein großer Wunsch ist es, dass die Grünen wieder Teil der nächsten Bundesregierung sind und dass das Thema Klimaschutz eine wichtige Rolle in der zukünftigen Entwicklung spielt“, erklärte Sommer.

Vor nicht allzu langer Zeit haben sich die Grünen am selben Ort zum Wahlkampfauftakt getroffen – ebenfalls hier im Schmidt-Bräu. Schwerpunktmäßig konzentrierte sich die Partei auf soziale Gerechtigkeit, Umwelt- und Naturschutz sowie die wirtschaftliche Lage.

Die Grünen „wollen das Land in eine gesicherte und starke Zukunft führen“, erklärte Winklmann damals. Die Gelegenheit, dabei mitzuarbeiten, hat sie nun.