Streit ums stille Örtchen: Warum am Regensburger „Luxusklo“ nur noch der Heilige Stuhl helfen kann

Von Jonas Raab · 11. Februar 2025 um 20:00

Seit ziemlich genau anderthalb Jahren tobt ein Kleinkrieg um das „Luxusklo“ am Regensburger Schwanenplatz. Darauf, was endlich Frieden schaffen könnte, bringt MZ-Redakteur Jonas Raab nun ein Passant.

Stippvisite am Schwanenplatz. „Ha!“ So fährt es einem Mann heraus, als er am „Luxusklo“ vorbeizieht. „Da steht ja wieder eine Bank“, lässt er mich sichtlich verwundert wissen und schüttelt den Kopf. Tatsächlich ziert den Wartebereich vor Regensburgs umstrittenstem Donnerbalken seit vergangener Woche wieder städtisches Sitzmobiliar.

„Erst haben sie die Bank weggemacht, dann wieder hin. Dann weg. Dann Stühle hin, dann weg. Jetzt wieder eine Bank“, fasst der Mann den monatelangen Kleinkrieg um das Klohaus zusammen – mit einer kleinen Unschärfe. „Die Stadt weiß auch nicht, was sie will“, sagt er angesichts der ewig wechselnden Sitzgelegenheiten. Die Verwaltung hat mit der neuen Bank zwar nichts zu tun und weiß – trotz Waffenstillstands – gewiss, was sie am liebsten hätte: endlich Ruhe am stillen Örtchen. Aber sei’s drum. „Hauptsache sitzen“, scheint sich der Mann zu denken.

„Hach, die Politik“, meint er und lächelt verschmitzt. Eine leichte Verdrossenheit ist ihm nicht abzusprechen, während er treffend darüber referiert, wo die knappe Million, die das „Luxusklo“ einst gekostet hat, besser aufgehoben wäre. „Meine Stimme kriegt der Papst“, sagt er mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl. Angesichts der endlosen Sitz-Posse am Schwanenplatz ist das vielleicht gar keine schlechte Idee, seine Hoffnung auf den Heiligen Stuhl zu setzen.