Stadt Regensburg stellt neue Stühle am Luxusklo auf – Ist die Maßnahme ein Erfolg?

Von Philip Hell, Christian Eckl · 23. November 2024 um 11:00

Es ist ein echte Posse: Nach rund einem Jahr und viel Hin und Her hat die Stadt am Freitag sechs bunte Stühle beim Luxusklo am Regensburger Schwanenplatz installiert. Die beiden MZ-Autoren Christian Eckl und Philip Hell haben dazu unterschiedliche Meinungen.

Zwischen den Stühlen: Ein Kommentar von Christian Eckl

Niemand kann es allen Recht machen. Die Farce um die Bank am Schwanenplatz sorgte für Gelächter. Doch klar ist auch, wenn alle Bänke in der Stadt von Obdachlosen belegt sind, würde das genauso für Aufregung sorgen. Die Stadt, die sich um Obdachlose übrigens kümmern muss und dies auch tut, sitzt also zwischen allen Stühlen. Der Preis ist hoch, auch das stimmt. Aber klar ist doch auch, es muss Sitzgelegenheiten geben etwa für Senioren, ohne dass die sich gleich einen Kaffee für vier Euro kaufen müssen.

Windige Sitzlein: Ein Kommentar von Philip Hell

Das hätte der Mitternachtsbauhof schneller hinbekommen: Die Stadt hat über ein Jahr gebraucht, um endlich wieder Sitzgelegenheiten am Luxusklo zu installieren. Herausgekommen sind acht windige Sitzlein für stolze 8000 Euro. Es scheint, als hätten die Behörden um alles in der Welt keine Sitzbank aufstellen wollen. Wer glaubt denn im Ernst, mit diesen Stühlen ein angebliches Obdachlosen-„Problem“ zu lösen? Wer am Schwanenplatz nächtigen möchte, kann das immer noch tun – auch ohne Bank.