Regensburger Trend-Lokale: Ist den Gastronomen mit Uli, Lux und Cô Hà der Neustart geglückt?

Von Marion Neumann · 29. Dezember 2024 um 10:00

Nicht nur im Baumburger Turm am Watmarkt kehrte 2024 mit der Eröffnung des Abendlokals Uli neues Leben ein. Auch in der Unteren Bachgasse und Am Wiedfang wagten Gastronomen in der Altstadt einen Neustart. Wie das Geschäft angelaufen ist, wo noch Optimierungsbedarf bestand und ob es bereits Stammgäste gibt, erzählen sie hier.

Pommes und Champagner – diese Kombi trifft bei den Gästen einen Nerv. „Das Angebot lockt die Leute rein“, sagt Jessy Baumgartner. Doch auch abseits von Frittiertem und Schaumwein wollten im Laufe des Jahres viele Regensburger zumindest einen Blick in die vormals für Dampfnudel bekannte Location werfen, der die 29-Jährige neues Leben eingehaucht hat.

Ende März sperrte das Abendlokal im Baumburger Turm am Watmarkt auf. Nachdem dort 46 Jahre lang Uli Deutzer als Dampfnudel-Uli Stadtgeschichte geschrieben hatte, wagte Baumgartner gemeinsam mit Maria Linsmeier als „Frau im Hintergrund“ den Neustart. Mit Wein, Drinks und einer kleinen Speisekarte sollte das Uli – der Name ist als Hommage an den Vorgänger geblieben – ein Anlaufpunkt werden, in dem sich alle willkommen fühlen. „Ob Punk oder Geschäftsmann“, erklärte Baumgartner damals im Gespräch kurz vor der Eröffnung.

Uli: Oft gebucht für geschlossene Gesellschaften

„Wir haben genau das erreicht“, sagt die Inhaberin knapp ein dreiviertel Jahr später, „zu uns kommt ein bunt gemischtes Publikum und wir haben Stammgäste jeden Alters.“ Gut angelaufen sei auch das Angebot, das Uli für eine geschlossene Gesellschaft, zu buchen. „Über das Jahr verteilt hatten wir sehr viele Events. Im Oktober gab es an jedem Wochenende einen Geburtstag.“

Abgesehen von ein paar Anpassungen – die Speisekarte gibt es aktuell in einer etwas abgespeckten Version – sei das Konzept sehr gut aufgegangen. „Eventuell werden wir die Karte im Frühjahr wieder vergrößern. Am besten gehen bei uns aber die Weine und die Drinks“, sagt Baumgartner.

Gute Drinks und feine Speisen im Lux

Auch Lukas Wenninger hat 2024 einen Neuanfang gewagt. Der gelernte Betriebswirt und Hochzeitsplaner hat sich im Sommer gemeinsam mit Christopher Dick den Traum vom eigenen Lokal erfüllt und aus der ehemaligen Charlotte in der Unteren Bachgasse das Lux gemacht. „Wir haben zwei Monate lang umgebaut“, sagt der 24-Jährige, „es gab viel zu tun“. Café am Nachmittag, eine Mischung aus Restaurant und Bar am Abend: Im Lux soll es gute Drinks und feine Speisen geben, die bezahlbar bleiben. „Wir legen sehr viel Wert auf Qualität – aber wir sind kein abgehobenes Restaurant“, sagt Wenninger.

Nach rund vier Monaten Betrieb hat er das Konzept ein wenig angepasst. Mit Themenabenden und Specials – am Mittwoch beispielsweise können sich Gäste mit „Try-Out-Platten“ durch die Karte probieren, am Donnerstag wird Black Jack um die Drinks gespielt – soll das Programm noch vielfältiger werden. „Was uns ausmacht ist die Mischung“, sagt Wenninger, „wir haben uns mittlerweile auch eine coole Stammkundschaft aufgebaut“. „Extrem schade“ findet Wenninger nur, dass die Regensburger Gastronomen ihre Freisitze in der kalten Jahreszeit nicht beheizen dürfen. Der Antrag für die Erlaubnis war im November gescheitert.

Damit seine Gäste trotzdem nicht frieren müssen, bietet er den ganzen Winter lang Heißgetränke wie Hot Aperol oder Glüh Gin zum Mitnehmen an. 2025 will sich das Lux-Team außerdem wieder ein bisschen mehr der Hochzeitsplanung widmen. „Wir stellen hier nicht nur die passende Location, sondern übernehmen auf Wunsch auch die komplette Planung.“

Cô Hà: Spezialitätenrestaurant statt Studentenkneipe

Renoviert, umgestaltet und mit neuem Konzept wiedereröffnet hat außerdem Duy Khanh Do, der 15 Jahre lang die Cocktailbar Mood Am Wiedfang betrieben hat. Gemeinsam mit seinem Bruder Viet Anh Nguyen Long, der bereits durch das Ha Tien am Kohlenmarkt bekannt ist, stellte er von Studentenkneipe auf vietnamesisches Spezialitätenrestaurant um. „Quasi next level“, beschrieb er das Konzept Anfang April, kurz bevor das Cô Hà Eröffnung feierte.

Obwohl ihn manchmal ein wenig Wehmut überkommt, wenn Stammgäste aus der Bar nach den alten Mood-Specials fragen, sei er sehr zufrieden mit seiner Entscheidung. Das Geschäft sei gut angelaufen. „Wir haben jahrelange Erfahrung mit asiatischer Küche und aus der Barszene mitgebracht.“ Selbst das große Hochwasser im Juni, das einige Gastronomen an der Donau in die Knie zwang, hat das frisch renovierte und Cô Hà unbeschadet überstanden. „Zum Glück gibt es die Hochwasserabsperrungen der Stadt“, sagt Do, „wir sind vom Wasser verschont geblieben.“

Das Gastro-Karussell dreht sich: Hier haben Lokale wieder geschlossen

Schließung: Die Gastroszene ist schnelllebig – und so haben sich die Türen einiger Cafés, Bars und Restaurants auch wieder geschlossen.

Domplatz: Bitter für alle Freunde pflanzlicher Küche durfte der Abschied von Tantchen Vegan am Domplatz gewesen sein. Ein Nachfolger ist aber gefunden: Seit November wird dort im Tramontana Mittelmeer-Küche serviert.

Pfarrergasse: Auch das Café Goldrichtig in der Pfarrergasse ist geschlossen. Kaffeeduft weht aber weiterhin durch die Räume: Florian Rottke, bekannt von What the Kiosk und dem Milchschwammerl, folgt nach.

Stadtamhof: Noch kein Nachfolger steht für das Quartier in Stadtamhof fest. Der Burger-Laden schloss im September.

Café, Bar und Restaurant: Lukas Wenninger betreibt das Lux. Foto: Neumann
Mit der Eröffnung des Cô Hà geht Duy Khanh Do neue Wege. Foto: Berli Berlinski