Im früheren Dampfnudel-Uli tut sich was – Auch andere Gastronomen haben neue Pläne

Große Pläne in der Regensburger Gastroszene: Nicht nur in die Räumlichkeiten des Dampfnudel-Uli kehrt wieder Leben ein. Auch eine Cocktailbar wird bald mit ganz anderem Konzept wiedereröffnen.
Ganz im Verborgenen lassen sich die Pläne von Maria Linsmeier und Jessica Baumgartner nicht realisieren. Zu bekannt ist die Location in der Regensburger Altstadt, der sie in Kürze neues Leben einhauchen wollen. Im Baumburger Turm am Watmarkt, ehemals Dampfnudel-Uli, werden sie ein „Abendlokal“ eröffnen.
„Die Leute gehen vorbei und sehen natürlich, dass hier etwas passiert“, sagt Linsmeier. Seit dem Jahreswechsel laufen die Planungen auf Hochtouren. Das Konzept lässt sich nicht mit nur einem Wort erklären. „Wir haben eine Küche, aber werden kein Restaurant sein. Trotzdem bieten wir mehr als Barsnacks.“ Von Basics wie Käse-Toast bis hin zu Artischocken-Variationen soll für jeden etwas dabei sein.
Dazu wird es unter anderem eine große Weinauswahl von regionalen Händlern geben. Baumgartner, die Geschäftsführerin des Lokals, macht gerade ihren Sommelier. Linsmeier, die in der Regensburger Gastro-Szene durch Gatsby, Rauschgold und Weichmanns bekannt ist, will als „die Frau im Hintergrund“ agieren.
Historisches Gewölbe trifft auf zeitlosen Stil
Aktuell ist geplant, Anfang März zu eröffnen. Vom Stil her soll sich Modernes mit Historischem vermischen. „Stilvoll, clean und zeitlos“. Das historische Gewölbe allein sei schließlich schon ein Hingucker. Vor dem Lokal wird es einen Freisitz geben. Gerade auch für geschlossene Gesellschaften, für Feiern wie kleine Hochzeiten und Geburtstage, biete sich die Location an, erklärt Baumgartner.
Uli Deutzer, der vorab 46 Jahre lang als Dampfnudel-Uli Stadtgeschichte geschrieben hat, haben Linsmeier und Baumgartner ebenfalls über ihr Vorhaben informiert. „Ihm mit Dampfnudeln nachfolgen wollen wir nicht – das würden wir uns gar nicht trauen“, sagt Baumgartner und lacht. Höchstens einmal eine kleine Dampfnudel als besonderes Angebot, das könnten sie sich vorstellen. Ebenso wie im früheren Kultlokal soll sich bei ihnen jeder willkommen fühlen. „Ob Punk oder Geschäftsmann – es soll für alle passen.“ Eine Hommage an den bekannten Vorgänger ist auch der Name des neuen Lokals: Schlicht und einfach „Uli“.
Cocktailbar Mood wird zum Restaurant
Nur unweit vom Watmarkt entfernt tut sich ebenfalls etwas in der Regensburger Gastro-Landschaft. Am Wiedfang wird in der Cocktailbar Mood kräftig gewerkelt. „Wir reißen alles raus“, sagt Betreiber Duy Khanh Do. Neue Decken, neue Toiletten, neue Farben: Mit ganz anderem Konzept soll schon bald eine Wiedereröffnung stattfinden. Vier Wochen plane man derzeit für den Umbau ein. „Wir wechseln zu einem Restaurant. Hier wollen wir traditionelle vietnamesische Küche und hochwertige Getränke anbieten.“
Gründe für die Neuausrichtung nach 15 Jahren Mood gebe es viele. „Die wirtschaftliche Lage hat sich geändert. Nach der Pandemie hat sich der Trend hin zu gesünderem Leben entwickelt. Die Leute konsumieren weniger Alkohol“, sagt Do, der das neue Lokal mit seinem Bruder Viet Anh Nguyen Long eröffnen wird. Auch er selbst sei älter geworden. Mit 45 Jahren und Familie wolle er eine andere Richtung einschlagen. „Wir gehen einen Schritt weg von der Studentenkneipe. Quasi next Level“, sagt er. Nguyen Long ist den Regensburgern bereits vom Ha Tien am Kohlenmarkt bekannt. Das neue Restaurant am Wiedfang soll noch mehr Platz bieten und gleichzeitig lockere Atmosphäre mit gehobenen Speisen und Getränken vereinen. Spezialitätenköche aus Vietnam werden für authentische Küche sorgen, verraten die Betreiber. Auch der Name für das Lokal stehe bereits fest. Mit Cô Hà, was „Tante“ und „Mutter“ bedeutet, soll das Restaurant der Mama gewidmet werden. „Alle in der Großfamilie nennen sie so“, sagt Do.
Café Rauscher: Haus wird saniert
Renoviert wird auch im Café Rauscher in der Brückstraße. Seit Anfang des Jahres laufen dort die Arbeiten. Die Fenster sind blickdicht mit Papier verklebt. Kommt etwa auch hier ein neues Konzept? „Das Café Rauscher ist im Rahmen der Sanierung des Gebäudes bis April geschlossen“, erklärt Sascha Al Mahmoud auf Nachfrage unserer Zeitung, „wir haben die Gäste im Vorfeld informiert.“
Zwar soll das Café nach der Wiedereröffnung „in neuem Glanz erstrahlen“. Unter anderem werden Nebenräume renoviert und die Toiletten in den Keller verlegt. Am Kurs selbst ändere sich jedoch nichts. Das Konzept „untertags Cafébar, abends Barbetrieb“ bleibe erhalten. „Die aktuelle Jahreszeit eignet sich gut für die Sanierung“, sagt der Betreiber. Im Sommer gebe es dann zusätzlich wieder einen Freisitz und auch Getränke To go.

