Entwürfe für Schulsanierung: Neue Kinderkrippe in Rötz erst im KiTa-Jahr 2026/27 realistisch

Von Stefanie Bauer · 25. September 2024 um 05:00

Die Stadt hat es eilig mit dem Einbau einer Kinderkrippe und einer Ganztagesbetreuung in der Schule. Das wurde bei der Stadtratssitzung am Montagabend deutlich – aber auch, dass Planung und Bau noch einige Zeit in Anspruch nehmen werden.

Erst Ende 2021 waren die Räumlichkeiten der Kinderkrippe in der KiTa St. Martin, die unter kirchlicher Trägerschaft steht, erweitert worden. Doch schon 2023 überstiegen die Anmeldungen für die Krippe die Kapazitäten der Einrichtung. Dazu kommt, dass ab 2026 stufenweise der Anspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler eingeführt wird. Neue Räume für den gestiegenen Bedarf sollen nun nicht „auf der grünen Wiese“ entstehen: Es wird die naheliegende Lösung, dass ein Teil des Schulgebäudes dafür verwendet wird, umgesetzt.

Mit der Sanierung der Schule, dem Einbau der Krippe und einer Ganztagesbetreuung wurde das Büro „Architekten und beratende Ingenieure Weber“ aus Kollnburg betraut. Architekt Johannes Weber stellte die ersten Entwürfe im Stadtrat vor, um die Meinung des Gremiums für die weitere Planung einzuholen.

Die Grundlagenermittlung sei abgeschlossen, und die Bestandspläne seien überprüft. Auch die vorhandenen Leitungen hab man bereits geprüft und festgestellt, dass sie in Ordnung seien. Man habe mehrere Entwürfe besprochen und den finalen Entwurf mit allen Fachstellen abgestimmt, auch mit derjenigen am Landratsamt.

Künftige Erweiterungen

Dieser Entwurf sehe einen geradlinigen Eingang, einen großzügigen Elternwartebereich und viel Helligkeit für den Flur vor. Die neuen Räumlichkeiten für die Krippe sind in dem Gebäudeteil geplant, in dem sich aktuell die Küche befindet. Der favorisierte Entwurf hätte laut Weber den Vorteil, dass der Zugang zum Essbereich künftig über das Haupttreppenhaus möglich sei bei einem gleichzeitigen Außenzugang für die Senioren, die die Möglichkeit weiterhin nutzen könnten, in der Schule zu Mittag zu essen. Bei einer weiteren möglichen Erweiterung der Krippe könne außerdem noch ein Raum dazugenommen werden: „Man könnte künftig für wenig Geld erweitern.“

Die weiteren Schritte seien nun an die Fachplaner zu übergeben. Als erstes sehe der Bauablauf den Umzug der Verwaltung vor. Der Bereich, in dem sich das Rektorat befindet, ist dann für Mittagsbetreuung vorgesehen. Für den Bereich Ganztagesbetreuung und Kinderkrippe hätte man freies Baufeld, so Weber. Der Raum der Schulküche könne weiterhin genutzt werden. Im Anschluss stellte er drei verschiedene Varianten bezüglich der neuen Dachform vor: Wieder ein Flachdach, ein etwas aufwendigeres, klassisches Satteldach oder, so die Empfehlung des Architekturbüros, ein versetztes Pultdach.

Letzteres könne durch die große Südfläche später gegebenenfalls einer PV-Anlage Platz bieten, so Weber. Bei der Entwicklung der Ansichten werde man sich an Mittelbau und Turnhalle orientieren. Obwohl die Statik laut dem Architekten ein Satteldach verkraften würde, ging die einhellige Meinung des Gremiums ebenfalls in Richtung Pultdach, in puncto Nachhaltigkeit wegen der Möglichkeit der PV-Anlage und der Optik, die besser zur Gesamt-Architektur passe.

Plan bis Ende des Jahres

Die Hoffnung, die neuen Räume der Krippe schon 2025 zu beziehen, musste Weber allerdings dämpfen: „Das ist nicht realistisch.“ Der Plan sei, Anfang Oktober an die Fachplaner weiterzugeben, den Plan bis Ende des Jahres fertigzustellen und dann im Stadtrat vorzustellen.

Im Anschluss könnten die Förderanträge gestellt werden und die Genehmigungsphase starten, so der Architekt, inklusive Statikprüfung, Brandschutzkonzept und den weiteren Vorgaben. „Die ersten Ausschreibungen könnten circa im April erfolgen.“

Die Bauzeit werde geschätzt „ein gutes Jahr“ betragen, so dass man bei einem realistischen Zeitrahmen zum KiTa-Jahr 2026/27 die neuen Räume beziehen könnte. Auf den Hinweis des Bürgermeisters, dass im Bereich der geplanten Kinderkrippe auch der Bereich für das Mittagessen sei, gab Weber an, dass bei der Baustelle gewisse Behinderungen „nicht ausbleiben werden“.

Gemeinsam mit dem Gremium einigte man sich abschließend darauf, die Empfehlung – das versetzte Pultdach – weiterzuverfolgen. Die Statik werde geprüft, aus energetischer Sicht werde eine Dämmung benötigt. Letztlich solle alles im Ensemble des ganzen Gebäudes zusammenpassen.

Auch ein Vorschlag von Wolfgang Babl, der von Johann Stibich nochmals aufgegriffen wurde, wird angedacht: Ein Gründach, das für besseres Raumklima sorgen könne. Ferner ging die Empfehlung des Architekturbüros in Richtung Blechdach.

Zusätzliche Kapazitäten, die im Schulgebäude entstehen, würden nach jetzigem Stand nur für Krippen- und nicht für Kindergartenkinder benötigt, sagte Bürgermeister Dr. Stefan Spindler auf Anfrage. Es bestehe ein Rechtsanspruch der Eltern auf einen Krippenplatz ab dem vollendeten ersten Lebensjahr der Kinder. Die neue Kinderkrippe werde aller Voraussicht nach unter der Trägerschaft des BRK stehen.

Weitere Baumaßnahmen und Gutachten:

Gerätehaus: Unter dem Tagesordnungspunkt „Sonstiges“ wurde darüber informiert, dass der Bau des Feuerwehrgerätehauses Rötz im Zeitplan liegt. Vor kurzer Zeit wurden die ersten Tore eingebaut. Verschiedene Gewerke (Heizung, Elektro, Sanitär) sind derzeit in Arbeit.

Dorferneuerung: Bei der Dorferneuerung Bernried ist der Einbau der Tragschicht für Ende September angedacht. Im Anschluss werden die Seitenbereiche fertiggestellt.

Gutachten: Stadtrat Markus Dirscherl hatte im Vorfeld der Sitzung nach dem aktuellen Stand des Statik-Gutachtens, welche die Stadt Rötz für das „Sattler-Haus“ in Auftrag gegeben hat, gefragt. Ende letzter Woche hatte Bürgermeister Spindler Kontakt mit dem beauftragten Statiker. Dieser wollte nochmals eine Vor-Ort-Besichtigung des hinteren Gebäudeteils vornehmen. Ob dies inzwischen geschehen ist, konnte nicht geklärt werden, da der Statiker für eine Stellungnahme nicht erreichbar war.

Für das „Sattler-Haus“ wurde ein Statik-Gutachten in Auftrag gegeben. Foto: Stefanie Bauer