Maler, Bildhauer, Fotografen: Furth im Wald hat viele hervorragende Kunstschaffende

Von Alexander Frimberger · 24. September 2024 um 17:30

Die Kulturkooperative Oberpfalz feiert Kunstnacht. Freiraum feiert mit. Alfred Bruckner, Vorsitzender des Vereins, erklärt, was in der Kleinen Galerie am Burgtor geboten ist, spricht über aktuelle und zukünftige Aktivitäten und was er sich wünschen würde.

Weiße Haare, weißer Bart und Brille – jeder, der in und um Furth im Wald kunstaffin ist oder ihr gar seine Zeit widmet, kennt Alfred Bruckner. Er ist ein Urgestein der Szene und er hält den Kunstbetrieb mit seinen Mitstreitern von Freiraum am Laufen.

Furth im Wald ist Kulturstadt

Nach vielen Umzügen hat man eine Heimat in der „Kleinen Galerie am Burgtor“ gefunden und hofft, dass es noch lange so bleibt (wir berichteten).

„Im Moment ist es ein wenig schwierig, weil wir ja die Baustelle direkt vor der Tür haben“, sagt Bruckner, beklagt sich aber nicht. Man merkt, dass er mit seiner besonnenen, aber hartnäckigen Art zwar ein Streiter für die Sache, aber nicht streitlustig ist. Unermüdlich setzt er sich für die Künstler und vor allem deren Kunst ein.

Für Helmut Sturm (1932-2008) zum Beispiel, den großen Sohn der Grenzstadt, der die berühmte und zur damaligen Zeit umstrittene Künstlergruppe „Spur“ mitgegründet hat. Seit vielen Jahren verfolgt Bruckner das Ziel, dass im zweiten Stockwerk des ehemaligen Amtsgerichtsgebäudes eine, wie er es nennt, „Bel Etage“ eingerichtet wird, ein Ort also, an dem Sturm, aber auch zeitgenössische Künstler, gebührend gewürdigt werden. Er ist sich aber auch darüber im Klaren, dass der Kampf wohl verloren ist. Trotzdem hadert er nicht. Er spricht an, was aus seiner Sicht zu tun wäre, um dem, was in der Drachenstichstadt geschieht, gebührend Rechnung zu tragen. „Es läuft schon was, aber wir haben bei uns ein riesiges Qualitätspotenzial.“ In seiner Wahrnehmung gibt es so viele gute zeitgenössische Künstler, die mehr gewürdigt werden sollten. „Auch wenn mir schon klar ist, dass Malerei und die Kunst ganz generell kein Produkt für die Massen ist.“ Einen Teil deckt man in den Räumlichkeiten am Burgtor ab. Derzeit sind dort und auch während der Kunstnacht Werke von Alexander Costa, Krisziàn Kovàcs, Patricia Bachl, Ferry Baierl, ihm selbst und anderen zu sehen.

In Zukunft wünscht er sich, dass noch viele weitere dazu kommen. „Wenn jemand Lust hat, in der Kleinen Galerie auszustellen, kann sich die Person einfach an uns wenden.“ Nach einem erfolgreichen Gespräch hat man die Möglichkeit, die Räumlichkeit gegen geringe Gebühr für zwei Wochen zu nutzen. „Außerdem werden für jedes verkaufte Bild 20 Prozent Provision fällig“, so Bruckner. Auch für Lesungen – Bestuhlung ist vorhanden – und kleine Musik-Events ist der Raum geeignet. Einzige Voraussetzung: Von der Vernissage über die Öffnungszeiten, den Ausschank und rechtliche Dinge, wie Gema-Gebühren, es muss sich jeder selbst kümmern. „Wir helfen gerne, aber Eigeninitiative ist gefragt.“

Auf der Landesgartenschau Furth im Wald 2025 dabei

Selbstverständlich muss sich ein Verein wie Freiraum auf der Landesgartenschau (LGS) im kommenden Jahr präsentieren. „Wir sind dran, und so, wie es aussieht, scheint sich eine Lösung anzubahnen.“ Mehr möchte er im Moment noch nicht verraten. Schließlich kommt Bruckner noch auf Wolfgang Wagner (1884-1931) zu sprechen. Der wäre heuer 140 Jahre alt geworden.

Auch so ein berühmter Maler und Sohn von Max Wagner, einem Further Fotografiepionier. Eigentlich sollte heuer eine Ausstellung zu Ehren Wolfgang Wagners stattfinden. Die musste jetzt um ein Jahr verschoben werden, „weil uns eine ganze Welle an Leihgaben angeboten wurde und wir erst einmal sichten und uns damit befassen müssen, wie wir die Vielfalt seiner Arbeit einordnen.“

Chamer Freiraum-KoOpf-Kunstnacht 2024

Die Kunstnacht startet am Freitag, 27. September, 19 Uhr. Bei passendem Wetter wird sich vieles draußen abspielen. Alfred Bruckner empfiehlt wegen der Baustellensituation festes Schuhwerk.

Zu Beginn hält Bruckner einen Kurzvortrag mit Bildschirmpräsentation zum Thema: „Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Furth im Wald.“ Um 21 Uhr folgt eine Kurzlesung von Birgit Baumeister. Sie hat den Lyrik-Band „Freud und Leid“ verfasst. Die Bilder dazu hat Alexander Costa beigesteuert. Das Buch wird ebenso zu erwerben sein wie der neueste Bildband von Herbert Pöhnl: Grenzen bewegen. Vorgestellt wird darüber hinaus ein Kalender. Anlass ist das 30-jährige Jubiläum, das die „unBehinderten Kulturtage“ im kommenden Jahr feiern. Auch der Kalender kann an diesem Abend erstmals erworben werden. Live-Musik gibt es den ganzen Abend vom GipsySwingTrio, und es wird wieder eine Life-Performance gestartet.

30 Jahre „unBehinderte Kulturtage“ im Landkreis Cham werden mit einem Kalender gefeiert. Foto: Alfred Bruckner