Kunstnacht in der Galerie am Burgtor mit Spaziergang zu Werken im öffentlichen Raum

Von Alexander Frimberger · 26. September 2023 um 05:00

Der Kunst- und Kulturverein Freiraum feiert heuer 30. Geburtstag, ist außerdem Mitglied der Kultur-Kooperative Oberpfalz (KoOpf). Ehrensache, dass man sich am Freitag, 29. September, mit einem bunten Programm an der KoOpf-Kunstnacht beteiligt.

Alfred Bruckner, Freiraum-Vorsitzender der ersten Vereinsstunde, hat zusammen mit seinen Mitstreitern ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt.

Los geht es um 18 Uhr mit einem rund einstündigen Kunstparcours, der an der Grünfläche beim Kreisverkehr Eschlkamer Straße beginnt. Dort steht eine Christophorus-Statue des Künstlers Günter Mauermann. Nicht das einzige Kunstwerk, dass der in Weiden beheimatete Künstler geschaffen hat. Nur einen Katzensprung die Eschlkamer Straße stadtauswärts steht die Lederer-Dimpfl-Kapelle. Die aus Flossenbürger Granit geschaffene Mutter Gottes ist das zentrale Element des Kleinods und ein weiteres Mauermann- Werk.

Spaziergang zur Kunst

Wie sich bei dem Spaziergang weiter zeigen wird, ist Mauermann nicht der einzige Kunstschaffende, der sich im öffentlichen und halböffentlichen Raum verewigt hat. „Es hat Furth im Wald in den 1960er-Jahren eine Phase gegeben, da ist sehr viel Kunst am Bau entstanden“, sagt Bruckner. Das wird er anhand von Beispielen wie der Realschule zeigen. Als das Gebäude renoviert wurde, erinnerte sich Bruckner, dass es während seiner Schulzeit noch ein riesiges Wandgemälde von Willi Ulfig gegeben hat. Das war inzwischen unter anderem unter Tapete verschwunden.

Der Kulturverein drängte darauf, es freizulegen und hatte Glück. Das Architektenteam machte sich auf die Suche und wurde fündig. Wenn auch nicht alles von dem 20 Meter hohen und circa fünf Meter breiten Kunstwerk erhalten geblieben ist, so gibt es doch einen schönen Einblick in Ulfigs Werk.

Dass der in Breslau geborene Künstler überhaupt Spuren in der Oberpfalz hinterlassen hat, ist laut Bruckner der Schönheit der Stadt Regensburg und einem Zufall zu verdanken. „Nach dem Zweiten Weltkrieg wollte Ulfig eigentlich nach Frankreich. Weil eine Lokomotive defekt war, strandete er in Regensburg und blieb.“ Mit ein wenig Glück, sagt Bruckner, könne man das Werk in der Realschule anschauen. „Der Hausmeister hat signalisiert, dass er uns aufsperrt.“

Vieles, was sehenswert wäre, kann Bruckner während des Termins nur anreißen, der Spaziergang würde sonst mehrere Stunden dauern. Einen Abstecher macht man aber in jedem Fall ins ATT beziehungsweise auch auf den Platz davor. Dort steht das Kunstwerk „Auf verwachsenen Pfaden“ des Arnschwanger Bildhauers Toni Scheubeck und im ATT selbst hängt unter anderem eine Scheibe des 2013 in Furth im Wald verstorbenen Hinterglasmalers Erwin Pohl.

Parallel zum Stadtspaziergang startet die Mitmachaktion „Brainstorm Art“ am Veranstaltungsort, der Kleinen Galerie am Burgtor. Dort stehen Farben, Papier und Leinwand bereit. Ein Künstler wird mit einigen Pinselstrichen beginnen. Dann hat jeder die Möglichkeit, weitere Striche hinzuzufügen. So lange, bis man der Meinung ist, das Kunstwerk ist fertig. Soll es denn dann auch ausgestellt werden? Bruckner lacht: „Das werden wir dann sehen.“ Hängt wohl davon ab, wie das Ergebnis letztlich ausfällt.

Absolut ausstellungswürdig sind dagegen die Werke von Rainer Heinrichmeyer, Ferry Baierl, Margrit Ullmann, Alexander Costa, Karl Soukup, Patricia Bachl, Jessica Heigl, Alfred Bruckner und Krisztián Kovács. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum 30. Geburtstag zeigen sie ihre Werke noch bis zum 20. Oktober. Die Galerie ist donnerstags von 17 bis 19 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet. Es lohnt aber auch ein Blick ins Schaufenster.

Ungezwungener Abend

Für musikalische Unterhaltung sorgt das Duo Ferry Baierl und Reinhold Grassl. Sie haben sich für diesen Abend den Regensburger Gitarristen Sebastian Wintermeier dazu geholt. „Das Gipsy Swing Trio unterhält die Besucher mit deutscher und französischer Zigeunermusik und macht Ausflüge in die Welt des Bossa Nova“ sagt Bruckner.

Die offizielle Eröffnung der Kunstnacht, die bis 22 Uhr gehen wird, erfolgt um 19.30 Uhr. Wer keine Möglichkeit hatte, den Kulturspaziergang zu machen, der kann den Further-Kunstparcours auch im Rahmen einer Bilderschau in der Galerie erleben. „Es soll ein kurzweiliger, ungezwungener Abend werden. Für das leibliche Wohl ist gesorgt“, verspricht Bruckner.

Ulfigs Werk in der Realschule Foto: Alfred Bruckner
Stele von Toni Scheubeck
Christophorus am Kreisverkehr