Neuer Zoff am „Luxusklo“: Unbekannte betonieren Sofa fest – Stadt will „schnell“ handeln

Das „Luxusklo“ ist vieles, aber bestimmt kein stilles Örtchen: Erneut haben Unbekannte in einer Nacht-und-Nebel-Aktion an dem 900.000 Euro teuren Toilettenhäuschen am Regensburger Schwanenplatz Hand angelegt.
Die „Architekturfreund*innen“ zementierten in den frühen Morgenstunden des Dienstags ein Sofa auf dem Schwanenplatz fest und kritisierten die Stadt für ihren Umgang mit Obdachlosen. Am frühen Vormittag war die Couch wieder verschwunden. Die Stadt sieht dringenden Handlungsbedarf – doch die Unbekannten wollen der Verwaltung zuvorkommen. Wie lange soll das Katz-und-Maus-Spiel weitergehen?
Regensburger „Luxusklo“: Kritik an Sitzbank-Entscheidung mit „steinharten Argumenten“
Hintergrund der Aktion: Vergangenen Sommer entfernte die Stadt die Sitzbank im überdachten Bereich des Gebäudes, weil Obdachlose dort für Probleme sorgten. Unbekannte bauten daraufhin eine Bettstatt aus Paletten auf und kritisierten die Stadt auf Plakaten scharf. Die Installation war schnell wieder weg. Vergangene Woche schraubte der „Mitternachtsbauhof“ eine selbst gebaute Bank im Wartebereich des Klohäuschens an. Die Stadt entfernte die Bretterkonstruktion und kündigte an, den Vorfall „in Hinblick auf eine mögliche Wiederholungstat“ anzuzeigen.
Die abschreckende Wirkung: eher gering. Der „Mitternachtsbauhof“ kündigte gegenüber der MZ an: „Wir hoffen, dass die Bank bald wieder auftaucht und bemühen uns, in der Zwischenzeit eine Alternative zur Verfügung zu stellen.“ Nun kamen den Unbekannten andere Unbekannte zuvor: „Mit steinharten Argumenten und betonfester Überzeugungskraft haben wir eine Bank am Schwanenplatz festzementiert“, erklärten die „Architekturfreund*innen“ am Dienstag um 3 Uhr morgens in einer Pressemitteilung. Obdachlosigkeit bekämpfe man nicht dadurch, dass man Betroffene aus dem Stadtbild vertreibe, sondern indem man ihnen die Möglichkeit gebe, in einer zur Verfügung gestellten Wohnung wieder auf die Beine zu kommen, kritisierten die Unbekannten.
Die „Architekturfreund*innen“ legten der Verwaltung nahe, sich zu überlegen, ob sich das Entfernen der nächtlichen Installationen finanziell lohne – oder ob man das Geld „nicht lieber in menschenwürdige Schlaf- und Wohnmöglichkeiten für Obdachlose“ investieren wolle. Laut Stadtsprecherin Juliane von Roenne-Styra wurde das Sofa gleich in der Früh „fachgerecht entsorgt, ohne großen Aufwand“. Man werde auch diesen Vorfall zur Anzeige bringen. „Wir müssen so schnell wie möglich wieder Sitzgelegenheiten schaffen“, räumt von Roenne-Styra ein. Derzeit würden zwei verschiedene Varianten geprüft. „Die Stadtverwaltung ist dran.“
900.000-Euro-Toilette am Regensburger Schwanenplatz: Weitere Aktionen angekündigt
Zum Nächtigen werden die neuen Sitzmöbel gewiss nicht einladen. Genau das stößt den Aktivisten sauer auf. „Wir hatten ja wirklich immense Probleme am Schwanenplatz“, rechtfertigt von Roenne-Styra den aus Sicht der Stadtverwaltung unvermeidbaren Schritt. Sie berichtet von „massiven Verschmutzungen“, Beschimpfungen und Polizeieinsätzen.
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Die „Architekturfreund*innen“ kündigten indes weitere Aktionen an. In ihrer Pressemitteilung wandten sie sich mit einem „Gruß“ an die Stadt: „Wir werden nicht aufhören, egal wie oft ihr die Schlafmöglichkeiten wieder niederreißt.“
