Stadtentwicklung Neutraubling: Diese Projekte wollen die Fraktionen anpacken

Für die Entwicklung Neutraublings stieß der Stadtrat das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) an. Nach mehreren Ortsterminen und Bürgerbeteiligungen geht es dieses Jahr in die heiße Phase. Welche konkreten Projekte wünschen sich die Stadtratsfraktionen für Neutraubling? Wir haben nachgefragt.
Freie Wähler: Mehr Wert auf die Busse in Neutraubling legen
Das Verkehrskonzept der Stadt Neutraubling braucht an manchen Stellen eine Überarbeitung, finden die Freien Wähler. „Wir diskutieren immer wieder über dieselben Problemstellen zum Beispiel im Bereich zwischen Grund- und Realschule“, sagt der Fraktionsvorsitzende Matthias Schelter. Zudem wünscht er sich ein neues Konzept für den ÖPNV. „Wir brauchen schnellere und unkompliziertere Verbindungen nach Regensburg“, sagt Schelter. Er könne sich einen Mobilitäts-Hotspot für Neutraubling vorstellen, der als zentraler Umsteigeort für Busse verbunden mit Parkplätzen für Car-Sharing und Fahrräder dienen soll. Weitere große Projekte sieht Schelter durch die Umsetzung des Klimaschutzkonzepts auf die Stadt zukommen. „Hier wartet viel Arbeit.“
CSU: Ausgewogenes Konzept für Neutraubling auf den Weg bringen
Plätze mit mehr Aufenthaltsqualität wünscht sich die CSU-Fraktion in Neutraubling. Wichtig sei in diesem Zusammenhang die Verflechtungsachse zwischen Realschule und Grundschule. „Das ist die Lebensader von Neutraubling“, sagt Fraktionsvorsitzender Philipp Ramin. Der Bereich müsse weiter auch als Verkehrsachse dienen können. „Wichtig ist, eine ausgewogene Lösung zu finden“, sagt Ramin. Auch Autos sollen auf dieser Strecke nach wie vor ihren Platz haben. Das ISEK dürfe nicht dazu missbraucht werden, unterschiedliche Verkehrsteilnehmer gegeneinander auszuspielen. Ein weiteres Anliegen ist der CSU-Fraktion die Situation rund um den Schlangenbau. „Das ist ein prägendes Gebäude, das immer mehr verfällt“, sagt Ramin. Auch der Neutraublinger See, der reichlich Potenzial habe, könne aktuell nicht weiterentwickelt werden. „Solange die Gebäude der Stadt nicht gehören, wird es schwierig“, sagt Ramin. Das ISEK biete der Stadt aber die Gelegenheit, auch mal visionär in die Zukunft zu sehen.
Aktive Bürger: Mehr Aufenthaltsorte in Neutraubling schaffen
Der Platz an der Geschwister-Scholl-Straße soll im Rahmen des ISEK umgestaltet werden. Aktuell befinden sich dort Parkplätze, ein Teil des Platzes wird bislang überhaupt nicht genutzt. Die Aktiven Bürger sehen an dieser Stelle Potenzial in vielerlei Hinsicht. „Wir sollten die Straßenführung rund um den Platz umplanen, damit der Weg für Schüler sicherer wird“, sagt Fraktionschef Edwin Schicker. Es sei an der Zeit, den Autoverkehr in Neutraubling weniger zu bevorzugen. Mögliche Maßnahmen seien Mittelinseln oder sogenannte Shared spaces, Straßenzüge, in denen alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind. „Wir müssen mehr Grün rund um unsere Straßen einbauen und den Verkehr in der Stadt entschleunigen“, fordert Schicker. Nur so könne man für Fußgänger und Radfahrer attraktive Wege schaffen. Außerdem müsse man den neugewonnenen Platz im ehemaligen Netto-Gebäude nutzen. „Wir wünschen uns eine Verwendung für soziale Zwecke. Wir wollen Leben schaffen in der leeren Fläche“, sagt Schicker. Er könne sich dort eine Begegnungsstätte für alle Generationen vorstellen oder will den Raum Vereinen zur Verfügung stellen.
SPD: Straßen und Kanäle vor Verschönerung von Neutraubling
Die SPD-Fraktion möchte mehr Energie in Straßenbau und Kanalsanierung stecken. „Es bringt uns nichts, weitere Verschönerungsprojekte anzustoßen, wenn wir unsere Grundaufgaben dabei vernachlässigen“, sagt Fraktionsvorsitzender Markus Pesth. Er sieht die Gefahr, dass bei immer neuen Projekten das Geld für die bereits angestoßenen Maßnahmen fehlen könnte. Zum Beispiel die Straßensanierung der Oder-Neiße-Straße sei seit längerer Zeit geplant, habe sich aber immer wieder verzögert. Kritisch sieht Pesth auch eine weitere Nachverdichtung in der Stadt. „Wir als SPD-Fraktion wollen den aktuellen Charakter Neutraublings erhalten“, sagt er. Wenn die Stadt immer weiter wachse, müsse man auch an die Infrastruktur – neben Straßen und Kanälen nennt Pesth auch Kindergärten und Schulen – denken.