Neuer Vorstoß beim Schlangenbau in Neutraubling: Ortstermin mit Eigentümer geplant

Die leerstehenden Gewerbeflächen im Neutraublinger Schlangenbau sind der Stadt seit längerer Zeit ein Dorn im Auge. Nun könnte Bewegung in die Sache kommen. „Es gibt ein Terminangebot der Abteilungsleiterin Vermietung der Dawonia zur Ortsbegehung in Neutraubling“, sagte Thomas Kästle vom Projektbüro Stadtentwicklung in der Sitzung des Stadtrats.
Dem bayerischen Immobilienunternehmen Dawonia gehören insgesamt 92 Wohnungen in der Sudetenstraße sowie zahlreiche Gewerbeflächen im Erdgeschoss.
Anfragen der Stadt Neutraubling liefen ins Leere
Kästle gab dem Gremium einen Überblick über die Aktivitäten seit seiner Übernahme. Beim Thema Leerstände im Schlangenbau seien seit einem ersten Ortstermin im Oktober 2022 zunächst zahlreiche Anfragen der Stadt an die Eigentümer ins Leere gelaufen. Auf einem Messestand der Dawonia in München habe Kästle jetzt im Oktober einen weiteren Vorstoß gewagt – mit Erfolg. Eine erste Besprechung mit Bürgermeister Harald Stadler und Mitarbeitern der Verwaltung fand vor knapp einem Monat mit Vertretern des Immobilienunternehmens in Regensburg statt. „Wir sind zuversichtlich, dass wir beim Schlangenbau etwas erreichen können“, sagt Kästle. Er möchte bei der Sache dranbleiben. Ein nächstes Treffen ist bereits geplant: Dann soll die Abteilungsleiterin Vermietung der Dawonia nach Neutraubling kommen. Dabei soll über die Vermarktung, Vermietung oder eine mögliche Zwischennutzung der Objekte gesprochen werden.
Stadt Neutraubling sind die Hände gebunden
Der Stadt sind bei den Gewerbe-Leerständen im Schlangenbau aktuell die Hände gebunden, weil sie nicht Eigentümer der Objekte ist. Während die Wohnungen darüber größtenteils vermietet sind, stehen mehrere Geschäfte im Erdgeschoss leer. Fördermittel im sechsstelligen Bereich zum Beispiel für eine mögliche Zwischennutzung durch Vereine oder als Ausstellungsraum hatte die Stadt in der Vergangenheit nicht abrufen können, weil Anfragen an den Eigentümer unbeantwortet blieben. Die Stadt Neutraubling hat indes eine Maßnahme ergriffen, um die Gewerbeflächen im Erdgeschoss zu sichern. Der Stadtrat beschloss, einen Bebauungsplan für den Schlangenbau aufzustellen. Damit wolle man die städtebauliche Entwicklung im Neutraublinger Zentrum effektiver steuern können, so die Beschlussvorlage. Bisher gab es für die Sudetenstraße keinen Bebauungsplan.
Fußgängerzone in Neutraublings Stadtmitte möglich?
Wenn es nach der Stadtverwaltung geht, hat der Schlangenbau das Zeug zur Fußgängerzone. Da es in dem Gebiet sowohl Wohnungen im Obergeschoss als auch Gewerbe im Erdegeschoss gebe, sei eine Steuerung der vertikalen Verteilung aktuell nicht mögl
ich, erklärte die Verwaltung. Mit der Bauleitplanung sollen nun konkrete Festsetzungen hinsichtlich der Art der baulichen Nutzung getroffen werden – und das Gewerbe mit dem Bebauungsplan geschützt werden.